Z Geburtshilfe Neonatol 2019; 223(S 01): E90-E91
DOI: 10.1055/s-0039-3401277
ePoster
ePoster Sitzung 2.7: Qualität in der Perinatalmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Schmerzempfinden und Schmerztherapie peripartal – Einführung und Validierung eines Fragebogens als Qualitätsinstrument

A Linzbach
1  Universitätsklinikum Jena, Klinik für Geburtsmedizin, Jena, Deutschland
,
D Nitschke
2  Universitätsklinikum Jena, Klinik für Geburtsmedizin, Arbeitsbereich Pränatale Diagnostik und Fetale Physiologie, Jena, Deutschland
,
J Rothaug
1  Universitätsklinikum Jena, Klinik für Geburtsmedizin, Jena, Deutschland
,
M Komann
3  Universitätsklinikum Jena, Klini für Anästhesie und Intensivmedizin, Schmerztherapie, Jena, Deutschland
,
E Schleußner
1  Universitätsklinikum Jena, Klinik für Geburtsmedizin, Jena, Deutschland
,
W Meißner
3  Universitätsklinikum Jena, Klini für Anästhesie und Intensivmedizin, Schmerztherapie, Jena, Deutschland
,
J Jimenez-Cruz
1  Universitätsklinikum Jena, Klinik für Geburtsmedizin, Jena, Deutschland
4  Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde, Bonn, Deutschland
,
U Schneider
2  Universitätsklinikum Jena, Klinik für Geburtsmedizin, Arbeitsbereich Pränatale Diagnostik und Fetale Physiologie, Jena, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
27 November 2019 (online)

 
 

    Fragestellung:

    QUIPS (Qualitätssicherung in der Post„operativen“ Schmerztherapie) dient zur Statusbestimmung und Wirksamkeitsprüfung, wo Randomisierung und Verblindung schwierig sind. Per visueller Analogisierung (VAS) sollen Zusammenhänge zwischen geburtsmedizinischen Faktoren und subjektiv empfundenem Schmerz erkannt und der Fragebogen (FB) validiert werden.

    Methodik:

    Die Erhebung erfolgte bei einwilligungsfähigen Frauen (18 – 42J) 24 – 48h nach vaginaler Einlingsentbindung an 3 – 4 Wochentagen. Von 01 – 11/15 wurden 339 von 460 in Frage kommenden Frauen eingeschlossen, die Test-Retest-Reliabilitätsprüfung erfolgte bei 38 Frauen 24 – 36 und 48 – 72h post partum. Neben der explorativen Datenanalyse erfolgte die Testung der Reliabilität (Cronbachs alpha > 0,6), der Kriteriumsvalidität (Effektstärke nach Cohen ≥0,3) und der Inhaltsvalidität anhand plausibler Zusammenhänge zwischen Prozess- und Ergebnisitems. Die Subgruppenanalyse bezog Erstgebärende nach Spontanpartus (NS) vs. Mehrgebärende ohne operative Entbindung in der Anamnese (ZSP) ein.

    Ergebnisse:

    Die Anteile Erst- (50,7%, N = 172, NS = 145; VO = 27) und Mehrgebärender (49,3%, M = 167; ZSP = 129) waren balanciert. Es fanden sich erwartete Unterschiede bei Geburtsdauer, Einleitungsfrequenz, vag.-op. Entbindung, Geburtsverletzungen und Schmerzmittelbedarf, (NS > ZSP, p < 0.005). Geburtsschmerzen werden trotz Zufriedenheit mit Analgesie (VAS 8 [5 – 9.25]) als sehr stark empfunden (VAS 9 [8 – 10]). Je jünger NS waren (-0.193;0.02), je höher das GA bei Geburt (0.167; 0.045), je länger die Geburtsdauer (0.197; 0.018), je größer das Kind (0.325; < 0.001) und bei Geburtseinleitung (NS, Ballon < Prostaglandine), umso höher der Schmerz (r2;p). Höhergradige Geburtsverletzungen gingen mit analgesiebedingt geringeren Schmerzen einher. Nur eine Regionalanästhesie sub partu führte zu nachträglich geäußerter Verminderung des Maximalschmerzes (VAS 8 vs. 9; p = 0.088). Für 19/21 Fragen lag Cronbachs alpha > 0.6, die Korrelationen nach Cohen durchgehend > 0.3 für Zusammenhänge zwischen FB-Items.

    Schlussfolgerung:

    Der valide und reliable FB weist den subjektiven Effekt suffizienter Analgesie nach. Auch stärkste Schmerzen sub partu führen nicht zwangsläufig zu Unzufriedenheit mit der Betreuung.


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