Einleitung
Die Therapie nur weniger Krankheiten war in der letzten Zeit solch einem Wandel unterworfen
wie die der pulmonal arteriellen Hypertonie (PAH). Noch vor etwa 20 Jahren gab es
keine gezielten Therapieoptionen, und die Lebenserwartung der Patienten betrug 2,7
Jahre nach Diagnosestellung.
Die pulmonale Hypertonie (PH) gliedert sich nach der 5. Weltkonferenz in Nizza in
fünf Gruppen: Die PAH (Gruppe 1) umfasst neben der idiopathischen PAH (IPAH) genetisch
und medikamentös bedingte Formen sowie die assoziierte PAH (APAH). Die vier weiteren
Gruppen bilden die PH kardialer (Gruppe 2), pulmonaler (Gruppe 3), chronisch thromboembolischer
(CTEPH; Gruppe 4) oder multifaktorieller (Gruppe 5) Genese.
Die wichtigste nicht-invasive Untersuchungsmethode bei dem Verdacht auf das Vorliegen
einer PH ist die Echokardiografie. Bewiesen oder ausgeschlossen werden kann die Diagnose
jedoch nur durch die Rechtsherzkatheteruntersuchung. Ohne Diagnosestellung mittels
Rechtsherzkatheters sollte keine spezifische Therapie begonnen werden. Im Zentrum
des diagnostischen Algorithmus steht die Ventilations-Perfusions-Szintigrafie zum
sicheren Ausschluss einer CTEPH. Hierbei handelt es sich um eine potenziell mittels
Operation kurativ behandelbare Form der PH, die daher nicht übersehen werden darf.
Für die Behandlung der PAH stehen heute neben allgemeinen und supportiven Maßnahmen
gezielte medikamentöse Therapieoptionen zur Verfügung. Allgemeine Maßnahmen umfassen
Empfehlungen zu Schwangerschaft, Impfungen, überwachtem Training, psychosozialer Unterstützung
und perioperativem Vorgehen. Die supportive Therapie beinhaltet die Optimierung bzw.
Anpassung von Antikoagulation, Diuretika- und Digitalis-Gabe sowie die Sauerstofftherapie
[2]
[3]
[4]. Die gezielte medikamentöse Therapie umfasst eine wachsende Anzahl von Substanzen,
die zu einer signifikanten Verbesserung von Symptomatik, Leistungsfähigkeit und Überlebenszeit
bzw. zu einer Verzögerung des Eintritts klinischer Verschlechterung („time to clinical
worsening“, TTCW) führen [3]
[4]
[5]. Eine Metaanalyse, die 23 randomisierte kontrollierte Studien (RCT) berücksichtigte,
zeigte, dass durch eine gezielte medikamentöse Therapie im Vergleich zum Placebo nach
einem durchschnittlichen Behandlungszeitraum von 14,3 Wochen eine Reduktion der Mortalität
um 43 % und eine Verringerung der Hospitalisierungsrate um 61 % erreicht werden konnte
[6]. Die Behandlung der PAH umfasst auch interventionelle oder operative Maßnahmen wie
die atriale Septostomie oder die Lungentransplantation. In [Abb. 1] ist der aktuelle Therapiealgorithmus dargestellt [3]. Die Steuerung der Behandlung richtet sich nach den definierten Therapiezielen [7].
Abb. 1 Evidenz-basierter Therapiealgorithmus für Patienten mit PAH (nach [3]
[5]). APAH assoziierte PAH; BAS Ballonatrioseptostomie; CCB Kalzium-Antagonist; ERA
Endothelin-Rezeptor-Antagonist; FC Funktionelle Klasse; HPAH hereditäre PAH; IPAH
idiopathische PAH; PDE-5-I Phosphodiesterase-5-Inhibitor; RCT randomisierte kontrollierte
Studie; sGCS Stimulator der löslichen Guanylatcyclase.
Jeder Patient mit PAH sollte in einem auf PH spezialisierten Zentrum diagnostiziert
und therapiert werden. Zur notwendigen Neu- und Weiterentwicklung von Therapieoptionen
werden auch in Zukunft komplexe, kontrollierte Studien notwendig sein. Diese werden
flankiert durch breite, internationale Register, welche kontinuierlich die Dauertherapie
überwachen und damit die Patientensicherheit erhöhen.
Allgemeine Maßnahmen
Die Empfehlungen für allgemeine Maßnahmen sind in [Tab. 3] zusammengefasst.
Tab. 3
Empfehlungen zu allgemeinen Maßnahmen bei Patienten mit PAH (nach Grünig E. et al.
[2]).
