CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S218
DOI: 10.1055/s-0038-1640468
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Titan-TORPs 15 Jahre nach der Implantation – was passiert im Bereich der Stapesfußplatte?

JC Lüers
1  Uniklinik Köln, HNO-Klinik, Köln
,
D Schwarz
1  Uniklinik Köln, HNO-Klinik, Köln
,
K Stürmer
1  Uniklinik Köln, HNO-Klinik, Köln
,
KB Hüttenbrink
1  Uniklinik Köln, HNO-Klinik, Köln
› Institutsangaben
Weitere Informationen
Priv.-Doz. Dr. med. Jan-Christoffer Lüers
Uniklinik Köln, HNO-Klinik,
Kerpener Str. 62, – Gebäude 23 – 50937,
Köln

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
18. April 2018 (online)

 
 

    Einleitung:

    Titan-TORPs sind in den 1990er Jahren in die klinische Praxis eingeführt worden und dominieren mittlerweile gegenüber anderen Materialien den Markt der passiven Mittelohrprothesen. Neben den guten akustischen Eigenschaften der filigranen Prothesen hat sich das Titan vor allem aufgrund seines bioinerten Charakters als Material im Mittelohr durchgesetzt. Nach über 15 Jahren Verweildauer im Mittelohr, stellt sich die Frage nach etwaigen Langzeit-Komplikationen im Bereich der Stapes-Fußplatte (bspw. Osseointegration).

    Methoden:

    Retrospektiv wurden operative Fälle aus dem Zeitraum 2015 – 2017 untersucht, bei denen die Implantation einer TITAN-TORP mindestens 15 Jahre zurücklag. Operative und audiometrische Ergebnisse wurden ausgewertet.

    Ergebnisse:

    Es konnten 6 Fälle ermittelt werden. Es fand sich ein Fall einer Fußplattenperforation mit teilweise ausgestanztem Charakter, wobei die TORP jedoch keine Knochenanhaftungen aufwies. Eine weitere Fußplatte wies unter dem TORP-Fuß eine feine Frakturlinie auf. Bei regelrechter Ankopplung zur Stapesfußplatte wiesen die Prothesen auch nach über 15 Jahren noch eine gute bis akzeptable Schallweiterleitung auf.

    Schlussfolgerungen:

    Titan-TORP-Prothesen scheinen auch nach über 15 Jahren Einsatz im Mittelohr form- und funktionsstabil zu sein. Bei der Revisionsoperation empfiehlt sich ein vorsichtiges Abheben des Prothesenfußes, da narbige Fixierungen bestehen können. Hinweise auf eine Osseointegration des Prothesenfußes im Bereich der Stapesfußplatte bestehen aktuell nicht. Im Falle einer ausgedünnten oder frakturierten Fußplatte sollte der Einsatz eines Omega-Connectors diskutiert werden, ggf. in Verbindung mit der Knorpel-Sandwich-Technik.


    #

    Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

    Priv.-Doz. Dr. med. Jan-Christoffer Lüers
    Uniklinik Köln, HNO-Klinik,
    Kerpener Str. 62, – Gebäude 23 – 50937,
    Köln