ZWR 2016; 125(11): 580
DOI: 10.1055/s-0042-119657
Fokus Mundgesundheit
Professionelle dentale Prophylaxe bei Patienten mit Implantat-Versorgungen ist Teamarbeit
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Das Zusammenspiel des Teams ist entscheidend

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Publication Date:
08 December 2016 (online)

 

Jährlich werden deutschlandweit ca. 1 Million Implantate gesetzt (nach der DGI). Entscheidet sich ein Patient gemeinsam mit dem Zahnarzt für eine hochwertige Implantat-Versorgung, ist eine ausführliche Beratung, Diagnostik, Vorbehandlung und Nachsorge nötig.


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Unser Ziel muss es sein, die Patienten mit langlebigem, gutem Zahnersatz zu versorgen und das Risiko periimplantärer Erkrankungen zu minimieren. Die Basis dafür sind neben dem Fachwissen eine gute Aufklärungskompetenz, ein spezielles Prophylaxe-Konzept für bereits mit Implantaten versorgte Patienten, eine gesicherte intraorale Hygienefähigkeit, spezielle Hilfsmittel zur individuellen Mundhygiene sowie die Compliance des Patienten. Zusammen mit dem Zahnarzt, der Prophylaxe-Fachkraft sowie den Praxismitarbeitern spielen der Patient und seine Bereitschaft zur Mitarbeit eine wesentliche Rolle.

Der mit Implantaten versorgte Patient hat für mich als praktisch tätige Dentalhygienikerin immer ein erhöhtes Risiko, an einer Periimplantitis zu erkranken. Eine regelmäßige, professionelle Kontrolle, Nachsorge und Implantat-Prophylaxe in einem Zeitraum von mindestens 3 bis 4 Monaten ist daher zu empfehlen. Hier fehlen jedoch klar definierte Nachsorge-Standards.

Möglichkeiten und Grenzen der Implantat-Pflege

Implantat-Prophylaxe erfordert Ausdauer des Patienten, aber auch des Praxisteams. Das zeigt das Beispiel eines 60-Jährigen, der seit 7 Jahren mit einem Implantat Regio 15 versorgt ist. Er kommt vierteljährlich zur Implantat-Nachsorge in unsere Praxis. Das Implantat ist entzündungsfrei, es ist kein Biofilm vorhanden, der Bleeding-on-Probing-Test (Bluten auf Sondieren) ist negativ, die Sondierungstiefen sind zirkulär, an 6 Stellen des Implantats mittels Kunststoffsonde mit 3 mm bemessen. An Nachbarzähnen sowie an vorhandenen Restaurationen sind leichte weiche Zahnbeläge sichtbar, die Sondierungstiefen bemessen generell 2-3 mm.

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Positive Entwicklung einer Implantat-Prophylaxe
Gesamter Behandlungsablauf und Implantat-Nachsorge über den Zeitraum einiger Jahre, ­Behandlungsschritt und Materialien je ­Zeile v.l.n.r.: Implantat nach der Operation und Freilegung, Einheilschraube, ohne ­Suprakonstruktion; Mechanische Reinigung mit Einbündelbürste (soft) und meridol Mundspüllösung für einige Tage; Implantat-Situation mit Supraversorgung (Krone) nach 7 Jahren; Nachsorge alle 3-4 Monate; Regelmäßiges professionelles Implantat-Cleaning, mit Luft-Pulver-Wasserstrahlgerät, mit anschließender intraoraler Mundhygieneanweisung zur häuslichen Plaque-Kontrolle; Hier: Mundhygiene-Instruktion, Demonstration meridol® Floss und elmex® Zahnbürste (elektrisch) (Bild: Sabrina Dogan).

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Die alternde Gesellschaft als ­Maßstab für eine professionelle Periimplantitits-Prävention

Die alternde Gesellschaft stellt neue Herausforderungen an zahnärztliche Praxen und Pflegepersonal im Zusammenhang mit der Implantat-Pflege. Leidet beispielsweise ein Implantat-Patient plötzlich an einer einschränkenden Krankheit, kann eine adäquate Mundhygiene in der Regel nicht mehr umgesetzt werden. Gleiches gilt für längere stationäre Behandlungen. Die Gefahr von irreversiblen Krankheitsbildern in der Mundhöhle steigt. Generell kommt es zukünftig mehr denn je auf eine gute Implantat-Prophylaxe für alle Pa­tienten an. Um diese zu gewährleisten, ist neben der interdisziplinären Zusammenarbeit mehrerer Fachgruppen auch die Auswahl geeigneter Mundhygiene-Hilfsmittel in der Zahnarztpraxis relevant.

