Am 20. Oktober 2011 fand wiederum der Tarifdelegiertentag in Bern statt. Die Einzelheiten
hierzu sind im Internet aufgeschaltet unter http://www.fmh.ch/tarife/tarmed-tarif/publikationen/tarifdelegierten-tag.html#i33848. Die Referate des Vizedirektors des BAG, Herrn Andreas Faller sowie des Preisüberwachers
Dr. iur. Stefan Meierhans, beleuchteten Aspekte der jetzigen (teils verfahrenen) Situation
an der Tariffront sowie deren Zukunftsperspektiven. Die Tendenz der Politik, dem Bundesrat
mehr Kompetenz zur Einmischung in die Tarifgestaltung zu erteilen, ist unübersehbar,
vermag in ihrer Begründung aus Sicht der Ärzteschaft aber nicht zu überzeugen. Im
weiteren wurde mit überzeugenden Daten und Argumenten dargestellt, dass die Vergütung
der ärztlichen Leistungen bei Weitem nicht mehr der aktuellen Preisentwicklung angepasst
ist. Davon betroffen sind auch Ultraschallpositionen. Im Rahmen der Tarifrevision,
welche die Ärzteschaft zusammen mit den Spitälern weiter vorantreibt, soll diesem
Umstand Rechnung getragen werden. Die Kostensteigerungen durch höhere Löhne, Mieten
und weitere Nebenkosten sind leider deutlich höher als die Einsparungen durch verminderte
Gerätepreise.
Beim Zankapfel "Vergütung der Ultraschall-Untersuchung der Gegenseite bei paarigen
Extremitäten-Untersuchungen" wurden leider keine substanziellen Fortschritte erzielt.
Die Kostenträger wollen die Zahlung auch dann verweigern, wenn die Untersuchung der
Gegenseite durch den zuweisenden Arzt explizit verlangt wird. Dies steht in krassem
Widerspruch zum KVG und kann von der Ärzteschaft nicht akzeptiert werden.
Immer wieder bilden sich neue Indikationen und Techniken für sonografische Untersuchungen.
Sobald solche validiert sind, müssen sie Eingang finden in den Tarif. Die Zukunft
wird zeigen, ob sich die Kostenträger einer solchen Entwicklung gegenüber offen zeigen
werden.
Beat Dubs
Leiter TaskForce Tarmed