Allgemeine Maßnahmen
|
Empfehlungsgrad
|
Evidenzgrad
|
Schwangerschaft bei Patientinnen mit PAH soll vermieden werden.
|
I
|
C
|
Impfungen gegen Pneumokokken und Grippe werden empfohlen.
|
I
|
C
|
Überwachtes Training für dekonditionierte Patienten wird empfohlen.
|
I
|
A
|
Psychosoziale Unterstützung von Patienten mit PAH sollte empfohlen werden.
|
IIa
|
C
|
Sauerstofftherapie auf Flügen ist zu erwägen für Patienten in WHO funktioneller Klasse
III oder IV sowie bei dauerhaften PaO2-Werten unter 60 mmHg.
|
IIa
|
C
|
Für elektive operative Eingriffe ist eine epidurale Anästhesie zu bevorzugen, sofern
dies möglich ist.
|
IIb
|
C
|
Den höchsten Empfehlungsgrad (I-A) erhielt das überwachte spezialisierte Training
[3]. Grund hierfür ist eine breite Datenlage, die einen positiven Effekt des Trainings
sowohl auf Parameter der körperlichen Belastbarkeit als auch auf die Lebensqualität
belegt [1]. Zudem war das Training mit einem verlängerten Überleben assoziiert.
Weitere Maßnahmen mit einem hohen Empfehlungsgrad sind eine sichere Kontrazeption
zur Vermeidung einer potenziell vital bedrohlichen Schwangerschaft für Patientinnen
mit idiopathischer PAH (IPAH), hereditärer PAH (HPAH) und assoziierter PAH (APAH)
(I-C) sowie die Grippe- und Pneumokokken-Schutzimpfung entsprechend den Empfehlungen
der ständigen Impfkommission (I-C) [1].
Patienten mit Depression und Angststörungen, die mit zunehmender körperlicher Beeinträchtigung
bei bis zu 40 % der Patienten mit PAH auftreten [8]
[9]
[10], sollte eine psychotherapeutische und/oder pharmakologische Behandlung angeboten
werden (IIb-C) [11]
[12].
Supportive Therapie
Beim 5. Weltkongress in Nizza wurden keine Änderungen hinsichtlich der Empfehlungen
zur Antikoagulation, Diuretika-, Digitalis- und Sauerstofftherapie im Vergleich zu
der ERS/ESC-Leitlinie aus dem Jahr 2009 ausgesprochen ([Tab. 4]) [4], jedoch wurden inzwischen neue Studienergebnisse zur Anwendung von Diuretika, Antikoagulantien
und antiarrhythmischer Therapie veröffentlicht. Mit einer Änderung bzw. Ergänzung
der bestehenden Empfehlungsgrade und Evidenzlevel im Rahmen der neu aufgelegten Leitlinie
(voraussichtlich Ende 2015) ist daher zu rechnen.
Tab. 4
Empfehlungen zur supportiven Therapie bei Patienten mit PAH.
Supportive Therapie
|
Empfehlungsgrad
|
Evidenzgrad
|
Diuretische Therapie bei Patienten mit PAH bei Zeichen des Rechtsherzversagens und
Flüssigkeitsretention.
|
I
|
C
|
Langzeitsauerstofftherapie ist indiziert bei Patienten mit PAH, wenn PaO2 dauerhaft < 60 mmHg.
|
I
|
C
|
Orale Antikoagulation ist indiziert bei IPAH, HPAH und PAH durch Appetitzügler.
|
IIa
|
C
|
Digoxin kann erwogen werden bei PAH Patienten mit atrialer Tachyarrhythmie, wenn eine
Frequenzkontrolle angestrebt wird.
|
IIb
|
C
|
Die unterstützende Behandlung mit Diuretika nimmt bei der Therapie von PAH und Rechtsherzinsuffizienz
eine zentrale Rolle ein. Insbesondere bei Patienten mit vergrößertem rechten Herzen
und eingeschränkter rechtsventrikulärer Pumpfunktion kann die Diuretika-Therapie zur
Vermeidung eines Rechtsherzversagens eingesetzt werden [4].
Eine Langzeitsauerstofftherapie ist für Patienten mit PAH ab einem PaO2 unter 60 mmHg empfohlen ([Tab. 4]) [2]
[3]
[4]. Insgesamt gibt es jedoch wenige Daten zur Langzeitsauerstofftherapie bei Patienten
mit PAH. Die aktuellen Leitlinien orientieren sich daher an den Empfehlungen für Patienten
mit COPD. Die Therapieentscheidung ist letztlich individuell zu treffen.
Beobachtungsstudien wiesen auf einen Überlebensvorteil durch eine orale Antikoagulation
bei Patienten mit PAH hin [4]
[13]. Neuere Daten aus dem internationalen COMPERA-Register (Prospective Registry of
Newly Initiated Therapies for Pulmonary Hypertension) an 1283 Patienten mit PAH unterstützen
diese Beobachtung eines Überlebensvorteils mit Antikoagulation jedoch nur bei Patienten
mit IPAH [14]. Randomisierte Studien liegen hierzu allerdings nicht vor. Eine IIa-Empfehlung gilt
für die orale Antikoagulation bei Patienten mit IPAH, HPAH und PAH durch Appetitzügler
[4]. Generell wird eine Antikoagulation bei Patienten mit APAH nicht empfohlen [3]
[4]. Üblicherweise werden Vitamin-K-Antagonisten eingesetzt. Die Ziel-INR beträgt 2,0 – 3,0. Zum
Einsatz neuer oraler Antikoagulantien bei PAH gibt es keine Daten.
