Modifizierende Gene des pulmonalen Phänotyps
Im Folgenden werden Studien an Patienten mit CF genannt, in denen eine Assoziation
zwischen CF-Phänotyp und modifizierenden Genen untersucht wurde. Die in diesen Studien
untersuchten Genen werden, nach ihren vermuteten modifizierenden Mechanismen, in drei
Gruppen zusammengefasst:
Regulation von CFTR
β2-Adrenorezeptor
Der β2-adrenerge Rezeptor (β2-AR) gehört zu der Gruppe G-Protein gebundener Rezeptoren und ist über seine Stimulation
der Adenylatzyklase maßgeblich an der Regulation der cAMP-Konzentration in den Atemwegen
beteiligt [16]. Der β2-AR spielt eine wichtige Rolle bei der Bronchodilatation aber auch bei der cAMP-abhängigen
Aktivierung des CFTR Kanals. Lymphozyten von CF-Patienten produzieren nach β-adrenerger
Stimulation weniger cAMP- als Lymphozyten von Kontrollpersonen [17]. Das auf Chromosom 5q31-q32 liegende β2-AR Gen enthält zahlreiche Polymorphismen, von denen 4 die Aminosäuresequenz des Proteins
verändern, nämlich die Codons 16 Arg/Gly, 27 Gln/Glu, 34 Val/Met, und 164 Thr/Ile.
Die beiden häufigsten dieser Polymorphismen bewirken Unterschiede in der Desensibilisierung
des Rezeptors [18].
In einer Untersuchung an 126 CF-Patienten fand sich eine Assoziation zwischen dem
16 Arg/Gly Polymorphismus im β2-AR Gen und der Lungenfunktion. Das Vorhandensein von mindestens einem 16Gly Allel
war bei Patienten im Alter von 6 - 20 Jahren mit einer signifikant schlechteren Lungenfunktion
(FEV1, FVC und MEF50 %VC in % der Norm) und einer größeren jährlichen Verschlechterung der FEV1 assoziiert [19]. Einen Hinweis auf die Ursache dieser Assoziation geben die in dieser Arbeit durchgeführten
in-vitro-Versuche an peripheren Lymphozyten der Blutbahn, die bei den Trägern eines
16 Gly Allels eine verminderte lymphozytäre cAMP-Produktion nach Stimulation mit Isoproterenol
zeigten. Die β2-Response der CF-Patienten zeigte in dieser Untersuchung keine Abhängigkeit vom β2-AR Genotyp [19].
Regulation der Inflammation
Tumor Nekrose Faktor-α (TNF-α)
TNF-α ist ein pro-inflammatorisches Zytokin welches vorwiegend von Makrophagen gebildet
wird und in den Atemwegen von CF-Patienten in hohen Konzentrationen vorliegt [20]. TNF-α übt einen starken chemotaktischen Reiz auf neutrophile Granulozyten aus und
trägt so zur typischen Neutrophilen-dominierten Inflammation der CF-Atemwege bei.
Zwischen der Höhe der TNF-α Konzentration im Sputum und der Lungenfunktion besteht
bei CF-Patienten eine negative Korrelation [21]. Das TNF-α Gen, das auf Chromosom 6p21.3 lokalisiert ist, enthält in der Promotorregion
einen biologisch relevanten Polymorphismus. Das -308G (TNF2) Allel ist mit einer höheren
Transkriptionsrate und einer bis zu 5-fach höheren konstitutiven und induzierbaren
TNF-α-Synthese assoziiert [22]
[23].
Hull und Thomson beschrieben 1998 eine Assoziation zwischen dem TNF2-Allel und der
Lungenfunktion sowie dem Körpergewicht von CF-Patienten. Sie fanden in einer Untersuchung
an 53 Kindern mit CF, dass Träger des TNF2-Allels im Alter von 8 Jahren eine signifikant
niedrigere FEV1 und einen schlechteren Gewichts-Score hatten als Patienten die homozygot für das
TNF1-Allel waren [24]. Der Zusammenhang zwischen Lungenfunktion und TNF-α-Genotyp konnte in einer späteren
Studie allerdings nicht bestätigt werden. In dieser Studie an 251 Kindern und Erwachsenen
mit CF fand sich keine Assoziation zwischen dem TNF-α - 308 Promotor Polymorphismus
und dem Verlauf der Lungenfunktion [25]. Eine mögliche Ursache für die unterschiedlichen Ergebnisse dieser beiden Studien
könnte an der Phänotypisierung der Patientenkollektive liegen. Während in der ersten
Arbeit Pseudomonasbesiedlung, Chrispin-Norman Score, Shwachman-Score und Lungenfunktion
mit FEV1 im Alter von 8 Jahren zur Beurteilung der Lungenerkrankung herangezogen wurden [24], wurden die Patienten in der zweiten Studie nicht für ihr Alter normiert, dafür
wurden aber longitudinale Daten wie Alter bei Erstbesiedlung der Atemwege mit pathogenen
Keimen sowie Alter bei Unterschreiten der FEV1 von 50 % der Norm [25] berücksichtigt. Die beschriebene Assoziation mit dem TNF2-Allel könnte auch durch
ein Kopplungsungleichgewicht mit MHC-Allelen begründet sein, da das TNF-α-Gen zwischen
den Genloci für die MHC Klasse I und Klasse II-Gene liegt [26].
