Durch neue biomechanische Erkenntnisse, neue Materialien und Implantate sowie Fortschritte
in der Plastischen Chirurgie besonders auf dem Gebiet der Mikrochirurgie haben sich
die Rekonstruktionsmöglichkeiten bei Handverletzungen in den letzten 20 Jahren stark
erweitert. Auch die präventiven Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen haben besonders
bei den Arbeitsunfällen erfolgreiche Senkungen der Zahlen von schweren Handverletzungen
bewirken können. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass es nach wie vor noch viele
ungelöste Probleme besonders in der Gelenkchirurgie an der Hand gibt.
Durch die Erweiterung von Möglichkeiten ist es aber nach wie vor zu keiner Senkung
von Eingriffen an der Hand gekommen. Trotz aller Verschiebungen vom stationären in
den ambulanten Bereich und der mangelhaften adäquaten Leistungsabbildung im DRG-System
ist es bisher in den speziellen Zentren bei anspruchsvollen hochkomplexen personalintensiven
Eingriffen geblieben.
Nach wie vor stellt die Wiederherstellung der Hand als Organ des Greifvorgangs im
Arbeitsleben und täglichem Gebrauch zur eigenen Versorgung, als Sinnesorgan in der
Wahrnehmung der Umgebung und als Organ der sozialen Kontaktaufnahme und der Gebärdensprache
eine sich immer wiederholende Herausforderung dar. Die Bemühungen der Wiederherstellung
sind daher vielfältig, personal- und kostenintensiv schon alleine in Anbetracht der
Tatsache, dass in den Zentren rund um die Uhr ein speziell ausgebildetes Versorgungsteam
zur Verfügung stehen muss mit spezieller instrumenteller und mikrochirurgischer Ausrüstung
sowie speziell angepassten Implantaten und operativen Fähigkeiten einschließlich der
Mikrochirurgie und der Plastischen Chirurgie.
Die breit gefächerte Thematik des Gebiets der Handchirurgie hat ihren Niederschlag
in diesem OP-Journal gefunden und stellt aber trotzdem nur ein kleines Fenster der
vielfältigen Möglichkeiten im Bereich dieses Faches dar. Den Autoren dieser hervorragend
gelungenen Artikel sei an dieser Stelle noch einmal herzlich für ihren Einsatz und
ihre schönen Beiträge gedankt.
Hans-Eberhard Schaller, Tübingen
Ulrich Stöckle, Tübingen
Michael J. Raschke, Münster
Florian Gebhard, Ulm