Supraventrikuläre Tachykardien bei Patienten mit PAH sind mit einer Inzidenz von 12 %
relativ häufig und permanentes Vorhofflimmern ist mit einer erhöhten 3-Jahres-Sterblichkeit
von 73 % assoziiert [15]
[16]. Die Wiederherstellung des Sinusrhythmus hat somit oberste Priorität.
Gezielte medikamentöse Therapie
Therapieziele
Mit wachsender Verfügbarkeit von Therapieoptionen in der Behandlung der PAH rückt
die Notwendigkeit der Definition von Therapiezielen zunehmend in den Vordergrund.
Die Therapieziele umfassen hämodynamische Parameter, Merkmale der körperlichen Belastbarkeit
(6-Minuten-Gehstrecke (6MWD) und spiroergometrische Parameter) sowie echokardiografische
und laborchemische Parameter. Im Vergleich zum 4. Weltkongress in Dana Point 2008
wurden die Therapieziele im Rahmen des 5. Weltkongresses in Nizza angehoben. Dies
gilt für die 6MWD, den Herzindex (CI) und die brain natriuretic peptide/N-terminal
prohormone of brain natriuretic peptide (BNP/NT-proBNP)-Spiegel ([Tab. 5]). Neu ist die Ergänzung der spiroergometrischen Ziele um das Atemäquivalent für
CO2 an der anaeroben Schwelle (EqCO2AT < 45). Die Therapie der PAH sollte anhand dieser Ziele gesteuert werden [7]. Patienten, die diese Ziele unter der PAH-Therapie nicht erreichen, haben in der
Regel eine schlechtere Prognose. Eine Untersuchung an Patienten mit IPAH identifizierte
4 Parameter, deren Veränderung nach Therapieeinleitung unabhängige prognostische Aussagen
über das Transplantations-freie Überleben lieferten: WHO-FC, CI, SvO2 und NT-proBNP [17]. Das therapeutische Vorgehen beim Verfehlen der Therapieziele ist in dem empfohlenen
Therapiealgorithmus berücksichtigt ([Abb. 1]). Im Gegensatz zur IPAH gelten diese Ziele jedoch nur eingeschränkt für Patienten
mit APAH. Bei APAH, assoziiert mit einer systemischen Sklerose, sind beispielsweise
die typischen funktionellen Ziele WHO-FC und 6MWD sowie der serologische Marker NT-proBNP
wegen der systemischen Komponente der Erkrankung weniger verlässlich [7]
[18].
Tab. 5
Therapieziele in der Behandlung der PAH (nach [6]).
Parameter
|
Ziel
|
WHO-Funktionsklasse
|
I oder II.
|
Echokardiografie/kardiale Magnetresonanztomografie
|
normale bzw. annähernd normale rechtsventrikuläre Größe und Funktion.
|
Hämodynamik
|
Normalisierung der rechtsventrikulären Funktion (RAP < 8 mmHg und CI > 2,5 – 3,0 l/min/m²).
|
6-Minuten-Gehstrecke
|
> 380 bis 440 m (möglicherweise zu gering bei jüngeren Patienten).
|
Spiroergometrie
|
Peak-V’O2 > 15 ml/min/kg und EqCO2AT < 45.
|
BNP/NT-proBNP
|
Normalisierung.
|
Patienten, welche die definierten Therapieziele unter einer gezielten PAH-Therapie
nicht erreichen, haben in der Regel eine schlechtere Prognose.
Gezielte medikamentöse Therapie
Eine gezielte PAH-Therapie mit dafür zugelassenen Substanzen sollte nur bei Patienten
erfolgen, deren Diagnose mittels Rechtsherzkatheters gesichert und entsprechend der
aktuellen Definition klassifiziert wurde [1]
[19]
[20].
Eine besondere Stellung nimmt die Vasoreaktivitätstestung im Rechtsherzkatheter ein.
Eine positive Vasoreaktivität liegt vor, wenn es während des Rechtsherzkatheters nach
Applikation von vasodilatativen Substanzen zu einem Abfall des mittleren pulmonal
arteriellen Druckes (mPAP) gegenüber dem Ausgangswert um mehr als 10 mmHg auf unter
40 mmHg bei gleichbleibendem oder verbessertem Herzzeitvolumen kommt. Die Testung
erfolgt in der Regel mit inhalativem NO bzw. Iloprost oder mit intravenös appliziertem
Adenosin [21]. Bei nachgewiesener Vasoreaktivität ist ein Therapieversuch mit einem Kalzium-Antagonisten
indiziert. Dies gilt ausdrücklich nur für Patienten mit IPAH, HPAH oder PAH durch
Appetitzügler.
Für die gezielte medikamentöse Therapie der PAH stehen aktuell vier verschiedene Substanzgruppen,
die drei Stoffwechselwege beeinflussen, zur Verfügung ([Tab. 6]). Neben den Angaben zu Empfehlungsgrad und Evidenzlevel erfolgt eine Therapie-Stratifizierung
anhand der funktionellen Klasse ([Abb. 1]) [1]
[3]
[5].
