CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S283-S284
DOI: 10.1055/s-0038-1640694
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Transkriptomanalyse zur Untersuchung der Adhäsion der humanen Neuroblastomzelllinie SH-SY5Y auf mit L1CAM beschichteten Goldoberflächen

K Wissel
1  HNO MHH, Hannover
,
K Kreisköther
2  Institut für Anorganische Chemie, Leibniz-Uni Hannover, Hannover
,
A Warnecke
3  HNO, MHH, Hannover
,
P Behrens
2  Institut für Anorganische Chemie, Leibniz-Uni Hannover, Hannover
,
T Lenarz
3  HNO, MHH, Hannover
› Author Affiliations
Exzellenzcluster Hearing for All (H4all)
Further Information
Dr. rer. nat. Kirsten Wissel
HNO MHH,
Stadtfelddamm 34, 30625,
Hannover

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 
 

    Einleitung:

    Trotz der Fortschritte in der Cochlea-Implantat-Entwicklung besteht Optimierungsbedarf an der Nerv-Elektroden-Schnittstelle. Distanzen zwischen den SGN und den Elektrodenkontakten können zur simultanen Stimulation der Nervenstränge führen und damit zur Beeinträchtigung des Sprachverstehens. Ziel ist die Induktion des Neuritenwachstums und Adhäsion der SGN an Elektrodenkontakten, die mit neuronenspezifischen Adhäsionsmolekülen der IgCAM-Superfamilie beschichtet sind. Dazu gehört L1CAM, das im Innenohr und auch in der humanen Neuroblastomzelllinie SH-SY5Y exprimiert wird.

    Methoden:

    Eine Transkriptomanalyse zur Identifizierung von Adhäsionsmolekülen, Integrinen und den extrazellulären Matrixproteinen in den SH-SY5Y-Zellen durchgeführt, die auf mit L1CAM (50 µg/ml) beschichteten Goldoberflächen ausgesät wurden. Zur Immobilisierung von L1CAM wurde die Goldoberfläche zuvor mit Cysteamin beschichtet. Als Referenz wurden unbeschichtete Goldplättchen herangezogen. Die SH-SY5Y-Zellen wurden zusätzlich mit Retinolsäure (RA) zur Ausbildung von Neuriten induziert. Nach 5 d Kultivierung wurde die Gesamt-RNA für die Transkriptomanalyse extrahiert.

    Ergebnisse:

    Insgesamt konnte nicht nachgewiesen werden, inwiefern die L1CAM-Beschichtung eine Adhäsion und Neuritenaussprossung begünstigt. Die RA-Administration zum Kulturmedium induzierte die Expression einer Reihe von Adhäsionsmolekülen, jedoch unabhängig von der Oberflächenstruktur. Schlussfolgerungen: Möglicherweise wurden die geeigneten Transkriptvarianten, z.B. für L1CAM, nicht auf den Chip aufgetragen. Andererseits könnte unbeschichtetes Gold über so gute Adhäsionseigenschaften verfügen, dass eine L1CAM-Beschichtung nicht zu besseren Ergebnissen führt.


    #

    Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

    Dr. rer. nat. Kirsten Wissel
    HNO MHH,
    Stadtfelddamm 34, 30625,
    Hannover