CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S274
DOI: 10.1055/s-0038-1640662
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pleiotrophin beeinflusst das Neuritenwachstum von Spiralganglionneuronen in vitro

S Volkenstein
1  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halsc, Bochum
,
S Bertram
2  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Ruhr-Un, Bochum
,
L Roll
3  Fakultät für Biologie und Biotechnologie, Lehrstuhl für Zellmorphologie und Mole, Bochum
,
J Reinhard
3  Fakultät für Biologie und Biotechnologie, Lehrstuhl für Zellmorphologie und Mole, Bochum
,
A Faissner
3  Fakultät für Biologie und Biotechnologie, Lehrstuhl für Zellmorphologie und Mole, Bochum
,
S Dazert
2  Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Ruhr-Un, Bochum
› Author Affiliations
Further Information
Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Volkenstein
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Ruhr-Un,
Bleichstr. 15, 44787,
Bochum

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 
 

    Einleitung:

    Cochlea-Implantate (CIs) sind die einzige Möglichkeit der Hörrehabilitation für hochgradig schwerhörige und taube Patienten, die mit konventionellen Hörgeräten kein zufriedenstellendes Sprachverständnis mehr erreichen. Nicht alle Patienten, die mit einem CI versorgt werden profitieren von der direkten elektrischen Stimulation des auditorischen Systems gleichermaßen gut. Ein Grund hierfür liegt möglicherweise in der suboptimalen bioelektrischen Ankopplung der Stimulationselektrode an die neuronalen Zielstrukturen im Spiralganglion.

    Methoden:

    In Zellkulturuntersuchungen an auditorischen Spiralganglionneuronen in Einzelzell- und organotypischer Explantat-Kultur postnataler Mäuse wurde der Effekt von Pleiotrophin in Kombination mit anderen Faktoren hinsichtlich einer Wachstumsbeeinflussung in vitro untersucht. Neben der Anzahl der Neurone wurde das Neuritenwachstum quantitativ ausgewertet.

    Ergebnisse und Schlussfolgerungen:

    Pleiotrophin hat unter den gewählten Kulturbedingungen einen stimulatorischen Effekt auf das Neuritenwachstum. Bei gleichzeitiger Zugabe von BDNF und NT-3, zwei gut charakterisierten Neurotrophinen, zeigte sich kein additiver Effekt bezüglich des neuronalen Überlebens und des Neuritenwachstums. Die Wirkung von Pleiotrophin wird entsprechend unserer Untersuchungen vermutlich über die ανβ3-Integrin Signalkaskade vermittelt. Mit Pleiotrophin wird eine weitere Substanzen für die klinische Anwendung vorgeschlagen, die die Ankopplung der Elektroden auditorischer Implantate positiv beeinflussen und so zukünftig zu einem noch besseren Sprachverstehen für die betroffenen Patienten führen könnten.


    #

    Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

    Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Volkenstein
    Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Ruhr-Un,
    Bleichstr. 15, 44787,
    Bochum