Zeitschrift für Klassische Homöopathie 2017; 61(02): 61
DOI: 10.1055/s-0043-101000
Editorial
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Lesen? – Schreiben!

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Publication Date:
28 June 2017 (online)

 
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    Es gehört wohl zur Charakteristik der Befindlichkeit eines Zeitschriften-Herausgebers, dass er immer wieder von Verunsicherung und Zweifeln über seine Tätigkeit ergriffen wird. Entspricht die Auswahl der Beiträge wohl dem Geschmack der Leserschaft und Abonnenten, sind die Themen so ausgewählt, dass sie Interesse erwecken, und werden die Artikel und Editorials überhaupt gelesen?

    Nachdem für ein Heft ein Thema gefunden, die Artikel zusammengetragen, bearbeitet und das Heft dann in die Welt entlassen worden ist, verschwindet es zumeist ohne großes Echo. Zurück bleibt der Wunsch nach Rückmeldung, nach Bestätigung oder Ablehnung, nach Kritik und Anregungen – kurz, nach einer Antwort auf die manchmal quälenden Fragen.

    Im Speziellen würden wir uns das im vorliegenden Heft für den Beitrag von Norbert Winter wünschen. In seinem Artikel „Die Vereinigung der Gegensätze“ gibt er einen kurzen Überblick über die Beziehung des Physikers Pauli und des Psychologen Jung, welche die Ähnlichkeit als Naturgesetz, das Dinge – jenseits kausaler Zusammenhänge – bewegen kann, erkennen – eine für uns Homöopathen elektrisierende Botschaft aus dem Munde eines der profiliertesten Physikers des 20. Jahrhunderts.

    Der Autor wäre bereit, die kurz skizzierten Zusammenhänge in weiteren Beiträgen zu verdeutlichen und zu vertiefen und fragt sich, ob dies erwünscht sei.

    Und eben hier stellt sich die Frage: Gehört diese Thematik in eine Zeitschrift für klassische Homöopathie – auch wenn sie deren Innerstes berührt? Mag sich die Leserschaft auf solche Gedankenreisen einlassen? Leserbriefe und Rückmeldungen würden uns hier zur Entscheidung wesentlich helfen.

    In weiteren Beiträgen widmet sich Daniel Walther der spannenden Frage, warum sich Ärzte der Homöopathie zuwenden. Martin Dinges untersucht, welche Motive Patienten in der Frühzeit der Homöopathie für diese Heilmethode überzeugten und wie sie – je nach Überzeugung – dafür geworben haben. Sandeep Sudhakar Sathye zeigt Nutzen und Grenzen in der Homöopathie in der Ophthalmologie auf. Michael M. Hadulla zeigt die Behandlung einer Empfindungsstörung bei einem 4-jährigen Patienten mit Hyoscyamus niger und geht auf die Bedeutung von gut geprüften und in der Praxis bewährten Arzneien ein. Christian Lucae stellt die Arznei Calcium sulfuricum auf Basis einer Fallsammlung vor, eine Arznei, welche in den klassischen Repertorien schlecht repräsentiert ist.

    Ich wünsche spannendes und unterhaltsames Lesen und hoffe auf Schreiben von konstruktiven Rückmeldungen und Leserbriefen – Danke!

    Einen wunderschönen Sommer wünscht

    Peter Minder


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