CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S178
DOI: 10.1055/s-0038-1640328
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Wiederholungstauchgänge im Süßwasser: Einfluss auf das Trommelfell und die Tubenfunktion

M Grosheva
1  Univ. HNO-Klinik, Köln
,
MF Meyer
1  Univ. HNO-Klinik, Köln
,
S Jansen
1  Univ. HNO-Klinik, Köln
,
M Boor
1  Univ. HNO-Klinik, Köln
,
ED Pracht
2  DZNE, Bonn
,
R Volland
3  Universität, Institut für medizinische Statistik und Bioinformatik, Köln
,
HD Klünter
1  Univ. HNO-Klinik, Köln
,
D Beutner
4  Univ. HNO-Klinik, Göttingen
,
KB Hüttenbrink
1  Univ. HNO-Klinik, Köln
› Author Affiliations
Further Information
Priv.-Doz. Dr. med. Maria Grosheva
Univ. HNO-Klinik,
Kerpenerstr. 62, 50937,
Köln

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 
 

    Einleitung:

    Ziel dieser prospektiven Beobachtungsstudie war es, die klinischen und tympanometrischen Veränderungen im Mittelohr und beim Druckausgleich bei gesunden Probanden während einer Serie von Wiederholungstauchgängen im Süßwasser zu untersuchen.

    Methoden:

    In diese Kohortenstudie wurden 23 Taucher eingeschlossen. Während der drei Tauchtage im Sundhäuser und Forellensee (Thüringen, Nordhausen) wurden bei jedem Probanden ein otoskopischer Befund und ein Tubenfunktionstest (TFT) vor dem ersten Tauchgang (TG) und nach jedem TG durchgeführt. Während des TFT wurde ein Ruhe-Tympanogramm (R-tymp), Tympanogramm nach Valsalva- (V-tymp) und nach einem Schluckmanöver (S-tymp) aufgezeichnet. Die Druckdifferenz R-V-tymp bzw. V-S-tymp kennzeichnete einen erfolgreichen Druckausgleich nach Valsalva bzw. nach Schlucken. Die Veränderungen der Compliance und des Mittelohrdrucks (peak pressure) wurden mit otoskopischen Befunden korreliert.

    Ergebnisse:

    23 Probanden führten 144 TG durch. Vom ersten bis zum 3. Tauchtag verlagerte sich der R-tymp peak pressure signifikant ins Negative (p = 0,001). Die Taucherfahrung beeinflusste signifikant den R-tymp peak pressure (p = 0,010). Äquivalent zu R-tymp veränderte sich die Druckdifferenz beim Druckausgleich (R-V-tymp und V-S-tymp) nur während des ersten Tauchtages (alle p > 0,05). Taucher ohne Mittelohrbarotrauma wiesen signifikant niedrigere Werte des R-tymp peak pressure als mit Barotrauma (p = 0,019).

    Schlussfolgerung:

    Wiederholungstauchgänge im Süßwasser führten zur Verschiebung des Mittelohrdrucks in den negativen Bereich. Probanden mit geringerer Taucherfahrung wiesen höhere Druckwerte im Mittelohr und höhere Druckdifferenzen bei Druckausgleichmanövern auf. Des Weiteren waren höhere Druckwerte mit höherer Prävalenz von Barotrauma assoziiert.


    #

    Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

    Priv.-Doz. Dr. med. Maria Grosheva
    Univ. HNO-Klinik,
    Kerpenerstr. 62, 50937,
    Köln