Einleitung Das Ziel dieser Studie war, die geänderten Ansätze in der chirurgischen Behandlung
gutartiger Tumoren der Glandula parotis über einen Zeitraum von 19 Jahren zu untersuchen.
Methode Die Akten aller Patienten, die zwischen 2000 und 2018 wegen eines gutartigen Tumors
der Glandula parotidea behandelt wurden, wurden evaluiert. Daten wurden auf Anzahl
von Eingriffen pro Studienjahr für jeden der verschiedenen chirurgischen Eingriffe
und auf Inzidenz postoperativer Komplikationen hin ausgewertet. Die statistische Auswertung
wurde mittels Chi-Quadrat-Test vorgenommen. Ein p-Wert von <0,05 wurde als statistisch
signifikant angesehen.
Ergebnisse Insgesamt wurden 2988 Patienten in die Studie aufgenommen. Unsere Auswertung zeigte,
dass die Zunahme extrakapsulärer Dissektionen mit einer stetigen Reduktion der Inzidenz
von temporären Fazialisparesen und des Frey-Syndroms assoziiert war und gleichzeitig
die Rate permanenter Fazialisparesen stabil niedrig blieb.
Schlussfolgerung Die Bestimmung des besten Behandlungsverfahrens für Patienten mit gutartigen Tumoren
der Glandula parotis ist ein höchst kontrovers diskutiertes Thema der Kopf- und Halschirurgie.
Unsere Analyse belegte, dass ein geänderter Ansatz zugunsten weniger invasiver Eingriffe
bei hervorragenden funktionellen Ergebnissen durchaus möglich ist. Bei mehr als zwei
Dritteln aller Patienten mit gutartigen Tumoren kann eine Dissektion des Nervus facialis
vermieden werden.