Der Klinikarzt 2015; 44(09): 422
DOI: 10.1055/s-0035-1563466
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Spontane tiefe Venenthrombosen – Gutes Risiko-Nutzen-Verhältnis von Apixaban in der Rezidivprophylaxe

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28 October 2015 (online)

 
 

In der prolongierten Sekundärprophylaxe von spontanen tiefen Venenthrombosen (TVT) kommt dem direkten, oralen Faktor-Xa-Inhibitor Apixaban (Eliquis®) derzeit eine Sonderstellung zu. Denn er kann – anders als andere Substanzen dieser Wirkstoffgruppe – im Rahmen der prolongierten Prävention in halbierter Akuttherapie-Dosis eingesetzt werden.

Nach einer 6- bis 12-monatigen Therapie einer spontanen venösen Thromboembolie sind prinzipiell mehrere Therapieoptionen denkbar, wie Prof. Dr. Edelgard Lindhoff-Last, Cardioangiologisches Centrum Bethanien, Frankfurt am Main, anlässlich eines Symposiums beim GTH- Kongress berichtete. Die Antikoagulation könne ohne weitere Maßnahme oder D- Dimer-kontrolliert beendet werden. Sie könne entweder mit einem Vitamin-K- Antagonisten mit Ziel INR 2–3 oder mit Rivaroxaban oder Dabigatran in therapeutischer Dosis fortgesetzt werden. Alternativ könne sie mit Apixaban in prophylaktischer Dosis fortgeführt werden. Basis für diese Therapieoption sind die Ergebnisse der AMPLIFY-EXT-Studie (Apixaban for the Initial Management of PuLmonary EmbolIsm and Deep-Vein Thrombosis as First-Line TherapY Extension), in der Apixaban in den Dosierungen zweimal 5 mg/d bzw. zweimal 2,5 mg/d gegenüber Placebo untersucht worden war. Schließlich könne das Antikoagulanz durch ASS 100 ersetzt werden, allerdings mit geringerer Wirksamkeit.

Prophylaktische Dosis möglich

In AMPLIFY-EXT hatte sich Apixaban in beiden Dosierungen in der Langzeitprophylaxe nach 6- bis 12-monatiger Initialtherapie gegenüber Placebo hoch signifikant überlegen gezeigt. Rezidivierende, symptomatische VTE oder Tod jeglicher Ursache (primärer Wirksamkeitsendpunkt) traten unter dem Faktor-Xa-Inhibitor in 1,7 % der Fälle, unter Placebo in 8,8 % der Fälle auf. Die relative Risikoreduktion betrug somit 80 %. Unter beiden Dosierungen fand sich kein signifikanter Anstieg des Risikos für schwere/klinisch relevante Blutungen.

Insbesondere die zweimal 2,5 mg/d-Dosis eröffnet somit die Möglichkeit, Risikopatienten eine verlängerte Rezidivprophylaxe zukommen zu lassen, ohne dass das Blutungsrisiko gegenüber Placebo relevant erhöht ist. Die Unterscheidung in eine therapeutische und eine prophylaktische Dosis ist unter Faktor Xa-Inhibitoren einmalig.


Dr. Wiebke Kathmann, München

Quelle: Symposium „Progress in prophylaxis and treatment of thrombotic events“ anlässlich des GTH-Kongresses, am 26. Februar 2015 in Düsseldorf. Veranstalter: BMS/Pfizer.