Transforming growth factor-β (TGF-β)
TGF-β ist ein Zytokin mit sowohl pro- als auch anti-inflammatorischen Eigenschaften.
Im Atemwegsepithel moduliert TGF-β die Proliferation von Fibroblasten und die Ablagerung
von Kollagen [27]
[28]
[29]. TGF-β wird von dem TGFβ1-Gen kodiert, welches auf Chromosom 19 in Position 19q13.1 liegt. Für zwei Polymorphismen
an den Positionen + 869 (Codon 10) und + 915 (Codon 25), die jeweils zu einer Substitution
von Leucin (+ 915) bzw. Arginin (+ 869) durch Prolin führen, konnte gezeigt werden,
dass sie die Produktion von TGF-β beeinflussen [30]. Die Allele, die zum Einbau von Prolin führen, sind jeweils mit einer verminderten
TGF-β-Produktion assoziiert. Diese Allele scheinen in bestimmten Situationen protektiv
zu wirken, da sie z. B. nach Lungentransplantation mit einem verringerten Risiko einer
pulmonalen Fibrose einhergehen [30]
[31]. Individuen mit Leucin oder Arginin in dieser Aminosäuresequenz hingegen, produzieren
mehr TGF-β und entwickeln häufiger eine Lungenfibrosen auf pro-inflammatorische Reize,
wie z. B. durch Bleomycin [32].
Der Einfluss der beschriebenen Polymorphismen im TGFβ1-Gen auf die Lungenerkrankung bei CF wurde erstmals von Arkwright u. Mitarb. untersucht.
In einer Studie an 171 CF-Patienten, die allesamt homozygot für die CFTR ΔF508 Mutation
waren, fand sich eine Assoziation zwischen einer früheren Verschlechterung der Lungenfunktion
mit dem „high-producer” Genotyp in Codon 10 [33]. CF-Patienten mit Leucin in Codon 10 unterschritten eine FVC von 70 % der Norm im
Durchschnitt 5 Jahre früher als Träger von Prolin (p < 0,005). Das relative Risiko
einer frühzeitigeren Verschlechterung der FEV1 unter 50 % der Norm und der FVC auf unter 70 % der Norm war bei diesen Patienten
jeweils fast zweifach erhöht. Eine Assoziation zwischen pulmonalem Phänotyp und Codon
25-Allelen fand sich in dieser Untersuchung nicht [33]. In einer späteren Studie der gleichen Arbeitsgruppe, die diesmal in einer größeren
Gesamtpopulation von 259 Patienten Polymorphismen in mehreren Zytokingenen untersuchte,
konnte die Assoziation mit den Codon 10 Allelen nicht bestätigt werden. Allerdings
fand sich nun, im Gegensatz zur vorangegangenen Studie, in einer Subpopulation von
68 CFTR ΔF508 homozygoten Patienten für den „high-producer” Genotyp in Codon 25 eine
signifikante Assoziation mit einer frühzeitigeren Verschlechterung der FEV1 unter 50 % der Norm. In der Gesamtpopulation der untersuchten CF-Patienten bestand
diese Assoziation nicht [25].
Glutathion-S-Transferasen
Chronische Inflammation und Infektionen führen bei der CF zu oxidativem Stress, der
durch die Bildung freier Radikale zur Schädigung des pulmonalen Gewebes beiträgt [34]
[35]. Ein wichtiges Antioxidanz der Lunge ist Glutathion [36]. Die Bindung von Glutathion an toxische Substanzen wird von einer Familie antioxidant
wirkender Enzyme katalysiert, die Glutathion-S-Transferasen (GSTs) genannt werden
[37].
