CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S179
DOI: 10.1055/s-0038-1640332
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Nutzung des Datalogging bei CI-Patienten zur Erfassung der Akzeptanz der Frühen Anpassung des Sprachprozessors

S Günther
1  Univ. HNO-Klinik, Frankfurt/M.
,
U Baumann
1  Univ. HNO-Klinik, Frankfurt/M.
,
T Stöver
1  Univ. HNO-Klinik, Frankfurt/M.
› Author Affiliations
Further Information
Stefanie Günther
Univ. HNO-Klinik,
Theodor-Stern-Kai 7, 60590,
Frankfurt/M.

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 
 

    An der HNO-Universitätsklinik Frankfurt können CI-Patienten bereits 2 – 3 Tage nach der Operation erstangepasst werden. Dabei muss die postoperative Schwellung über dem Implantat so weit abgeklungen sein, dass eine ausreichende Kopplung zwischen Prozessorspule und Implantat sichergestellt werden kann. Sonst werden die Patienten nach einer Standardeinheilungsphase nach 4 – 5 Wochen erstangepasst. Es ist anzunehmen, dass der Tragekomfort des Prozessors auf der frischen Wunde durch den Verband und möglichen postoperativen Wundschmerz eingeschränkt ist, und der Prozessor weniger akzeptiert wird als nach der Standardeinheilungsphase. Um die Akzeptanz des Prozessors bei der Frühen Anpassung zu untersuchen, wird mittels objektiver Datenerhebung via Datalogging die tägliche Prozessornutzungsdauer erhoben. Die Nutzungsdauer von früh angepassten CI-Patienten (n = 20) wird mit einer Kontrollgruppe (n = 20) verglichen, die nach einer Standardeinheilungsphase von 4 – 5 Wochen angepasst wurde. Die Nutzungsdaten werden nach Abschluss aller Erstanpassungstermine (3 Termine innerhalb von 2 Wochen) und bei der 3-Monatskontrolle erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass die tägliche Nutzungsdauer des Prozessors bei früh angepassten Patienten bei der Erstanpassung mit 9h/d signifikant geringer ist, als bei der Kontrollgruppe (12h/d). Nach 3 Monaten zeigt sich hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen den früh angepassten Patienten (13h/d) und der Kontrollgruppe (12,5h/d). Bei der Frühen Anpassung scheint das Tragen des Prozessors unangenehmer zu sein als bei einer Erstaktivierung nach 4 – 5 Wochen. Dennoch zeigen die Daten, dass die Frühe Anpassung seitens der Patienten akzeptiert wird und der Prozessor mit einer Tragedauer von 9h/d über einen ausreichend großen Tageszeitraum genutzt werden kann.


    #

    Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

    Stefanie Günther
    Univ. HNO-Klinik,
    Theodor-Stern-Kai 7, 60590,
    Frankfurt/M.