Tab. 6
Medikamente zur gezielten Therapie der PAH mit Zulassung in Deutschland.
Wirkstoff
|
Indikation (WHO-FC)[1]
|
Applikation
|
Dosierung[2]
|
RCT
|
Endothelin-Rezeptor-Antagonisten
|
Bosentan
|
II–III
|
p. o.
|
2 × 125 mg/d
|
EARLY,
BREATHE-1
|
Ambrisentan
|
II–III
|
p. o.
|
1 × 5 – 10 mg/d
|
ARIES-1,
ARIES-2
|
Macitentan
|
II–III
|
p. o.
|
1 × 10 mg/d
|
SERAPHIN
|
Phosphodiesterase-5-Inhibitoren
|
Sildenafil
|
II–III
|
p. o.
|
3 × 20 mg/d
|
SUPER-1
|
Tadalafil
|
II–III
|
p. o.
|
1 × 40 mg/d
|
PHIRST-1
|
Guanylatcyclase-Stimulatoren
|
Riociguat
|
II–III
|
p. o.
|
3 × 1 – 2,5 mg/d
|
PATENT-1
|
Prostanoide
|
Epoprostenol
|
III–IV
|
i. v.
|
–
|
[41]
|
Iloprost
|
III (IPAH)
|
inhal.
|
6 – 9 × 2,5 – 5 µg/d
|
AIR
|
Treprostinil
|
III (IPAH und HPAH)
|
s. c.
|
–
|
[43]
[59]
|
RCT randomisierte kontrollierte Studie; WHO-FC WHO-Funktionsklasse.
1 Indikation mit Empfehlungsgrad I und Evidenzlevel A oder B
2 gilt für erwachsene Patienten
Kalzium-Antagonisten
Patienten mit IPAH, HPAH oder PAH durch Appetitzügler (z. B. Fenfluramin, Dexfenfluramin
und Aminorex) und positivem Vasoreaktivitätstest sollten einen Therapieversuch mit
einem Kalzium-Antagonisten („calcium channel blocker“, CCB) erhalten. Für eine Therapie
mit CCB kommt meist nur eine kleine Gruppe von Patienten in Frage (< 10 % der IPAH-Patienten)
[21]. Sollten sich unter dieser Therapie die definierten Therapieziele nicht erreichen
lassen, ist eine weitere gezielte PAH-Therapie indiziert.
Für einen Therapieversuch mit Kalzium-Antagonisten kommt nur eine kleine Gruppe von
Patienten mit IPAH (< 10 %), HPAH oder PAH durch Appetitzügler in Frage.
Endothelin-Rezeptor-Antagonisten
Endothelin (ET-1) wird von Endothelzellen freigesetzt und führt über zwei Rezeptoren
(ETA und ETB) zu einer Vasokonstriktion. Die Therapie mit Endothelin-Rezeptor-Antagonisten
(Bosentan, Ambrisentan und Macitentan) ist für Patienten mit PAH ab einer funktionellen
Einschränkung entsprechend WHO-FC II zugelassen.
Bosentan ist ein dualer Endothelin-Rezeptor-Antagonist (ETA und ETB), dessen klinische
Wirksamkeit in der BREATHE-1- und der EARLY-Studie gezeigt worden ist. Die BREATHE-1-Studie
umfasste 213 Patienten in den funktionellen Klassen III und IV. Bosentan führte nach
16 Wochen zu einer Verbesserung der 6WMD und der funktionellen Klasse [22]. In der EARLY-Studie konnte bei Patienten mit PAH und funktioneller Klasse II eine
signifikante klinische Stabilisierung, gemessen an der TTCW, aufgezeigt werden [23]. Unter Therapie mit Bosentan sind monatliche Kontrollen der Transaminasen notwendig,
da es bei ca. 10 % der behandelten Patienten pro Jahr zu einer Erhöhung der Transaminasen
kommt, die nach Absetzen reversibel ist [24].
Ambrisentan ist ein selektiver ETA-Rezeptor-Antagonist. Die ARIES-1- und -2-Studie
zeigten, dass die Therapie mit Ambrisentan zu einer Verbesserung der körperlichen
Belastbarkeit, gemessen an einer verlängerten 6MWD, und zu einer Verbesserung der
funktionellen Klasse führte [25]. Das Risiko eines Anstiegs der Transaminasen unter Ambrisentan-Therapie ist niedrig
[26]. Die Ausbildung von peripheren Ödemen ist hingegen eine häufige Nebenwirkung.