Die GSTs werden in unterschiedlichen Geweben exprimiert, unter anderem auch in Lunge
und Leber. Für GSTM1 und GSTM3 sind Polymorphismen mit funktioneller Bedeutung beschrieben
[38]. Das GSTM1 0-Allel (GSTM1-0), kodiert aufgrund einer ausgedehnten Deletion kein
Protein. Der homozygote GSTM1-0 Genotyp ist mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung
verschiedener Karzinome [39], Lungenemphysem [40] sowie chronischer Bronchitis assoziiert [41]. Der Polymorphismus in GSTM3 führt durch eine Deletion von drei Basenpaaren zu einer
Bindungsstelle für den Transkriptionsfaktor YY1, was zu einer veränderten Expression
von GSTM3 führt [38]. Das GSTM3 B-Allel ist mit dem Verlauf von inflammatorischen und rheumatoiden Erkrankungen
assoziiert [42]
[43]. Im GSTP1 Gen ist an Position + 313 ein Einzel-Nukleotid-Polymorphismus (SNP) beschrieben,
der zu einem Austausch der Aminosäure Isoleuzin (Ile) zu Valin (Val) und darüber zu
einer Veränderung der Enzymaktivität führt [44]. Homozygotie für das Val-Allel ist bei Asthma mit einer geringeren bronchialen Hyperreagibilität
und mit einem geringeren Risiko für die Erkrankung als solche assoziiert [45].
Die bei der CF durchgeführten Assoziationsstudien mit den GST-Genen führten zu unterschiedlichen,
teils widersprüchlichen Ergebnissen. Baranov u. Mitarb. zeigten an 194 CF-Patienten,
dass Homozygotie für das GSTM1-0 Allel mit einer früheren Diagnose der CF sowie einer
erhöhten Mortalität (Tod vor dem 5. Lebensjahr) assoziiert ist [46]. Hull und Thomson fanden in einer Untersuchung an 53 CF-Patienten, dass Patienten
die homozygot für das 0-Allel waren, stärkere Veränderungen im Chrispin-Norman Röntgen
Score und einen schlechteren klinischen Zustand (Shwachman Score) aufwiesen, als Patienten
mit GSTM1 A- oder -B-Allelen [24]. Eine Assoziation des GSTM1-0 Genotyp mit einer schwereren Lungenerkrankung konnte
jedoch in einer anderen Untersuchung an 146 CF-Patienten nicht bestätigt werden. In
dieser Studie, in der Flamant u. Mitarb. alle vier oben beschriebenen Polymorphismen
der GST-Gene (M1, M3, P1, T1) untersuchten, fand sich für Träger der GSTM1-Deletion
eine signifikant bessere Lungenfunktion [47]. Für GSTP1 und GSTM1 fand sich in dieser Untersuchung kein Einfluss auf den pulmonalen
Phänotyp.
In einer anderen Untersuchung derselben Arbeitsgruppe an 106 Patienten wurde für das
GSTP1-Gen eine Assoziation mit einer CF-Lebererkrankung beschrieben. Patienten mit
GSTP1 Ile/Ile-Genotyp waren signifikant häufiger von einer Lebererkrankung betroffen
als Träger eines GSTP1 Val-Allels [48].
α1-Antitrypsin (α1-AT)
Das Akutphaseprotein α1-Antitrypsin (α1-AT) ist ein Glykoprotein, welches von Monozyten und Hepatozyten gebildet wird. Es
gehört zur Familie der Antiproteasen, die für ein Gleichgewicht zwischen der antimikrobiellen,
protektiven Wirkung der Proteasen und ihrer destruierenden Wirkung auf das Lungenepithel
sorgen. Das Gleichgewicht zwischen Proteasen und Antiproteasen ist bei der CF gestört
[49]. Dem α1-AT kommt in der Lunge eine besondere Bedeutung zu, da es in besonders starkem Maße
die Wirkung der exzessiv freigesetzten Neutrophilen-Elastase hemmt [50]. Eine Verminderung der α1-AT-Konzentration führt zu Asthma, Bronchiektasie und Lungenemphysem [51]
[52]
[53]. Das kodierende Gen für α1-AT liegt auf Chromosom 14q32.1. Eine Substitution von Glu durch Val in Codon 264
(S-Allel), und eine Substitution von Glu durch Lys in Codon 342 (Z-Allel) im α1-AT-Gen führen zu verminderten α1-AT-Konzentrationen [54]. Die Frequenz dieser Polymorphismen ist, mit 8 % für das S-Allel und 4 % für das
Z-Allel, allerdings niedrig.
