Prof. Hosten wurde in Düsseldorf geboren und studierte nach dem Abitur Humanmedizin
an der Freien Universität Berlin, wo er 1987 promovierte. Er arbeitete am Rudolf Virchow
Klinikum der Freien Universität Berlin in der Radiologie und Nuklearmedizin unter
Prof. Dr. Dr. h. c. R. Felix zunächst als Assistenzarzt und zuletzt viele Jahre als
Leitender Oberarzt. 1994 folgten die Habilitation und die Venia legendi im Fach Radiologie
sowie 1999 die Berufung zur apl-Professur der Humboldt-Universität Berlin. Er erlangte
1999 die Schwerpunktbezeichnung Neuroradiologie und im Jahr 2000 den Facharzt für
Nuklearmedizin.
Prof. Dr. Norbert Hosten
Der klinische und wissenschaftliche Schwerpunkt von Prof. Hosten sind die lokal ablativen
Verfahren zur Behandlung von Leber- und Lungentumoren, in dem er zusammen mit Prof.
Thomas Vogl und Prof. Ulrich Speck Pionierarbeit leistete. Als Mitantragsteller und
wissenschaftlicher Koordinator des Graduiertenkollegs 331 „Temperaturabhängige Effekte
in Diagnostik und Therapie“ war Prof. Hosten die Schaltzentrale der verschiedenen
Teilprojekte. Zu einer Zeit, in der die Bildnachverarbeitung noch weitgehend in der
Hand von Informatikern lag, initiierte Prof. Hosten die Einrichtung eines Bildverarbeitungslabors,
in dem beispielsweise die retrospektive Bildfusion von PET- und CT- oder MRT-Bildern
zur Serienreife gebracht wurde.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Bildgebung der Orbita. Prof. Hosten
erkannte früh das klinische und wissenschaftliche Potenzial der MRT dieser Region
und motivierte seine Arbeitsgruppe zu experimentellen Arbeiten u. a. im Bereich von
MRT-Oberflächenspulen und der Bestrahlungsplanung von Aderhautmelanomen.
Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen zu den genannten Themenbereichen
hat er mehrere Monografien verfasst.
Prof. Hosten folgte 2001 dem Ruf auf den Lehrstuhl für Diagnostische Radiologie und
Neuroradiologie der Universität Greifswald, wodurch nach 13 Jahren dieser Lehrstuhl
wieder besetzt werden konnte. Er baute sein Institut sowohl innerhalb als auch außerhalb
des Klinikums zu einer anerkannten Institution aus. So wurden unter seiner Leitung
die Schwerpunkte Neuroradiologie und Kinderradiologie umfassend weiterentwickelt und
auf den neuesten technischen Stand gebracht. Prof. Hosten hat die Radiologie stets
als ein klinisches Fach begriffen. Daher ist ihm der konstruktive Dialog mit den klinischen
Partnern sehr wichtig, sodass innerhalb des Universitätsklinikums sein Institut ein
allseits anerkannter Gesprächspartner ist, dessen Rat sehr häufig gesucht wird. Wichtig
sind ihm auch das Qualitätsmanagement und die stetige Verbesserung radiologischer
Prozesse.
Seit 2008 ist Prof. Hosten Vorsitzender des Vereins „Telemedizin in der Euroregion
POMERANIA e. V.“, dessen Ziel die grenzüberschreitende Verbessrung in der medizinischen
Versorgung durch ein telemedizinisches Netzwerk ist. Der Verein erhielt 2012 den eGovernment
Preis „Beste Lösung für ein gesellschaftliches Problem“. Prof. Hosten wurde 2015 für
das von ihm geleitete Telemedizinprojekt in Szczecin mit dem Pomerania Nostra Preis
ausgezeichnet.
Von 2013 bis 2015 war Prof. Hosten Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft. Während
dieser Zeit begleitete er die Entwicklung des e-Health-Gesetzes der Bundesregierung
und setzte sich dabei für einheitliche Standards in der Teleradiologie ein. Die Ausstellung
„Radiologie im Nationalsozialismus“ wurde durch ihn in Israel präsentiert und mit
seiner Unterstützung in das Hebräische übersetzt und in mehreren Städten Israels präsentiert,
worauf eine enge Beziehung zu der Radiologie in Israel aufbaut. Basierend auf den
Greifswalder Erfahrungen im Umgang mit „Big Data“ in der Radiologie führte Prof. Hosten
während dieser Zeit eine DFG-Nachwuchsakademie durch und unterstütze maßgeblich die
NaKo Gesundheitsstudie.
Die Atmosphäre in seinem Institut ist geprägt durch einen kooperativen Umgangsstil,
wobei Wert auf sachlich fundierte Vorgehensweisen gelegt wird. Prof. Hosten vermag
es, seine Mitarbeiter zu motivieren und anzuspornen. Darüber hinaus ist ihm die Förderung
der wissenschaftlichen Tätigkeit seiner Mitarbeiter ein wichtiges Anliegen, wovon
die hohe Qualität und das breite Spektrum der aus seinem Institut hervorgegangenen
Arbeiten zeugen.
PD Dr. med. S. Langner, Greifswald
PD Dr. med. B. Mensel, Greifswald
Prof. Dr. med. A.-J. Lemke, Bremen
PD Dr. med. M. Kirsch, Greifswald