Der Klinikarzt 2017; 46(08): 374-381
DOI: 10.1055/s-0043-116604
Schwerpunkt
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Therapie der pulmonal arteriellen Hypertonie

Behandlungsstrategien und Stellenwert von Kombinationstherapien

Authors

  • Stephan Rosenkranz

    1   Klinik III für Innere Medizin, Herzzentrum der Universität zu Köln
    2   Cologne Cardiovascular Research Center (CCRC), Herzzentrum der Universität zu Köln
  • H. Ardeschir Ghofrani

    3   Universities of Giessen and Marburg Lung Center (UGMLC), Gießen
    4   Department of Medicine, Imperial College, London, UK
    5   Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)
  • Marius M. Hoeper

    5   Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)
    6   Klinik für Pneumologie, Medizinische Hochschule, Hannover
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Publication History

Publication Date:
24 August 2017 (online)

Zusammenfassung

Die Betreuung von Patienten mit pulmonal arterieller Hypertonie (PAH) basiert auf einer komplexen Strategie, welche neben dem Einsatz gezielter PAH-Medikamente auch Allgemeinmaßnahmen und supportive Therapien einschließt. Gezielte PAH-Therapien umfassen Endothelin-Rezeptor-Antagonisten, Phosphodiesterase 5-Inhibitoren, Stimulatoren der löslichen Guanylatzyklase, Prostazyklin-Analoga und Prostazyklin-Rezeptor-Agonisten, die als Mono- oder Kombinationstherapien eingesetzt werden. Vor Einleitung einer gezielten PAH-Therapie sollten die Patienten zur Diagnosesicherung und Klassifikation in einem Expertenzentrum vorgestellt werden. Therapieentscheidungen basieren auf der initialen Ermittlung der Krankheitsschwere und einer individuellen Risikostratifizierung, dem Vorhandensein von Komorbiditäten und Risikofaktoren, dem Therapieansprechen und dem Krankheitsverlauf. Die aktuellen ESC/ERS-Leitlinien und die Empfehlungen der Kölner Konsensus-Konferenz betonen den Stellenwert von Kombinationstherapien, wobei je nach Vorhandensein kardialer und/oder pulmonaler Begleiterkrankungen zwischen „typischer" und „atypischer" PAH unterschieden werden sollte. Allgemeinmaßnahmen und supportive Therapien haben zum Teil erheblichen Einfluss auf die Morbidität und Mortalität und sind daher integraler Bestandteil der Behandlung und Versorgung von PAH-Patienten.