Assoziationsstudien mit dem α1-AT-Gen führten bei der CF zu widersprüchlichen Ergebnissen. In einer Studie von Döring
u. Mitarb. wurde zunächst bei Patienten mit α1-AT-Defizienz über eine frühere Besiedlung der Atemwege mit P. aeruginosa berichtet
[55]. Mahadeva u. Mitarb. fanden in zwei anschließenden Untersuchungen aber das Gegenteil
der erwarteten Relation von α1-AT-Defizienz Allelen und CF-Lungenphänotyp. 20 ihrer insgesamt 147 untersuchten CF-Patienten,
die Träger eines α1-AT S- oder Z-Allels waren, zeigten im Vergleich zu CF-Patienten mit Normalallelen
eine signifikant bessere Lungenfunktion [56]. In einer zweiten Studie, in der die gleiche Arbeitsgruppe die α1-AT-Allelfrequenzen bei 79 CF-Patienten mit extremen Phänotypen untersuchte, fanden
sich keine Unterschiede in der Frequenz der α1-AT-Defizienz Allele zwischen Patienten mit schwerer Erkrankung die zur Lungentransplantation
oder zum Tod im Kindesalter geführt hatte, und der erwarteten Allelfrequenz in der
Normalbevölkerung [57]. Eine weitere Mutation im α1-AT-Gen liegt 1237 Basenpaare hinter dem letzten Exon in einer Bindungsstelle für
Transkriptionsfaktoren, welche die Transkription des Gens beschleunigen (Enhancer).
Henry u. Mitarb. fanden in einer Untersuchung an 124 Patienten mit CF nun wiederum,
dass das 1237A-Allel, welches mit einer verminderten α1-AT-Genexpression einhergeht [58], bei den betroffenen 16 Patienten mit weniger pulmonalen Infektexazerbationen, einer
niedrigeren Kolonisationsrate der Atemwege mit P. aeruginosa und weniger Veränderungen
im Brasfield Röntgen Score assoziiert war [59]. Eine große kanadische Multi-Center Studie, die an über 700 CF-Patienten durchgeführt
wurde, konnte keinen Zusammenhang zwischen der Lungenerkrankung bei CF und den verschiedenen
α1-AT-Genvarianten finden. In dieser bisher größten publizierten Assoziationsstudie
zum Thema, fanden sich weder eine Assoziation zwischen dem Verlauf der pulmonalen
Erkrankung mit den S- und Z-Allelen, noch Hinweise auf einen protektiven Effekt der
3’ 1237A-Mutation im α1-AT-Gen [60].
α1-Antichymotrypsin
Bei α1-Antichymotrypsin (α1-ACT) handelt es sich ebenfalls um einen Proteaseinhibitor, der von Monozyten und
Hepatozyten gebildet wird [61] und, ähnlich wie α1-AT, an der Modulation von Immunreaktionen beteiligt ist [62]. Das α1-ACT-Gen ist auf Chromosom 14 in Position 14q31-q31.2 lokalisiert [63]. Zwei sehr seltene Mutationen im α1-ACT-Gen führen zu reduzierten α1-ACT-Plasmaspiegeln und sind mit familiärer chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen
(COPD) assoziiert [64].
Der Effekt eines α1-ACT-Mangels auf den Verlauf der CF wurde von Mahadeva u. Mitarb. an 157 CF-Patienten
untersucht [65]. Zehn Patienten, bei denen sich ein Mangel an α1-ACT im Plasma fand, waren seltener mit P. aeruginosa infiziert und hatten eine mildere
pulmonale Erkrankung mit besserer Lungenfunktion und besserem Röntgen Score als die
Patienten mit normalem Plasma α1-ACT. Eine mituntersuchte Mutation im α1-ACT-Signalpeptid (-15Thr/Ala) korrelierte zwar nicht mit der Höhe der α1-ACT-Plasmaspiegel, der Genotyp -15Ala/Ala war aber mit einer milderen pulmonalen
Erkrankung assoziiert [65].
Angiotensin I Converting Enzyme (ACE)
Das Angiotensin I Converting Enzyme (ACE) wird von einem Gen auf Chromosom 17q23 kodiert.
Das ACE-Gen enthält eine biologisch relevante Genvariante in Intron 16, bei der es
sich um eine 287 Basenpaare große Insertion/Deletion (I/D) handelt. Diese Genvariante
ist für ca. 50 % der Variabilität der normalen ACE-Serumspiegel verantwortlich [66]. ACE-Genotypen die mit hohen ACE-Spiegeln einhergehen, sind mit einer stärkeren
körperlichen Leistungsfähigkeit assoziiert [67]. Außerdem konnte für ACE-Inhibitoren gezeigt werden, dass sie in den Atemwegen anti-fibrotische
Effekte haben [68]
[69].
