Der Einsatz der Strahlentherapie mit geladenen Teilchen bietet im Vergleich zur Photonentherapie
entscheidende physikalische und biologische Vorteile. Die erhöhte biologische und
physikalische Wirksamkeit der Schwerionen ist für eine Vielzahl von Tumoren, insbesondere
für die gegenüber Photonenstrahlen sehr resistenten Tumorerkrankungen, vorteilhaft.
Seit Beginn der Teilchentherapie in den 50er-Jahren in den USA sind über 50 000 Patienten
weltweit mit Protonen und über 5 000 Patienten mit Kohlenstoffionen behandelt worden.
Für eine Reihe von Tumorindikationen konnte hierdurch das Therapieergebnis wesentlich
verbessert werden.
Kernaussagen
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Die Strahlentherapie mit geladenen Teilchen bietet im Vergleich zur Photonentherapie
entscheidende physikalische und biologische Vorteile.
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Schwerionenstrahlung dringt tiefer ein, trifft präziser und ist wirksamer.
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Die technische Ausstattung des HIT ist europaweit die 1. kombinierte Protonen- und
Schwerionentherapieanlage und weltweit die erste Schwerionentherapieanlage mit einer
beweglichen Strahlführung (Gantry).
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Durch das Rasterscan-Verfahren tastet der intensitätsmodulierte Ionenstrahl den virtuell
in isoenergetische Scheiben unterteilten Tumor mäanderförmig ab.
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Roboter positionieren den Patienten hochpräzise (<1mm) in die richtige Bestrahlungsposition.
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Das HIT ermöglicht eine permanente Verfügbarkeit der Teilchentherapie sowie eine Erweiterung
der Behandlungsindikationen und Forschung.
Literatur
- 1 Jäkel O.. Hadrontherapy: radiotherapy using fast ion beams. In: Sigmund P, Hrsg.
Ion Beam Science: Solved and Unsolved Problems.. Copenhagen: The Royal Danish Academy
of Sciences and Letters; 2006: 37-57
- 2
Schulz-Ertner D, Nikoghosyan MD, Hof H et al..
Carbon ion radiotherapy of skull-base chondrosarcomas.
Int J Radiat Oncol Biol Phys.
2007;
67
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- 3
Schulz-Ertner D, Karger CP, Feuerhake A et al..
Effectiveness of carbon ion radiotherapy in the treatment of skull-base chordomas.
Int J Radiat Oncol Biol Phys.
2007;
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Schulz-Ertner D, Nikoghosyan MD, Didinger MD et al..
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therapy techniques.
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2005;
104
338-344
Korrespondenzadresse
Sabine Kuhn
Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum HIT Betriebs-GmbH am Universitätsklinikum
Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 450
69120 Heidelberg
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