Macitentan ist ebenfalls ein dualer ET-1-Antagonist mit im Vergleich zu Bosentan gesteigerter
Gewebspenetration und Rezeptoraffinität [27]. In der SERAPHIN-Studie wurden 742 Patienten mit PAH und überwiegend funktioneller
Klasse II und III (52 % WHO-FC II und 46 % WHO-FC III) über einen Zeitraum von durchschnittlich
100 Wochen mit Macitentan oder Placebo behandelt [28]. Der primäre Endpunkt, die TTCW, wurde für eine Dosierung von 3 mg/d und 10 mg/d
signifikant erreicht. Der kombinierte Endpunkt umfasste die Ereignisse Tod, atriale
Septostomie, Lungentransplantation, Therapiebeginn mit einem Prostanoid (i. v. oder
s. c.) oder die klinische Verschlechterung (Abnahme der 6WMD ≥ 15 %, Zunahme der Rechtsherzinsuffizienz
oder der funktionellen Klasse oder Neueinleitung einer gezielten PAH-Therapie). Das
Erreichen des primären Endpunktes wurde hauptsächlich durch eine Senkung der Morbidität
erzielt. Eine signifikante Senkung der Mortalität wurde nicht erreicht. Zusätzlich
steigerte die Therapie mit Macitentan die körperliche Belastbarkeit, gemessen an der
6MWD und funktionellen Klasse, nach einer Behandlungszeit von 6 Monaten. Transaminasenerhöhung
und die Bildung von peripheren Ödemen traten in den Therapie-Gruppen (3 mg/d und 10 mg/d)
nicht häufiger als in der Placebo-Gruppe auf. Die Therapie mit Macitentan führte jedoch
zu einer gesteigerten Inzidenz von Anämien.
Phosphodiesterase-5-Inhibitoren und Guanylatcyclase-Stimulatoren
Dem Stickstoffmonoxid (NO) als Vasodilatator kommt in der Pathophysiologie der PAH
eine zentrale Rolle zu. NO wird in Endothelzellen durch die endotheliale NO-Synthase
(eNOS) freigesetzt und vermittelt eine Relaxation der glatten Muskelzellen. Bei Patienten
mit PAH ist Bildung der eNOS in pulmonalen Endothelzellen vermindert. [29]. Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (Sildenafil, Tadalafil) vermindern die Degradierung
des sekundären Botenstoffs zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP), dessen Bildung
in glatten Muskelzellen durch NO stimuliert wird. cGMP vermittelt die Relaxation der
Gefäßmuskelzellen und führt somit zu einer Vasodilatation. In den glatten Muskelzellen
bildet das Enzym lösliche Guanylatcyclase (sGC) das cGMP. Guanylatcyclase-Stimulatoren
(Riociguat) führen unabhängig vom endothelialen NO zu einer gesteigerten Bildung von
cGMP.
Sildenafil ist ein reversibler Inhibitor der Phosphodiesterase-5. In der SUPER-1-Studie
wurden 278 Patienten mit PAH in den funktionellen Klassen II und III mit Sildenafil
(20 mg, 40 mg oder 80 mg 3 × /d) oder Placebo für 12 Wochen behandelt [30]. Alle Dosierungen führten zu einer signifikanten Verlängerung der 6MWD ähnlichen
Ausmaßes, sodass Sildenafil in einer Dosierung von 3 × 20 mg/d für die Therapie der
PAH zugelassen ist. Jedoch ergaben sich im Vergleich zum Placebo hinsichtlich sekundärer
Endpunkte der Hämodynamik dosisabhängige signifikante Verbesserungen. Aufgrund dieser
Beobachtung sowie weiterer Daten aus klinischen Studien (Extensionsstudie SUPER-2
und PACES-Studie) besteht Konsens, dass die Dosierung für Sildenafil mit 3 × 20 mg/d
im Laufe der Langzeittherapie von Patienten mit PAH im Einzelfall überschritten werden
muss. Die Extensionsstudie SUPER-2 zeigte, dass die Mehrheit der Patienten (60 %)
eine anhaltende Verbesserung bzw. Stabilisierung in der Therapie-Gruppe mit 3 × 80 mg/d
erfuhren [31]. In der PACES-Studie konnte in der Kombinationsanwendung von intravenös appliziertem
Prostacyclin und oral appliziertem Sildenafil ein Überlebensvorteil für eine Dosierung
von 3 × 80 mg/d Sildenafil gezeigt werden [32]. Eine Steigerung der Dosis über 3 × 20 mg/d hinaus sollte jedoch nur nach Rücksprache
mit oder in einem Expertenzentrum erfolgen. Bei Kindern ist eine Dosierung von mehr
als 3 × 20 mg/d nicht zulässig.
Tadalafil unterscheidet sich hinsichtlich der Struktur von Sildenafil und weist eine
abweichende Pharmakokinetik und Halbwertszeit auf. In der PHIRST-1-Studie wurden Patienten
mit WHO-FC II und III mit Tadalafil über 16 Wochen behandelt [33]. Dosisabhängig (2,5 bis 40 mg/d) kam es zu einer Verlängerung der 6MWD. Jedoch erreichte
lediglich die Dosierung von 40 mg/d statistische Signifikanz. Im Gegensatz zu Sildenafil
gibt es in der verfügbaren Literatur keine Daten, die eine höhere Dosierung als 40 mg
Tadalafil pro Tag unterstützen.