Bei der CF fand sich in einer Untersuchung an insgesamt 261 Patienten eine statistisch
signifikante Assoziation des ACE DD-Genotyps mit sowohl schwerer pulmonaler Erkrankung
(Alter bei dem eine FEV1 von 50 % d. N. unterschritten wird) als auch mit sonographischen Hinweisen auf eine
Leberzirrhose (portale Hypertension) [25]. Die schon bei Gesunden beschriebene Assoziation des ACE-Gens mit den ACE-Serumkonzentrationen
bestand auch bei 38 untersuchten CF-Patienten, wobei die Patienten mit II-Genotyp
die niedrigsten ACE-Spiegel aufwiesen [25].
Beeinflussung der Infektion
Mannose-bindendes Lectin (MBL)
Das Serumprotein MBL ist ein wichtiger Bestandteil des angeborenen Immunsystems und
schützt vor bakteriellen sowie viralen Infektionen. In dem es an Liganden auf der
Oberfläche von Mikroorganismen bindet, führt es, über die Aktivierung des Komplementsystems,
zur Phagozytose [70]. Das für MBL kodierende Gen, MBL2 genannt, liegt auf Chromosom 10 in Position 10q11.2-q21.
In Exon 1 von MBL2 befinden sich drei voneinander unabhängige Missensemutationen,
die jeweils zu einer erheblichen Verminderung der MBL-Serumkonzentration führen [71]. Diese Allelvarianten werden als MBL2-0-Allele bezeichnet, während die Normalallele
MBL2-A-Allele genannt werden. Heterozygotie für die 0-Allele führt zu einer Verminderung
der funktionalen MBL-Untereinheiten im Serum auf 10 - 20 %, Homozygotie zur absoluten
MBL-Defizienz [72]. Darüber hinaus wird MBL im Serum von einem Polymorphismus in Position - 221 im
MBL2-Promotor beeinflusst, der als Y-Allel zu einer hohen und als X-Allel zu einer
niedrigen MBL-Expression führt [73]. In mehreren Studien konnte eine Assoziation zwischen den MBL2-0-Allelen und einem
erhöhten Risiko für verschiedene Infektionen nachgewiesen werden [74]
[75].
Bei der CF ist das Vorhandensein von MBL2-0-Allelen mit schwererer Lungenerkrankung
und höherer Mortalität assoziiert. Garred u. Mitarb. fanden, in einer Gesamtpopulation
von 149 CF-Patienten, im Vergleich zu homozygoten Wildtyp Trägern, bei P. aeruginosa
besiedelten Trägern von MBL2-0-Allelen eine signifikant schlechtere Lungenfunktion
sowie ein 3-fach erhöhtes Risiko für Tod oder die Notwendigkeit einer Lungentransplantation
[76]. Ähnliche Ergebnisse wurden auch von Gabolde u. Mitarb. in einer Population von
164 ΔF508 homozygoter CF-Patienten berichtet. Die 11 Patienten dieser Population die
homozygot oder compound heterozygot für die MBL2-0-Allele der Codons 52, 54 und 57
waren, hatten, im Vergleich zu Trägern von Wildtyp-Allelen, ebenfalls eine signifikant
schlechtere Lungenfunktion [77]. Die gleiche Arbeitsgruppe konnte in einer späteren Studie auch eine Assoziation
von MBL2 mit Leberzirrhose bei CF zeigen [78].
HLA Klasse II-Allele
Allergische Symptome wie bronchiale Hyperreagibilität, positiver Hautpricktest, erhöhte
Konzentrationen von Serum IgE und präzipitierende Antikörper, kommen bei der CF gehäuft
vor [79]
[80]. Atopische CF-Patienten scheinen einen schwereren Krankheitsverlauf zu haben, als
nicht atopische [80]. Daher ist es vorstellbar, dass bestimmte Gene, die das Risiko an einer Allergie
zu erkranken erhöhen, den Verlauf der CF negativ beeinflussen. Für einige der Haupt-Histokompatibilitätskomplex
(MHC) Klasse II-Allele (DR4-DR7) konnte in der Normalbevölkerung eine Assoziation
mit allergischen Erkrankungen gezeigt werden [81]
[82].
In einer Untersuchung an 98 Erwachsenen mit CF fand sich, im Vergleich zu Gesunden
ohne Allergie, eine signifikante Häufung der HLA Klasse II-Allele DR4 und DR7 und
des DR7/DQA*0201 Haplotyps. In der Gruppe der CF-Patienten war das DR7-Allel mit erhöhtem
Gesamt-IgE und mit chronischer P. aeruginosa Besiedlung assoziiert. Eine Assoziation
zwischen HLA Klasse II-Allelen und FVC oder FEV1 fand sich in dieser Untersuchung nicht [83].
