Die akute Nierenschädigung beeinträchtigt auch bei scheinbar mildem Verlauf und scheinbar
vollständiger Erholung der Nierenfunktion die Kurz- und Langzeitprognose betroffener
Patienten, ist aber prinzipiell therapeutisch beeinflussbar. Je größer das Zeitfenster
zwischen dem Primärereignis und der Nierenfunktionserholung ist, desto schlechter
ist die Prognose. Als wirksame Gegenmaßnahmen werden in Leitlinien die Frühdiagnose
und die rasche, multifaktorielle Therapieeinleitung empfohlen, um die auslösenden
und unterhaltenden nierenschädlichen Faktoren zu identifizieren und optimale Bedingungen
für eine vollständige oder weitgehende Nierenerholung zu schaffen. Verschiedene Maßnahmen
sind verfügbar, um eine akute Nierenschädigung bei perioperativen und intensivmedizinischen
Patienten frühzeitig zu erkennen und die Behandlung einzuleiten.
Abstract
Acute kidney injury (AKI) impairs short- and long-term prognosis of affected patients
even in case of apparantly mild course and ‚full’ recovery as measured by follow-up
serum creatinine concentrations. Late or none intervention worsens prognosis. However,
there are modifiable factors potentially contributing to preserved long-term renal
function. Effective treatment is multifactorial and includes identification and reversal
of AKI etiology and generation of a (micro)environment for optimal renal recovery.
Available treatment options for AKI in perioperative and critically ill patients will
be discussed in the setting of novel kidney biomarkers.
Schlüsselwörter:
akute Nierenschädigung - Frühwarnsystem - Cystatin C - NGAL - TIMP-2*IGFBP7
Keywords:
acute kidney injury - eAlert - Cystatin C - NGAL - TIMP-2*IGFBP7