Aktuelle Urologie, Inhaltsverzeichnis Aktuelle Urol 2002; 33(1): 7-8DOI: 10.1055/s-2002-42998 Uroquiz © Georg Thieme Verlag Stuttgart · New YorkUroQuizH. Massad1 , F.J. Martinez Portillo1 , K.-P. Jünemann1 , Daniela Schultz-Lampel2 1Villingen-Schwenningen 2Kiel Artikel empfehlen Abstract Volltext als PDF herunterladen Ihre erste Verdachtsdiagnose? Welche differenzialdiagnostische Überlegung kommt in Betracht? Welche anamnestischen Angaben könnten bei der Diagnosesicherung hilfreich sein? Welche Untersuchungen würden Sie zur Diagnosesicherung durchführen? Wie würden Sie weiter vorgehen? Erste Verdachtsdiagnose Initial wurde an das Vorliegen einer ausgedehnten Kontrastmittelextravasation bei Anastomoseninsuffizienz gedacht. Differenzialdiagnostische Überlegung Der transurethrale Katheter könnte in einem Blasendivertikel geblockt worden sein, so dass die eigentliche Blase das Extravasat vortäuscht. Richtungweisende anamnestische Informationen Der Patient berichtete über Blasenentleerungsstörungen bei Prostatahypertrophie mit ausgeprägter subvesikaler Obstruktion, zweizeitiger Miktion und Restharnbildung, die durch eine TUR-Prostata behandelt wurde. Hier könnte das Vorliegen eines Blasendivertikels vermutet werden. Weitere Untersuchungsschritte Zur Verifizierung eines Blasendivertikels sollte das Zystogramm wiederholt werden. Im Zystogramm stellte sich bei näherem Hinsehen der Katheterballon in einem Blasendivertikel dar (Abb. 1). Nach Rückzug des Katheters in den Blasenhalsbereich stellte sich die Blase weiterhin zweigeteilt dar, was ein großes Blasendivertikel am Blasendach vermuten ließ bei anamnestisch bekannter Prostatahypertrophie (Abb. 2). Da anschließend das gesamte Kontrastmittel wieder komplett aspiriert werden konnte, ließ sich die ursprünglich angenommene Anastomoseninsuffizenz mit Extravasat nicht verifizieren (Abb. 3). Vielmehr konnte das Vorliegen eines großen Divertikels am Blasendach bestätigt werden. Weiteres Vorgehen Bei dichter Anastomose konnte der Dauerkatheter entfernt werden. Der Patient war kontinent und hatte normale Miktionsverhältnisse. Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3