Riociguat hat zwei Wirkungsmechanismen. Es bewirkt in seiner aktiven Konfiguration
bei niedrigem NO-Level eine Stabilisierung der sGC. Zudem ist es in der Lage, auch
bei fehlendem NO, die Bildung der sGC zu stimulieren [34]. In der PATENT-1-Studie wurden 443 Patienten mit PAH überwiegend in den funktionellen
Klassen II (31 %) und III (64 %) mit Riociguat über einen Zeitraum von 12 Wochen behandelt
[35]. Riociguat wurde entweder bis zu einer Dosis von 3 × 1,5 mg/d (63 Patienten) oder
bis zu 3 × 2,5 mg/d (254 Patienten) titriert, wobei die erste Gruppe nicht in die
Berechnung der Wirksamkeit einbezogen wurde. Die Anpassung der Titration erfolgte
nach dem systemischen systolischen Blutdruck und nach klinischen Zeichen oder Symptomen
von Hypotension. Der primäre Endpunkt, eine Verbesserung der 6MWD, wurde signifikant
sowohl in der Monotherapiegruppe als auch in der Gruppe der bereits vortherapierten
Patienten erreicht. Es kam zu einer Verbesserung der 6WMD um 36 m im Vergleich zur
Placebo-Gruppe. Auch die sekundären Endpunkte (Herzzeitvolumen, pulmonal vaskulärer
Widerstand (PVR) und NT-proBNP-Spiegel) konnten signifikant verbessert werden. Die
häufigste Nebenwirkung waren Synkopen (bis 4 % in der Verum-Gruppe). Ein vergleichbares
Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil sowie anhaltende Wirksamkeit (6WMD und WHO-FC)
bis zu einem Jahr wurde in der Extensionsstudie PATENT-2 beobachtet [36].
Die Kombination aus Riociguat und Sildenafil führte in der PATENT-PLUS-Studie zu höheren
Raten an Studienabbrüchen aufgrund von systemischer Hypotension. Eine zeitgleiche
Therapie mit Phosphodiesterase-5-Inhibitoren und Guanylatcyclase-Stimulatoren wird
daher nicht empfohlen.
Prostanoide
Endogenes Prostaglandin (PGI2) wird überwiegend in Endothelzellen aus Arachidonsäure synthetisiert. PGI2 vermittelt über die Bindung an den gleichnamigen Rezeptor (IP-Rezeptor) durch die
Steigerung des sekundären Botenstoffes zyklisches Adenosinmonophosphat (cAMP) eine
Vasodilatation. Zudem wirkt PGI2 in der Gefäßwand antithrombotisch, antiinflammatorisch und antiproliferativ [37]. Die Entwicklung stabiler Derivate führte zum klinischen Einsatz von Prostanoiden/Prostaglandin-Analoga
(Iloprost, Treprostinil, Epoprostenol), die für die Behandlung der PAH ab einer funktionellen
Klasse III zugelassen sind.
Iloprost kann intravenös oder inhalativ verabreicht werden. In Deutschland ist Iloprost
für die Behandlung der IPAH in einer funktionellen Klasse III in der inhalativen Anwendung
zugelassen. Die Zulassungsstudie aus dem Jahr 2002, in die 203 Patienten mit PAH eingeschlossen
waren, zeigte nach einer Studiendauer von 12 Wochen eine signifikante Verbesserung
der körperlichen Belastbarkeit (6MWD und WHO-FC). Die Administration von inhalativem
Iloprost erfolgte über spezielle Vernebler in einer Dosierung von 2,5 oder 5 µg 6 – 9 ×/d
[38].
Epoprostenol war das erste von der FDA (US Food and Drug Administration) zugelassene
gezielte PAH-Medikament. In Deutschland ist Epoprostenol für die intravenöse Anwendung
zugelassen. Seine Wirksamkeit wurde durch mehrere randomisierte, doppeltblinde und
teils placebokontrollierte Studien nachgewiesen [39]
[40]
[41]. In einer wichtigen Studie von Barst et al. aus dem Jahre 1996 konnte bei 81 Patienten
mit schwerer PAH (WHO-FC III oder IV) erst- und bisher einmalig ein signifikanter
Überlebensvorteil im Vergleich zur Placebo-Gruppe aufgezeigt werden [41].
Komplikationen bei Anwendung und Nebenwirkungen ergeben sich aus der pharmakologischen
Instabilität (kurze Halbwertszeit von nur 3 – 5 min, Instabilität bei Raumtemperatur
und Lichtempfindlichkeit) und der Darreichungsform über einen permanenten intravenösen
Zugang (Hickman-Katheter oder Port-System). Aufgrund der sich hieraus ergebenden praktischen
Anwendungslimitationen wird Epoprostenol i. v. in Deutschland sehr selten verabreicht.
Besondere Vorsicht ist zudem geboten bei Unterbrechung der Langzeitanwendung, da es
vor dem Hintergrund der nur sehr kurzen Halbwertszeit zu vital bedrohlichen „rebound“-Phänomenen
kommen kann. Neuere Entwicklungen werden zukünftig möglicherweise eine stabilere Form
des Epoprostenols bringen [42].
