Klinikarzt 2014; 43(07/08): 379
DOI: 10.1055/s-0034-1389216
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Clostridium difficile – Ein Keim von höchster Priorität

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Publication Date:
11 September 2014 (online)

 
 

    Bei den übertragbaren Erkrankungen muss Infektionen durch Clostridium difficile oberste Priorität eingeräumt werden. Denn laut aktuellen epidemiologischen Daten steht der Keim heute in der Hitliste der Infektionen ganz oben, informierte Prof. Dieter Jahn, Braunschweig. Jährlich werden in Deutschland 7500 durch C. difficile verursachte Erkrankungen dokumentiert; die Dunkelziffer ist mit 100 000 angenommenen Fällen hoch. Zudem werden jährlich 500 Todesfälle registriert; vermutet werden aber zirka 8000. „Damit ist Clostridium difficile bei Infektionen heute der Hauptkiller in Deutschland“, warnte Jahn.

    Keim wegen des potenziell schweren Verlaufs ernst nehmen

    Die klinische Symptomatik von CDAD ist durch abrupt einsetzende, wässrige Durchfälle mit fauligem Geruch charakterisiert. Viele Betroffene leiden unter Schmerzen in den unteren Quadranten des Abdomens. Durch den Verlust von Wasser und Eiweiß bei heftigen Durchfällen kann sich auch eine Hypoalbuminämie entwickeln, berichtete Prof. Franz Hartmann, Frankfurt. Bei schweren Verläufen sind zudem regelhaft systemische Zeichen wie Fieber, Schüttelfrost, Leukozytose und Nierenfunktionsstörungen vorhanden. „Man muss den Keim wegen des potenziell schweren Verlaufs ernst nehmen und sollte bereits bei ersten Anzeichen an eine CDAD denken“, mahnte Hartmann. Als Risikofaktoren für die Entwicklung dieser Erkrankung nannte er Antibiotikatherapie in den letzten 3 Monaten, höheres Alter (> 65 Jahre), Komorbiditäten, Immunsuppression und Einnahme von Protonenpumpenhemmern.

    Beleg für das Vorliegen einer CDAD ist der Nachweis von C.-difficile mittels GLDH-Test (rasch innerhalb eines Tages) oder der C.-difficile-Toxine A und B im Stuhl mittels ELISA. Allerdings hat die in 20 europäischen Ländern erstellte EUCLID-Studie klar gemacht, dass bislang noch zu wenig auf diesen Keim getestet wird: Fast ein Viertel der von den nationalen Referenzzentren als positiv befundenen Proben war in den Krankenhäusern vor Ort gar nicht getestet worden, kritisierte Hartmann.


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    Therapie mit wenigen systemischen Nebenwirkungen

    Orales Vancomycin ist heute bei der CDAD die sicherste Therapieoption und Mittel der ersten Wahl, betonte Prof. George Micklefield, Münster. Vancomycin ist für die Behandlung aller Schweregrade der CDAD einschließlich leichter Verlaufsformen zugelassen.

    Vancomycin sollte in einer Dosis von viermal 250 mg über 10, besser 14 Tage eingenommen werden. Dabei sollten Vancomycin-Kapseln gegenüber Trinklösungen wegen der besseren Compliance bevorzugt werden, riet Micklefield. Als günstig wertete er die geringe Resorption des Antibiotikums aus dem Darm, da so wenig systemische Nebenwirkungen zu befürchten sind und gleichzeitig eine hohe Wirkstoffkonzentration im Darmlumen erreicht wird. Das seit 2013 zugelassene Fidaxomicin sollte als Reserveantibiotkum dem klinischen Gebrauch vorbehalten bleiben.

    Dr. Katharina Arnheim, Freiburg

    Quelle: Presseevent „Der perfekte Fall: Infektionen mit C. difficile erkennen und frühzeitig behandeln“ am 9. April 2014 in Braunschweig. Veranstalter: Riemser Pharma GmbH, Greifswald.


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