Klinikarzt 2010; 39(11): 525
DOI: 10.1055/s-0030-1269784
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Galenik als entscheidender Faktor – Effektive Schmerztherapie

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Publication Date:
29 November 2010 (online)

 
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Die Qualität der Analgesie hängt nicht nur von der Stärke des eingesetzten Wirkstoffs ab, sondern auch von gleichmäßigen Plasmaspiegeln rund um die Uhr. OROS®-Hydromorphon (Jurnista®) verbindet starke Opioidwirkung mit einer 24-Stunden-Galenik, und dies budgetschonend.

Selbst bei der Therapie starker chronischer Schmerzen gibt es Complianceprobleme, erinnerte Stefan Grond, Lippe-Detmold: Patienten nehmen ihre Analgetika nicht oder nicht wie verordnet. Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt mit der Nebenwirkungsrate und der Kompliziertheit des Einnahmeregimes, Ängste etwa vor Durchbruchschmerzen oder Abhängigkeit kommen dazu.

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24-h-Galenik verbessert Therapieergebnis

Letzterem kann man mit einer sinnvollen Galenik wie dem OROS®-System begegnen, das langsame Anflutung, anhaltend über der Wirkschwelle liegende Plasmaspiegel und eine geringe Fluktuation des Plasmaspiegels vereint, so Kuno Güttler, Köln. In einem aktuellen Review von 3 nicht-interventionellen Studien mit zusammen 617 Patienten konnte er zeigen, dass Patienten unter Hydromorphon mit dieser Galenik seltener Durchbruch- oder End-of-dose-Schmerzen erlitten und entsprechend weniger Akutmedikation benötigten, um Schmerzspitzen zu kupieren.

Heute werden Arzneimittel jedoch nicht mehr nur nach ihrer Wirksamkeit bewertet, sondern auch nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis, wobei patientenrelevante Nutzenaspekte eine besondere Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund stellte Jochen Fleischmann, Neuss, eine pharmakoökonomische Modellrechnung vor, in der er untersucht hatte, wie sich eine Umstellung von anderen stark wirksamen Opioiden auf 24-Stunden-Hydromorphon auf die Gesundheitskosten auswirkt. Dabei wurde von einer maßvollen Steigerung des Marktanteils um 1,3 % (von 3,7 % auf 5 %) ausgegangen.

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Jährliche Kosteneinsparungen

Obwohl das Präparat preislich im Mittelfeld der WHO-III-Opioide liegt, resultierte letztlich eine jährliche Kosteneinsparung um etwa mehr als 1 Million Euro (bei Gesamtkosten für die Pharmakotherapie starker Schmerzen von 480 Million Euro). Zurückzuführen war dies auf Minderkosten in allen Bereichen, sowohl in der Titrationsphase als auch bei der Erhaltungstherapie, bei unerwünschten Wirkungen und bei der Bedarfsmedikation.

Manuela Arand, Berlin

Quelle: Pressegespräch "Therapie chronischer Schmerzen: Effektiv und gleichzeitig effizient - ist das möglich?" am 07. Oktober 2010 im Rahmen des Deutschen Schmerzkongresses in Mannheim. Veranstalter: Janssen-Cilag GmbH, Neuss