ergopraxis 2009; 02(6): 13
DOI: 10.1055/s-0030-1253343
wissenschaft

Erworbene Hirnschädigungen – Ergotherapeuten sind sich bei der Behandlung unsicher

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23 April 2010 (online)

 
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    Ihre therapeutische Vorgehensweise bei Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen betrachten Ergotherapeuten häufig als unstrukturiert und mit Unsicherheiten behaftet. Zu diesem Ergebnis kamen die Ergotherapeuten Dr. Kathy Kuipers vom Northern Territory Department of Health and Families und Kryss McKenna von der University of Queensland, Australien.

    Die Forscher befragten elf Ergotherapeuten mit einer mindestens siebenjährigen auf Neurologie und Hirnschädigungen bezogenen Berufserfahrung. Sechs Teilnehmer arbeiteten mit Kindern und fünf mit Erwachsenen. Die Interviews orientierten sich an einem von den Forschern erstellten Katalog mit vier offenen Fragen, die sich auf die Rehabilitation der oberen Extremitäten bezogen. Die Forscher fragten nach den Herausforderungen der Arbeit, der persönlichen Herangehensweise an einen Behandlungsfall, nach der Behandlungsplanung und der Flexibilität, auf Klientenwünsche einzugehen.

    Die befragten Ergotherapeuten berichteten, dass sie die Ursachen von Hypertonus kaum zuordnen könnten und Schwierigkeiten damit hätten, Klienten mit diesem Erscheinungsbild adäquat zu behandeln. Die Hauptgründe sahen sie in den unterschiedlichen Erscheinungsformen des Krankheitsbildes, in der Notwendigkeit, professionelles Vorgehen und Klientenzentrierung miteinander zu verbinden, sowie in den fehlenden ergotherapeutischen Forschungsergebnissen. Deshalb waren sie sich unsicher darüber, wie sie mit Klientenwünschen umgehen sollen und ob ihre Vorgehensweise zielführend ist. Dies führten sie hauptsächlich darauf zurück, dass es ihnen an Anleitung und Begleitung beispielsweise in Form von Supervision fehlt.

    suma

    BJOT 2009; 72: 20–28