Klinikarzt 2012; 41(12): 613
DOI: 10.1055/s-0032-1332791
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Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pflegeeinrichtung für Problempatienten – Neue Option in der Langzeitbeatmung

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Publication Date:
17 December 2012 (online)

 
 

In Dortmund wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Knappschaftskrankenhaus eine Pflegeeinrichtung für 20 langzeitbeatmete Patienten eröffnet. Damit besteht die Möglichkeit, diese in einer verlängerten Weaning-Phase wieder an ein Leben ohne Beatmung heranzuführen.

Versorgungslücke geschlossen

Bei einem kleinen Teil der beatmeten Patienten kommt es zu Problemen bei der Wiederaufnahme der selbstständigen Atmung. Diese Patienten benötigen ein prolongiertes Weaning, d.h. die Entwöhnung vom Beatmungsgerät dauert unvorhersehbar lange. Die Gründe dafür können verschieden sein, die Konsequenz aber ist meist, dass die Patienten unverhältnismäßig lange in der Intensivstation bleiben und danach oft in eine unbefriedigende außerklinische Beatmungssituation entlassen werden müssen. "Obschon wir im Haus über eine eigene Weaning-Station verfügen, freuen wir uns, mit dem Remeo®-Zentrum eine Versorgungslücke für solche problematischen Fälle geschlossen zu haben", berichtete Dr. Clemens Kelbel, Chefarzt im Knappschaftskrankenhaus Dortmund. In dieser zertifizierten Einrichtung werden die beatmungspflichtigen Patienten von speziell ausgebildeten Pflegekräften betreut und trainiert mit dem Ziel, in ihr gewohntes Zuhause zurückzukehren, egal, ob sie dort weiterhin ein Beatmungsgerät benötigen oder nicht. Dabei können die Patienten entsprechend der S2-Leitlinie der DGP [ 1 ] unter fachärztlicher Kontrolle bleiben – sowohl aus der Klinik als auch von niedergelassenen Kollegen, denn nur ein Facharzt kann aufgrund der Fortschritte eine Entlassung einleiten. "Wir von Remeo®, einer Tochter der Linde Healthcare, freuen uns über das Entgegenkommen der Klinik bei Planung und Realisierung unseres sechsten Centers in Deutschland sowie auf die zukünftige Zusammenarbeit.


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Kontrolle bis zur Entlassung

Unsere Fachpflegekräfte sorgen für eine angepasste Versorgung, aber auch für ein sehr personenbezogenes Training unter Einbeziehung der Angehörigen, wie es in der Klinik nicht möglich ist. Dadurch erreichen wir eine hohe Erfolgsquote, die auch zu einer erfreulichen Akzeptanz durch die Kostenträger geführt hat", erklärte Pflegedirektorin Antje Kassin. Entsprechende Einrichtungen gibt es bisher in Berlin und Mahlow, in Elmshorn, in Bruchsal und in Münnerstadt sowie auch international.

Dr. Jürgen Sartorius, Eitorf

Quelle: Pressekonferenz am 27.09.2012 zur Eröffnung des REMEO®-Centers in Dortmund. Veranstalter: Linde AG, Pulach.


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  • Literatur

  • 1 Windisch WB et al. Pneumologie 2010; 64: 207-240

  • Literatur

  • 1 Windisch WB et al. Pneumologie 2010; 64: 207-240