Zusammenfassung
Der kongenitale Hydrocephalus (kHC) umfasst ein ätiologisch breites Spektrum von angeborenen
Fehlbildungen sowie erworbenen Läsionen und erfordert angesichts der Akuität und Schwere
des Krankheitsbildes ein rasches neurochirurgisches und interdisziplinäres Handeln.
Obwohl die entwicklungsneurologische Prognose entscheidend von der zugrundeliegenden
Genese des kHC bestimmt wird, konnte die Mortalität und Morbidität von Kindern mit
kHC durch Fortschritte der chirurgischen Therapie entscheidend verbessert werden.
Mit der endoskopischen Drittventrikulostomie (ETV) steht ein endoskopisches Verfahren
mit geringer Komplikationsrate für ausgewählte Patienten mit kommunizierendem kHC
zur Verfügung. Die Meningomyelocele, der häufigste und klinisch bedeutsamste Neuralrohrdefekt,
geht in mehr als 80 % mit einem HC einher. Moderne neurochirurgische und plastisch-chirurgische
Techniken zur primären Deckung der Cele tragen substantiell zur Vermeidung von Komplikationen,
insbesondere Infektionen und sekundärer neurologischer Schädigung, bei. Die exakte
Diagnose von assoziierten ZNS-Fehlbildungen wie der Chiari-II-Malformation ist Voraussetzung
für die spezifische Therapie und vor allem Prävention von Komplikationen. Der Stellenwert
alternativer operativer Behandlungsoptionen wie der pränatalen minimal invasiven chirurgischen
Therapie ist derzeit ungeklärt.
Durch die Etablierung interdisziplinärer ambulanter Betreuungskonzepte kann eine spezialisierte
Langzeitbetreuung mit dem Ziel der individuell optimalen Rehabilitation, der Prophylaxe
von Komplikationen und psychosozialer Unterstützung angeboten werden.