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DOI: 10.1055/s-0035-1564957
Tätowierungen – Entfernung mit Risiko
Publication History
Publication Date:
07 October 2015 (online)
Mit der zunehmenden Verbreitung von Tätowierungen steigt auch der Trend, diese wieder zu entfernen. In der klinischen Dermatologie werden u. a. Rubinlaser für die Entfernung blauer Tätowierungen verwendet. Eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hat den Abbau des Blaupigments Kupfer-Phthalocyanin simuliert.
„Wir konnten zum ersten Mal zeigen, dass bei der Laserbehandlung eines Tätowierungspigments in wässriger Suspension Stoffe in Konzentrationen entstehen, die hoch genug wären, in der Haut Zellschäden zu verursachen“, sagt Prof. A. Hensel, BfR. Die Risiken können je nach Größe der Tätowierung, Pigmentkonzentration, Körperstelle, Bestrahlungsdosis sowie der verwendeten Wellenlänge des Lasers unterschiedlich sein. Die Ergebnisse der Studie wurden im August veröffentlicht (Scientific Reports 2015; DOI: 10.1038/srep12915).
Unter all den Verbindungen, die durch Rubinlaserbestrahlung von Kupfer-Phthalocyanin entstehen, ist Blausäure (HCN) aufgrund seiner starken Zytotoxizität von besonderer Bedeutung. Überträgt man die vom BfR nachgewiesenen Mengen an HCN auf die Situation im menschlichen Körper, so könnten in bestimmten Gewebsschichten durch Laserbehandlung HCN-Konzentrationen von bis zu 30 μg/ml entstehen. Es ist anzunehmen, dass Pigmentkonzentrationen dieser Größenordnung ein mögliches gesundheitliches Risiko darstellen, insbesondere dann, wenn extrem große Tätowierungen bestrahlt werden (z.B. Oberarm > 500 cm2).
Nach einer Mitteilung des BfR, Berlin