Treprostinil ist ein chemisch stabileres Epoprostenol-Analogon mit einer längeren
Halbwertszeit. Die Anwendung kann oral, inhalativ, subkutan oder intravenös erfolgen.
In Deutschland ist es bisher nur als parenterale (s. c. und i. v.) Darreichungsform
für die Behandlung der PAH ab einer funktionellen Klasse III zugelassen. Die Wirksamkeit
der subkutanen Anwendung wurde in einer großen RCT aus dem Jahr 2002 über 12 Wochen
mit 470 Patienten überwiegend in der funktionellen Klasse III untersucht [43]. Abhängig von der Dosis und dem Schweregrad der PAH führte Treprostinil s. c. zu
einer Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit, gemessen an der 6MWD. Unabhängig
von der Dosis sind Schmerzen und Infektionen im Bereich der Einstichstelle die häufigsten
Nebenwirkungen der subkutan applizierten Therapie. Für Patienten, welche die subkutane
Anwendung nicht tolerieren, ist intravenöses Treprostinil in Deutschland zugelassen.
In der TRUST-1-Studie konnte an 44 Patienten in der funktionellen Klasse III eine
Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit anhand der 6MWD und WHO-FC nachgewiesen
werden [44]. Inhalatives Treprostinil wurde in der TRIUMPH-Studie bei 235 Patienten mit PAH
zusätzlich zu Bosentan oder Sildenafil eingesetzt [45]. Es zeigte sich eine geringe Verbesserung der Belastbarkeit mit einer Zunahme der
6MWD um 20 m nach 12 Wochen in der Therapiegruppe. Im Gegensatz zu den USA ist inhalatives
Treprostinil in Europa nicht zugelassen. Die Wirksamkeit von oralem Treprostinil zusätzlich
zu Bosentan und/oder Sildenafil wurde in 2 RCT untersucht. In beiden FREEDOM-Studien
konnte eine signifikante Verbesserung der 6MWD als primärer Endpunkt nicht erreicht
werden [46]
[47]. Auch orales Treprostinil ist in Europa nicht für die Therapie der PAH zugelassen.
Eine dritte RCT, die FREEDOM-M-Studie, zeigte allerdings einen positiven Effekt auf
die 6WMD bei bisher nicht vortherapierten Patienten mit PAH, sodass die Substanz durch
die FDA zugelassen worden ist [48].
Prostaglandin I (IP)-Rezeptor-Agonisten
Selexipag ist ein nicht-prostanoider, selektiver Prostaglandin I2 (IP)-Rezeptor-Agonist. In einer ersten Phase-II-Studie an 43 Patienten mit PAH, die
bereits mit Bosentan oder Sildenafil behandelt wurden, konnte nach 17 Wochen eine
signifikante Senkung des PVR um mehr als 30 % bei guter Verträglichkeit gezeigt werden
[49]. Die folgende Phase-3-Studie (GRIPHON) ist eine Ereignis-getriebene, randomisierte,
Placebo-kontrollierte Studie an 1156 Patienten mit PAH und somit die größte bisher
durchgeführte Studie zu dieser Indikation. Entsprechend einer Bekanntgabe durch den
pharmazeutischen Hersteller bewirkte Selexipag eine Senkung der Ereignis-getriebenen
Morbidität/Mortalität im Vergleich zum Placebo um 39 % [50]. Im Dezember 2014 wurde der Zulassungsantrag bei der FDA und der EMA eingereicht.
Kombinationstherapie
Eine Kombinationstherapie mit dem Einsatz mehrerer gezielter PAH-Medikamente kann
sequenziell oder initial („up-front“) erfolgen. Dabei sollten Substanzen kombiniert
werden, die in verschiedene Stoffwechselwege eingreifen. Das Hinzunehmen eines weiteren
gezielten PAH-Medikamentes zu einer vorbestehenden Therapie sollte sich in strukturierter
Form an den definierten Therapiezielen orientieren. Dies bedeutet auch, dass bei Patienten,
die unter bestehender Therapie zwar stabil sind, jedoch nicht die vorgegebenen Therapieziele
erreichen, eine Erweiterung der Therapie erwogen werden sollte, da Patienten, welche
die definierten Therapieziele erreichen, eine bessere Prognose haben als jene, bei
denen dies nicht gelingt [17]. Die sequentielle Kombinationstherapie ist mit Empfehlungsgrad I und Evidenzgrad
A bewertet [3].
Das Hinzunehmen eines weiteren gezielten PAH-Medikamentes zu einer vorbestehenden
Therapie sollte sich in strukturierter Form an den definierten Therapiezielen orientieren.
