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DOI: 10.1055/s-0039-1678434
Immunhistochemische Charakterisierung von Zelllinien urogenitaler Karzinome des Rüden und funktionale Untersuchung von COX-2
Authors
Publication History
Publication Date:
26 February 2019 (online)
Einleitung Urogenitale Karzinome des Rüden werden histologisch in Prostata-Adenokarzinome (PAC)
und Übergangszellkarzinome (TCC) eingeteilt. Sie sind oft schwer therapierbar; für
die Anwendung von COX-2-Hemmern wie Meloxicam ist jedoch eine verlängerte Überlebenszeit
beschrieben. Zelllinien sind wichtige In-vitro-Modellsysteme für die präklinische
Forschung. Eine Charakterisierung ist essenziell, um adäquate In-vitro-Modelle für
spezifische Fragestellungen auszuwählen. Derzeit stehen wenige kanine PAC- und TCC-Linien
zur Verfügung.
Ziel ist es, neue etablierte Zelllinien im Vergleich zum Ursprungsgewebe zu charakterisieren
und den Effekt von Meloxicam auf diese zu untersuchen.
Methoden Selbstetablierte Zelllinien aus neun kaninen urogenitalen Karzinomen und Metastasen,
sieben Ursprungsgewebe und weitere drei Gewebeproben wurden immunhistochemisch mit
Antikörpern gegen HMWCK, CK7, CK8/18, Vimentin, UPIII, E-Cadherin, Calponin und COX-2
gefärbt. Nach Exposition der Zelllinien mit Meloxicam wurde ein PGE2−ELISA durchgeführt und die metabolische Aktivität sowie die Zellzahl bestimmt.
Ergebnisse Die Histologie der Gewebeproben ergab drei PAC, vier TCC und drei Metastasen. Die
Zelllinien wurden als vier PAC, drei TCC und zwei Metastasen klassifiziert. Im Vergleich
zum Ursprungsgewebe zeigten die Zelllinien individuell Veränderungen in der immunhistochemischen
Markerexpression. Die PGE2-Sekretion wurde bei sieben von neun Zelllinien durch Meloxicam in therapeutischer
Dosis signifikant gehemmt. Die metabolische Aktivität wurde nicht beeinflusst.
Schlussfolgerung Mittels dieser Charakterisierungen stehen neun weitere Zelllinien für In-vitro-Studien
urogenitaler Karzinome des Rüden zur Verfügung. Sie sind aufgrund unterschiedlicher
Eigenschaften für verschiedene Fragestellungen geeignet. Eine Untersuchung von Langzeiteffekten
und Wirkmechanismen kann weitere Schlüsse über die Wirkung von Meloxicam auf Tumorzellen
erlauben.
