Esquivel A.
et al.
Effects of Omalizumab on Rhinovirus Infections, Illnesses and Exacerbations of Asthma.
AJRCCM 2017;
DOI:
10.1164/rccm.201701-0120OC
An der PROSE (The Preventive Omalizumab or Step-up Therapy for Severe Fall Exacerbations)-Studie
nahmen 478 Kinder im Alter von 6–17 Jahren teil. In allen Fällen bestand ein Asthma
bronchiale mit einer Krankheitsdauer > 1 Jahr, ≥ 1 Exazerbation in den letzten 19
Monaten und einem positivem Hauttest. 89 Patienten erhielten in der Herbstsaison 2012
oder 2013 für 90 Tage die Standardversorgung und 259 zusätzlich Omalizumab. Die Dosierung
und Häufigkeit der subkutanen Injektion (2- oder 4-wöchentlich) hing vom Körpergewicht
und dem IgE-Serumspiegel ab. Wöchentlich wurden Erkältungssymptome erfasst und Nasenschleim
für die Virustestung entnommen. Wenn derselbe Rhinovirus-Typ in aufeinanderfolgenden
Proben nachweisbar war, galt dies als 1 Infektion. Akute Asthmaexazerbationen lagen
bei einem systemischen Kortikosteroidbedarf vor.
Insgesamt standen 4447 Proben von Nasenschleim zur Verfügung. In beiden Behandlungsgruppen
betrug die durchschnittliche Anzahl 14 Entnahmen/Kind. Exazerbationen waren mit einem
häufigeren Nachweis von Rhinoviren verknüpft (57 % vs. 36 %). Am ausgeprägtesten galt
dies für den Typ RV-A (Odds Ratio OR 2,92; 95%-Konfidenzintervall KI 1,66–5,14), gefolgt
von RV-C (OR 2,85; 95%-KI 1,58–5,15) und schwächer für RV-B. Ein Nachweis mehrerer
Serotypen in 1 Probe war mit 2 % selten, aber erhöhte die Exazerbationswahrscheinlichkeit
um mehr als das 5-Fache. Verglichen mit der Plazebogruppe reduzierte Omalizumab signifikant
die
-
Rhinovirusdetektion 43 % vs. 36 %,
-
maximale Virusausscheidung − 0,4log units,
-
Infektionsdauer − 1,2 Tage,
-
Erkältungskrankheiten − 27 %,
-
RV-Erkältungen − 36 %.
Die Häufigkeit asymptomatischer RV-Infektionen unterschied sich zwischen den Gruppen
nicht. Tendenziell senkte Omalizumab die Häufigkeit von nicht infektiösen oder durch
andere Erreger hervorgerufenen Atemwegserkrankungen.
Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass IgE-vermittelte Mechanismen die Clearance
von Rhinoviren beeinträchtigen und die Suszeptibilität für assoziierte Erkältungen
erhöhen. Mit deren Blockade durch Omalizumab traten seltener RV-assoziierte Exazerbationen
auf, die zudem milder verliefen. Die Autoren diskutieren verschiedene pathpophysiologische
Wirkmechanismen, u. a. die Reduktion des Oberflächen-IgE, Unterdrückung von IgE-Cross-Linking
und die Blockade der Mastzellaktivierung.
Dr. med. Susanne Krome, Melle