Neuronale (NOS1) und endotheliale NO-Synthase (NOS3)
Der Botenstoff Stickstoffmonoxid (NO) wird von Enzymen gebildet, die NO-Synthasen
(NOS) genannt werden. NOS kommt in drei verschiedenen Isoformen vor: NOS1 (neuronale
NOS), NOS2 (induzierbare NOS) und NOS3 (endotheliale NOS). Die NOS-Isoformen werden
in unterschiedlichen Zellen der Atemwege exprimiert, wie in Makrophagen, neutrophilen
Granulozyten, Endo- und Epithelzellen, Nervenzellen und glatten Muskelzellen [84]
[85]. In den Atemwegen ist NOS an der Regulation zahlreicher physiologischer Prozesse
beteiligt, unter anderem an der Infektabwehr, der Regulation des bronchialen Widerstandes
sowie der Neurotransmission [86]
[87]
[88]. Bei Patienten mit entzündlichen Erkrankungen der Atemwegen wie dem Asthma bronchiale
sind die in der Ausatemluft messbaren Konzentrationen von NO erhöht. Trotz, oder vielleicht
wegen, der chronischen pulmonalen Inflammation finden sich bei CF-Patienten jedoch
erniedrigte exspiratorische NO-Werte [89]
[90]
[91]
[92]. In einigen Studien zeigte sich bei CF-Patienten eine positive Korrelation zwischen
der Höhe der pulmonalen NO-Konzentrationen und der Lungenfunktion [90]
[91]
[93]
[94]
[95]. Dies deutet darauf hin, dass der Verlauf der pulmonalen Erkrankung durch Unterschiede
in der individuellen NO-Synthese beeinflusst wird.
Das Gen der NOS1 liegt auf Chromosom 12 in Position 12q24.2-q24.31. Bei Asthmatikern
konnte gezeigt werden, dass eine Wiederholungssequenz in Intron 20 von NOS1 mit der
Variabilität des exspiratorischen NO assoziiert ist [96]. Der gleiche Polymorphismus ist auch bei der CF mit der Höhe des exhalierten NO
assoziiert [97]. Patienten mit längeren Wiederholungssequenzen haben niedrigere NO-Konzentrationen
als Patienten mit kürzeren Sequenzen. In einer Untersuchung an 75 CF-Patienten konnte
außerdem gezeigt werden, dass die Träger der NOS1-Genvarianten, die mit niedrigerem
NO assoziiert waren, ein höheres Risiko der Besiedlung der unteren Atemwege mit P.
aeruginosa hatten [97]. Diese NOS1-Genotypen mit niedriger NO-Synthese scheinen auch die Besiedlung der
oberen Atemwege durch pathogene Keime zu begünstigen [98]
[99]. Die Bedeutung der NOS1 als modifizierendes Gen bei der CF konnte kürzlich bestätigt
werden. In einer Untersuchung an 59 Erwachsenen mit CF wurde gezeigt, dass eine CA-Wiederholungssequenz
im NOS1-Gen ebenfalls mit der Höhe des NO in den Atemwegen assoziiert ist. NOS1-Genotypen
die zu einem höheren NO in den Atemwegen führen waren in dieser Untersuchung mit einer
langsameren Verschlechterung der Lungenfunktion assoziiert [100].
Die zweite konstitutiv in den Atemwegen exprimierte NOS-Isoform ist NOS3. Sie wird
von einem Gen kodiert, das auf Chromosom 7 in Position 7q35 - 36 liegt. Das NOS3-Gen
enthält an Position 894 in Exon 7 eine G/T-Mutation, die im Codon 298 zum Austausch
von Aspartat gegen Glutamat führt [101], was die Stabilität des NOS3-Proteins verändert [102]. Für diese Genvariante konnte, wiederum zunächst bei Patienten mit Asthma, gezeigt
werden, dass sie ebenfalls mit der Höhe des exhalierten NO assoziiert ist [103].
In einer Studie an 70 CF-Patienten fand sich, ähnlich wie bei den Untersuchungen an
NOS1, dass das NOS3 894G-Allel sowohl mit niedrigeren NO-Werten in der Ausatemluft,
als auch mit einer höheren Kolonisationsrate mit P. aeruginosa assoziiert war. Diese
Assoziation mit NOS3 bestand allerdings nur bei den weiblichen CF-Patienten [104]. Eine mögliche Erklärung für dieses Ergebnis liegt darin, dass die Aktivität von
NOS3, z. B. im Gefäßendothel, durch Östrogene stimuliert werden kann, was zu einer
höheren Aktivität dieses Enzyms bei Frauen im Vergleich zu Männern führt [105]. Da Frauen aber, im Vergleich zu Männern, eine um etwa 50 % geringere NO-Produktion
in den Atemwegen haben [106], ist es vorstellbar, dass der Krankheitsverlauf bei Patientinnen, die aufgrund ihrer
genetischen Disposition eine geringere NO-Synthese haben, in bestimmten Situationen
nicht ausreichend NO produzieren können und so der Krankheitsverlauf negativ beeinflusst
wird. Diese Hypothese wurde kürzlich durch eine Studie an Patienten mit Sichelzellanämie
unterstützt. Bei der Sichelzellanämie handelt es sich ebenfalls um eine Erkrankung
mit pulmonaler NO-Defizienz [107]
[108]. In dieser Studie fand sich, ähnlich wie bei der CF, eine Assoziation zwischen NOS3-Genvarianten
mit verminderter NO-Synthese und pulmonalem Phänotyp bei Frauen aber nicht bei Männern
[109].
