CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S240-S241
DOI: 10.1055/s-0038-1640546
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Neurotrophe Faktoren können in vitro Cisplatin-induzierte ototoxische Schäden vermindern

U Reich
1  Klinik für HNO-Heilkunde der Charite Berlin, Berlin
,
A Warnecke
2  Klinik für HNO-Heilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover
,
A Szczepek
1  Klinik für HNO-Heilkunde der Charite Berlin, Berlin
,
H Olze
1  Klinik für HNO-Heilkunde der Charite Berlin, Berlin
› Author Affiliations
Gefördert durch die DFG (WA2806/5 – 1)
Further Information
Dr. rer nat Uta Reich
Klinik für HNO-Heilkunde der Charite Berlin,
Charitéplatz 1, 10117,
Berlin

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 
 

    Cisplatin wird in der Therapie von Hals-Kopf-Tumoren weit verbreitetl, wirkt jedoch auch ototoxisch. In dieser Studie sollten die neurotrophen Faktoren BDNF, GDNF und EPO sowie deren Kombinationen auf ihr otoprotektives Potential untersucht werden.

    Aus dem Innenohr neonataler Ratten (p3-p5) wurde das Organ of Corti (OC) isoliert und über 48h kultiviert. Dem Kulturmedium wurden neurotrophe Faktoren in verschiedenen Konzentrationen zugesetzt (BNDF brain-derived neurotrophic factor: 50 nM; EPO Erythropoetin: 5 nM; GDNF glial cell-derived neurotrophic factor: 50 nM; 100 nM; 200 nM). Nach 24h wurde Cisplatin (20µM) zugegeben, nach weiteren 24h wurden die OCs fixiert, gefärbt und getrennt nach apikalem, medialem und basalem Bereich analysiert. Dabei wurden die Anzahl der morphologisch intakten inneren (IHZ) und äußeren (OHZ) Haarzellen sowie die Neuriten bestimmt.

    Die Zugabe von 20µM Cisplatin induzierte über den gesamten Bereich der Cochlea im Vergleich zur Kontrolle eine signifikante Reduktion (p < 0,001) der IHZ und OHZ. Die Cisplatinapplikation führte nicht zu signifikanten Veränderungen der Neuritenanzahl. Keine der untersuchten neurotrophen Faktoren zeigte bei den untersuchten Konzentrationen einen negativen Effekt auf die Haarzellen oder die Neuriten.

    Während die Zugabe von BNDF oder EPO allein keinen Einfluss auf die Cisplatintoxizität im Vergleich zur Kultur ohne Zusatz der Faktoren zeigtet, wiesen die mit BDNF+EPO-behandelten Kulturen einen geringeren Cisplatinschaden auf, insbesondere bei den IHZ im apikalen Bereich.

    Die Zugabe von 100 nM GNDF schützte insbesondere die OHZ über den gesamten Bereich der Cochlea. Bei den IHZ war dieser Effekt nicht so deutlich ausgeprägt.

    Diese Studie belegt das otoprotektive Potential der untersuchten neurotrophen Faktoren.


    #

    Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

    Dr. rer nat Uta Reich
    Klinik für HNO-Heilkunde der Charite Berlin,
    Charitéplatz 1, 10117,
    Berlin