Eine im Jahr 2011 veröffentlichte Metaanalyse zeigte eine Reduktion des Risikos für
eine klinische Verschlechterung durch eine Kombinationstherapie im Vergleich zu einer
Monotherapie um 52 % und eine Verlängerung der 6MWD um durchschnittlich 22 m. Die
Inzidenz schwerer unerwünschter Ereignisse und die Gesamtmortalität waren in beiden
Gruppen nicht signifikant verschieden [51]. Letzteres lässt sich darauf zurückführen, dass insgesamt die Mortalität in PAH-Studien
gering ist. Auch die kürzlich veröffentlichten SERAPHIN- und PATENT-Studien zeigten
einen positiven Nutzen einer Kombinationstherapie [28]
[35]. Eine initiale Kombinationstherapie bei Patienten mit PAH kommt bisher meist nur
bei schweren Krankheitsverläufen mit starker funktioneller (WHO-FC III/IV) und hämodynamischer
Einschränkung zum Einsatz. In Ausnahmefällen kann sogar eine Therapie mit drei Substanzklassen
(Prostanoide, Phosphodiesterase-5-Inhibitoren/Stimulatoren der sGC und Endothelin-Rezeptor-Antagonisten)
notwendig sein. Eine retrospektive Beobachtungsstudie an 18 Patienten mit PAH in funktioneller
Klasse III/IV zeigte erste Hinweise auf eine gute Verträglichkeit und Wirksamkeit
einer initialen Tripeltherapie; Todesfälle traten innerhalb von 3 Jahren nicht auf
[52].
Um die Wirksamkeit einer initialen Kombinationstherapie zu prüfen, wurde die doppeltblinde,
randomisierte, placebokontrollierte AMBITION-Studie durchgeführt. Die Ergebnisse sind
während des ERS-Kongresses 2014 vorgestellt worden. Einer Pressemitteilung des Herstellers
zufolge führte die Kombination von Ambrisentan 10 mg/d und Tadalafil 40 mg/d im Vergleich
zu einer Monotherapie mit entweder Ambrisentan oder Tadalafil zu einer 50 %igen Reduktion
des Risikos einer klinischen Verschlechterung [53].
Therapiealgorithmus
Der in [Abb. 1] dargestellte Therapiealgorithmus stellt die aktuelle Evidenz-basierte Empfehlung
zur Behandlung der PAH dar [3]
[5]. Die verschiedenen Therapien wurden in RCTs evaluiert, in denen überwiegend Patienten
mit IPAH, HPAH, PAH durch Appetitzügler, APAH bei Kollagenosen oder PAH bei angeborenen
Herzfehlern eingeschlossen waren. Nicht angewendet werden kann der Algorithmus auf
Patienten mit anderen Formen der PH wie z. B. bei Lungenerkrankungen oder Linksherzerkrankungen.
Ein „head-to-head”-Vergleich der einzelnen zugelassenen Substanzen steht bislang nicht
zur Verfügung, und somit kann keine Evidenz-basierte Empfehlung zur Substanzwahl bei
der Erstlinientherapie in der funktionellen Klasse II oder III vorgeschlagen werden.
Die Auswahl der Substanz hängt von vielen Faktoren wie Verfügbarkeit, Nebenwirkungsprofil,
Darreichungsform, Präferenz des Patienten, Erfahrung des Behandelnden und Arzneimittelkosten
ab. Die formale Therapie der Wahl (Klasse I Empfehlung) bei Patienten in der funktionellen
Klasse IV besteht aufgrund des nachgewiesenen Überlebensvorteils in der i. v.-Therapie
mit Epoprostenol. Auch alle anderen gezielten PAH-Medikamente können bei Patienten
in der WHO-FC IV angewendet werden, haben jedoch einen geringeren Evidenzgrad. In
dieser Patientengruppe erscheint eine initiale Kombinationstherapie sinnvoll und erforderlich.
Abkürzungsverzeichnis
6MWD:
6-Minuten-Gehstrecke
APAH:
Assoziierte pulmonal arterielle Hypertonie
BAS:
Ballonatrioseptostomie
BNP:
Brain natriuretic peptide
cAMP:
Zyklisches Adenosinmonophosphat
CCB:
Kalziumkanalblocker
cGMP:
Zyklisches Guanosinmonophosphat
CI:
Herzindex
COPD:
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung
CTEPH:
Chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie
eNOS:
Endotheliale Stickstoffmonoxid-Synthase
ERA:
Endothelin Rezeptor Antagonist
ERS:
European Respiratory Society
ESC:
European Society of Cardiology
ET-1:
Endothelin
HPAH:
Hereditäre pulmonal arterielle Hypertonie
INR:
International normalized ratio
IPAH:
Idiopathische pulmonal arterielle Hypertonie
mPAP:
Mittlerer pulmonal arterieller Druck
NO:
Stickstoffmonoxid
NT-proBNP:
N-terminal prohormone of brain natriuretic peptide
PAH:
Pulmonal arterielle Hypertonie
PDE-5-I:
Phosphodiesterase-5-Inhibitor
PGI2
:
Prostaglandin I2
PH:
Pulmonale Hypertonie
PVR:
Pulmonal vaskulärer Widerstand
RCT:
Randomized controlled trial
sGCS:
Stimulator der löslichen Guanylatzyklase
TTCW:
Time to clinical worsening
WHO-FC:
World Health Organization Funktionsklasse