Interleukine-10 (IL-10)
IL-10 gehört zu den Zytokinen mit antiinflammatorischer Wirkung. Bei der CF ist die
Bildung von IL-10 im Vergleich zu Gesunden vermindert [110]
[111]
[112]. Im IL-10 Gen existiert ein funktionell relevanter Polymorphismus an Position -
1082 der Promotorregion. Aus Studien an Mäusen ergeben sich Hinweise, dass IL-10 eine
wichtige Rolle bei der endobronchialen Infektion mit P. aeruginosa spielt [113]
[114] und an der Regulation der T-Zell-vermittelten Antwort auf eine Infektion mit A.
fumigatus beteiligt ist [115]
[116]
[117].
In einer deutsch-französischen Kooperationsstudie an 387 Patienten mit CF konnte kürzlich
gezeigt werden, dass CF-Patienten mit dem IL-10 - 1082 Allel, das mit einer erhöhten
IL-10 Produktion assoziiert ist, eine signifikant erhöhte Kolonisationsrate mit A.
fumigatus aufwiesen und ein erhöhtes Risiko hatten an einer allergischen bronchopulmonalen
Aspergillose (ABPA) zu erkranken [118].
Probleme der bisherigen Studien und Ausblick
Hauptprobleme der bisherigen Assoziationsstudien sind geringe Fallzahlen, kontroverse
Ergebnisse (wie bei α1-AT, TNF-α, TGF-β, GST-M1) oder noch nicht in einer unabhängigen
Population bestätigte Assoziationen (z. B. ACE, HLA-II, β2-AR, α1-ACT). Bei den oben
aufgeführten Studien wurde eine Kohortengröße von 100 Patienten nur selten überschritten.
Die Größe der untersuchten Population ist aber von erheblicher Bedeutung, wie z. B.
die unterschiedlichen Ergebnisse der verschiedenen Studien zu α1-AT zeigen [55]
[56]
[57].
Ein weiteres Problem stellt die zum Teil recht unterschiedliche Definition des Phänotyps
dar, welche sich unter anderem aus dem unterschiedlichen Studiendesign ergibt. Bei
den Studien zu NOS1 z. B. fand sich in einer longitudinalen Untersuchung eine Assoziation
mit dem Verlauf der Lungenfunktion aber nicht mit Keimbesiedlung [100], in einer Querschnittsuntersuchung hingegen eine Assoziation mit Keimbesiedlung,
aber nicht mit der Lungenfunktion [97].
Bei der Diskussion der Auswahl der zu untersuchenden Marker des Phänotyps, gibt es
die Möglichkeit nur extreme Phänotypen zu berücksichtigen, da die so gefundenen Assoziationen
vielleicht stärker und daher glaubhafter sind. Andererseits führt diese Auswahl zu
einer Verkleinerung der Population und so werden womöglich auch relevante Assoziationen
mit diesem Design nicht erkannt. Dieses Problem kann kompensiert werden, indem die
Populationsgröße erheblich angehoben wird. In eine derzeit in den USA durchgeführten
Multicenter-Studie zu modifizierenden Genen werden nur CF-Patienten mit gleichem CFTR-Genotyp
(DF508/DF508) und extrem unterschiedlichen Phänotyp eingeschlossen. Die Patienten
werden anhand ihrer longitudinal erhobenen FEV1-Werte einer von drei Gruppen zugeordnet: 1) schwere Lungenerkrankung, 2) milde Lungenerkrankung
bei jüngeren (15 - 28 Jahre) und 3) milde Lungenerkrankung bei älteren (>29 Jahre)
Patienten. In diese Studie wurden bereits über 900 Patienten eingeschleust. Vorläufige
Auswertungen zeigen, etwas überraschend, dass die P. aeruginiosa Besiedlung der Atemwege
mit 85 - 89 % in den drei Gruppen etwa gleich ist. Daten über das Alter bei Erstbesiedlung
mit diesem Keim liegen nicht vor. In einer ersten Analyse wurden 10 Gene untersucht,
für die von anderen Gruppen bereits eine Assoziation mit der CF-Lungenerkrankung beschrieben
wurde. Mit dem Schweregrad der pulmonalen Erkrankung fand sich hier eine Assoziation
mit drei genetischen Markern im TGF-β-Gen. Mit den anderen Genen, darunter z. B. ACE,
MBL, TNF-α und NOS3, fand sich keine Assoziation mit dem Verlauf der Lungenfunktion,
was die vorherigen Studien zum Teil bestätigt, da diese, wie z. B. im Fall von NOS3,
eine Assoziation mit der Keimbesiedlung aber nicht mit der Lungenfunktion beschrieben
hatten [119].
