Open Access
CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S350-S351
DOI: 10.1055/s-0039-1686657
Poster
Rhinologie

Rezidivierende Blutungen beeinträchtigen die adaptive Immunkompetenz von Patienten mit hereditärer hämorrhagischer Teleangiektasie (HHT)

Authors

  • F Dröge

    1   HNO Klinik, Universitätsklinik Essen, Essen
  • E Pylaeva

    2   Translationale Onkologie, Universitätsklinik Essen, Essen
  • S Bordbari

    2   Translationale Onkologie, Universitätsklinik Essen, Essen
  • I Spyra

    2   Translationale Onkologie, Universitätsklinik Essen, Essen
  • K Thangavelu

    1   HNO Klinik, Universitätsklinik Essen, Essen
  • C Lueb

    1   HNO Klinik, Universitätsklinik Essen, Essen
  • S Lang

    1   HNO Klinik, Universitätsklinik Essen, Essen
  • U Geisthoff

    3   HNO Klinik, Universitätsklinik Marburg, Marburg
  • J Jablonska-Koch

    2   Translationale Onkologie, Universitätsklinik Essen, Essen
 
 

Einleitung:

Aufgrund rezidivierend auftretender Infekte wird die Immunkompetenz der HHT-Patienten infrage gestellt. Daten zum Immunsystem dieser Patienten sind rar und widersprüchlich. Ziel dieser Studie war es daher die Zellen des Immunsystems der HHT-Patienten zu analysieren und mit den Daten gesunder Probanden zu vergleichen.

Methoden:

Hierzu wurden die klinischen Daten (Curaçao Kriterien, Autoimmun- und infektiösen Erkrankungen, Epistaxis Severity Scores (ESS)) von konsekutiven HHT-Patienten ausgewertet. Blutproben wurden in der Flowzytometrie mit den Daten gesunder Probanden verglichen.

Ergebnisse:

Es wurden 72 HHT Patienten mit 40 gesunden Kontrollen verglichen. Eine signifikant niedrigere T-Lymphozytenanzahl mit einer relativen Erhöhung der NK- und B-Zellen, Monozyten, Neutrophilen, des PD1+ Levels und des Verhältnisses der memory zu naiven T-Zellen konnte bei HHT-Patienten verglichen mit Kontrollpersonen ähnlichen Alters gezeigt werden (p < 0,05). Es zeigte sich eine signifikante Korrelation zwischen einem hohen Blutverlust bzw. einem niedrigen Hämoglobinwert (Hb) und einer Lymphopenie (ESS: R =-0,39; p < 0,05; Hb: R =-0,42; p < 0,05). Patienten, die einen Abszess/Apoplex erlitten oder eine chronisch entzündliche Erkrankung (CEE)/Autoimmunerkrankung (AE) angaben, wiesen eine Tendenz zur Lymphopenie auf (Abszess/Apoplex: OR = 3,70, 95% CI:0.72 – 18.84, p = 0,11; CEE/AE:(OR = 3.02, 95%CI: 0.84 – 10.86, p = 0.09). In einer logistischen Regression zeigten insbesondere der Hämoglobinwert und der im Alter steigende ESS eine Assoziation zur T-Zell-/Lymphozytopenie.

Schlussfolgerung:

Unsere ersten Daten weisen darauf hin, dass Patienten mit zunehmendem Alter oft einen stärkeren Blutverlust und vermutlich damit einhergehende Beeinträchtigungen des adaptiven Immunsystems erleiden können.


Dr. med. Freya Dröge
HNO Klinik, Universitätsklinik Essen,
Hufelandstrasse 55, 45147
Essen

Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

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