Das akute Lungenversagen (acute respiratory distress syndrome, ARDS) ist ursächlich
für ein postoperatives hypoxisches Atempumpenversagen und führt zu einer deutlich
verlängerten Intensivstations- und Krankenhausverweildauer. Sekundär steigen hierdurch
die Therapie- und Personalkosten im Gesundheitssystem. Auch die Morbidität und Mortalität
sind im Vergleich zu Patienten ohne ein ARDS erhöht. Die optimierte lungenprotektive
Respiratortherapie sowie ein dezidiertes Flüssigkeitsmanagement zur Vermeidung des
ARDS sind von zentralem Interesse. Um mögliche Risikofaktoren für ein ARDS näher zu
untersuchen und zu identifizieren, initiierte die U.S. Critical Illness and Injury
Trials Group eine Multizenterstudie an 22 Kliniken (20 Kliniken in den USA, 2 in der
Türkei). In Subgruppenanalysen entwickelten und evaluierten die Untersucher ein Scoring-System
für die ARDS-Inzidenz bei medizinischen und chirurgischen Patienten (Lung Injury Prediction
Score, LIPS). Die Evaluation von Scoring-Systemen für das postoperative ARDS (Surgical
Lung Injury Score, SLIP) war bis dato nur in monozentrischen Studien erfolgt.