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Periimplantitis nach langem stationären Krankenhausaufenthalt. Hier ist zunächst die Abfrage der allgemeinen und speziellen ­Anamnese notwendig, um im Anschluss die intraorale Situation (Sondierung, Blutung/Pus, Lockerung, Röntgen) zu beurteilen. Nach Möglichkeit führe ich eine Professionelle Zahnreinigung und Plaquekontrolle durch. Um die Situation des Patienten nachhaltig zu verbessern, müssen Patient, Pflegepersonal bzw. die Angehörigen zur Mundhygiene instruiert werden. Ich empfehle in solchen Fällen die Anwendung von speziellen oder antibakteriell wirkenden Mundhygienehilfsmitteln (Bild: Sabrina Dogan).

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Wirksamer Schutz mit meridol®

Die klinisch geprüfte 2-fach Wirkformel von meridol® bekämpft nicht nur die Ursache von Zahnfleischentzündungen, sondern fördert durch ihren antibakteriellen Effekt die natürliche Regeneration des Zahnfleischs. Die kombinierte Anwendung der meridol® Zahnpasta und meridol® Mundspülung erzielt nachweislich eine 3-mal höhere Wirksamkeit bei Zahnfleischentzündungen als eine Standard-Mundhygiene mit herkömmlicher Zahn­bürste und Zahnpaste (Banach J et al. Czas Stomatol 2007; 60: 11–19). Für die akute, kurzzeitige Anwendung empfiehlt sich meridol® med CHX 0,2%. Es enthält 0,2% des bewährten Wirkstoffes Chlor­hexidin und weist eine ausgezeichnete bakterizide Wirkung auf. Die Produkte des meridol®-Systems sind ideal aufeinander abgestimmt und verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung.

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meridol®-System zur Implantat-­Prophylaxe

Sabrina Dogan
Dentalhygienikerin in einer Praxis in der Nähe von Heidelberg

Diese Rubrik ist entstanden mit freundlicher
Unterstützung der
CP GABA GmbH, Hamburg


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No conflict of interest has been declared by the author(s).

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Positive Entwicklung einer Implantat-Prophylaxe
Gesamter Behandlungsablauf und Implantat-Nachsorge über den Zeitraum einiger Jahre, ­Behandlungsschritt und Materialien je ­Zeile v.l.n.r.: Implantat nach der Operation und Freilegung, Einheilschraube, ohne ­Suprakonstruktion; Mechanische Reinigung mit Einbündelbürste (soft) und meridol Mundspüllösung für einige Tage; Implantat-Situation mit Supraversorgung (Krone) nach 7 Jahren; Nachsorge alle 3-4 Monate; Regelmäßiges professionelles Implantat-Cleaning, mit Luft-Pulver-Wasserstrahlgerät, mit anschließender intraoraler Mundhygieneanweisung zur häuslichen Plaque-Kontrolle; Hier: Mundhygiene-Instruktion, Demonstration meridol® Floss und elmex® Zahnbürste (elektrisch) (Bild: Sabrina Dogan).
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Periimplantitis nach langem stationären Krankenhausaufenthalt. Hier ist zunächst die Abfrage der allgemeinen und speziellen ­Anamnese notwendig, um im Anschluss die intraorale Situation (Sondierung, Blutung/Pus, Lockerung, Röntgen) zu beurteilen. Nach Möglichkeit führe ich eine Professionelle Zahnreinigung und Plaquekontrolle durch. Um die Situation des Patienten nachhaltig zu verbessern, müssen Patient, Pflegepersonal bzw. die Angehörigen zur Mundhygiene instruiert werden. Ich empfehle in solchen Fällen die Anwendung von speziellen oder antibakteriell wirkenden Mundhygienehilfsmitteln (Bild: Sabrina Dogan).
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meridol®-System zur Implantat-­Prophylaxe