Pneumologie 2015; 69(07): 386
DOI: 10.1055/s-0035-1558680
Pneumo-Fokus
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Exazerbierte COPD (II) – Schneller aus der Klinik bei nicht-invasiver Beatmung

Contributor(s):
Markus Escher

JAMA Intern Med 2014;
174: 1982-1993
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Publication History

Publication Date:
14 July 2015 (online)

 

    Bei COPD-Exazerbationen kann eine nicht-invasive Beatmung die Sterblichkeit um bis zu 55 % reduzieren, vermutlich weil so seltener Pneumonien auftreten. Allerdings ist noch wenig über die Effektivität der nicht-invasiven Beatmung in der täglichen klinischen Praxis bekannt. Eine retrospektive Kohortenstudie hat nun die Krankheitsverläufe nach Beatmung verglichen.
    JAMA Intern Med 2014; 174: 1982–1993

    Für die Untersuchung wurden die Daten von insgesamt 25 628 Patienten mit COPD aus 420 US-amerikanischen Kliniken ausgewertet. Die Patienten wurden entweder nicht-invasiv (NIV) oder invasiv durch eine endotracheale Intubation beatmet. Die Endpunkte waren:

    • Sterblichkeit während des Klinikaufenthaltes

    • Auftreten einer nosokomialen Pneumonie

    • Dauer des stationären Aufenthaltes

    • Kosten

    • Rate an stationären Wiederaufnahmen innerhalb von 30 Tagen

    17 978 Patienten (70 %) wurden innerhalb der ersten beiden Tage nach Klinikaufnahme nicht-invasiv beatmet. Diese Patientengruppe war älter, hatte weniger Komorbiditäten und hatte seltener eine Begleitpneumonie bei Klinikaufnahme als die invasiv beatmeten Patienten. Die NIV war mit einer niedrigeren Sterblichkeit assoziiert als die invasive Beatmung (Odds Ratio [OR] 0,54; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,48–0,61). Auch traten nosokomiale Pneumonien bei NIV seltener auf (OR 0,53; 95 %-KI 0,44–0,64). Die nicht-invasive Beatmung war kostengünstiger und mit kürzeren stationären Aufenthalten assoziiert (OR 0,81; 95 %-KI 0,79–0,82). Stationäre Wiederaufnahmen innerhalb von 30 Tagen waren in beiden Gruppen gleich häufig: Das galt sowohl für Wiederaufnahmen jeglicher Ursache (OR 1,04; 95 %-KI 0,94–1,15) als auch spezifisch für Wiederaufnahmen aufgrund der COPD.

    Fazit

    COPD-Patienten, die nicht-invasiv beatmet wurden, hatten eine bessere Prognose als invasiv beatmete. Weitere Studien seien notwendig, um den Einfluss von Komorbiditäten auf die Langzeitprognose zu untersuchen, so die Autoren.


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