Pneumologie 2015; 69(10): 571
DOI: 10.1055/s-0035-1564759
Pneumo-Fokus
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Beatmungsmedizin – Riskant für schwache Herzen: Atemmaske

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Publication Date:
07 October 2015 (online)

 

Etwa die Hälfte der Menschen mit akuter Herzschwäche leidet auch unter Atemstillstand meist während der Nacht (Dominant-zentrale Schlafapnoe; ZSA). Da die Aussetzer beim Luftholen im Schlaf lebensbedrohlich sein können, tragen die Patienten nachts eine Maske, die ihre Atmung unterstützt. Ob sich diese Adaptive Servoventilation (ASV) für die ohnehin besonders belasteten Herzpatienten eignet, hat nun ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Prof. Helmut Teschler, Essen, und Prof. Martin Cowie, London/England, analysiert. Erste Ergebnisse wurden im September im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

In der bisher weltweit größten Studie wurden insgesamt 1325 Herzschwäche-Patienten mit ZSA an mehr als 80 Standorten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Tschechien und Australien untersucht. Das interdisziplinäre Forscherteam aus Schlafmedizinern, Pneumologen und Kardiologen ging der Frage nach, ob das Leben der betroffenen Patienten mit der gängigen Standardtherapie ASV verlängert werden kann. Bei der ASV-Beatmung tragen die Betroffene eine Maske über Mund und Nase. Das daran angeschlossene Gerät berechnet bei jedem Atemzug den erforderlichen Atemdruck und passt diesen bei Bedarf individuell an.

Die Wissenschaftler verglichen nun Herz-Patienten mit und ohne diese Beatmungshilfe. Anders als erwartet stellte sich dabei heraus, dass sich die Sterblichkeit bei Herzschwäche-Patienten, wenn sie per ASV beatmet wurden, sogar erhöhte. Ein wichtiger Hinweis für Betroffene. Teschler: „Auch wenn wir gerade zu dem Schluss gekommen sind, dass die betroffenen Patienten derzeit besser nicht per ASV beatmet werden sollten, so ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Weitere Aufschlüsse zu dieser Frage erwarten wir uns bei der detaillierten Auswertung des in dieser Form einzigartigen Datenschatzes unserer Studie.“

Nach einer Mitteilung der Universität Duisburg-Essen