Parallel zu dieser US-amerikanischen Initiative läuft derzeit in Kanada eine große
multizentrische nationale Studie, an der 40 CF-Zentren beteiligt sind. Diese Studie
hat zum Ziel, alle verfügbaren CF-Familien Kanadas (ca. 3000 Patienten) zu rekrutieren.
In dieser Studie wird DNA sowohl von den Patienten, als auch von deren Eltern gesammelt
und untersucht. Analysiert werden Marker in 1) bestimmten Genen, die schon in anderen
Studien identifiziert wurden oder aus anderen Gründen als Kandidatengen interessant
erscheinen, 2) in speziellen genomischen Regionen, die z. B. mit bei der CF-Maus identifizierten
Regionen korrespondieren, sowie 3) in Form eines Genom-weiten Scans in der Familien-DNA.
Bis jetzt wurden 1382 Familien, darunter 570 Trios (CF-Patient plus beide Eltern),
in die Studie aufgenommen. Zur Zeit liegen Ergebnisse für 56 genetische Marker in
39 Genen verschiedener funktioneller Kategorien vor. Bei 7 dieser getesteten Gene
fand sich eine statistisch signifikante Assoziation mit mindestens einer klinischen
Variable. Zu diesen Genen gehören TGF-β und Cathepsin B, für die bei der CF auch schon
in anderen Studien eine Assoziation mit dem pulmonalen Phänotyp beschrieben wurde,
sowie TNF-β, dem Kalzium-abhängigen Chloridkanal CLCA1, und SLC22A, einem Transporter
für organische Ionen, für die erstmalig eine Assoziation mit der CF-Lungenerkrankung
gefunden wurde [120].
Es bleibt abzuwarten, ob in den oben genannten Studien noch weitere, den Verlauf der
CF modifizierende Gene identifiziert werden, und ob die jeweiligen Ergebnisse in den
Studien mit unterschiedlichen Einschlusskriterien und Design untereinander reproduzierbar
sind.
Zusammenfassend zeigen die aufgeführten Studien, dass modifizierende Gene für den
Verlauf der Lungenerkrankung bei CF eine wichtige Rolle zu spielen scheinen. Bevor
einzelne genetische Varianten jedoch eindeutig in ihrer Relevanz eingestuft werden
können, bedarf es der Bestätigung der einzelnen Untersuchungsergebnisse in größeren,
unabhängigen Populationen. Letztlich besteht die Hoffnung, dass sich aus diesen Erkenntnissen
neue Ansätze der Therapie ergeben und Risikogruppen definiert werden können, die einer
früheren und intensiveren Behandlung zugeführt werden müssen (Tab. [1], Tab. [2], Tab. [3]).
Tab. 1 Assoziationen mit Lungenfunktion oder radiologischen Veränderungen der Lunge
Gen (Chromosom) |
Polymorphismus |
Allel |
Auswirkung |
Phänotyp |
TNF-α (6p21.3)
|
SNP - 308 A/G Promotor |
G-Allel (TNF2) |
[TNF-α] ↑ |
FEV1 mit 8 Jahren ↓ und Gewicht ↓ [24]
|
TGF-β (19q13.1)
|
SNP + 869 T/C Codon 10 SNP + 915 G/C Codon 25 |
T-Allel
G-Allel |
[TGF-β] ↓
[TGF-β] ↓ |
FEV1 < 50 % Risiko 2 × ↓ und FVC < 70 % 5 Jahre später [33]
später FEV1 < 50 % bei ΔF508/ΔF508 [25]
|
β2-AR (5q31-q32)
|
SNP + 46 A/G Codon 16 |
G-Allel |
β2-AR ↓ |
FEV1, FVC und MEF50 % ↓ jährliche Abnahme der FEV1 ↑ [19]
|
GST M1 (1p13.3)
|
Gendeletion |
M1 - 0 |
kein Protein |
Chrispin-Norman-Röntgen-Score ↓ Shwachman-Score ↓ [24]
|
GST M3 (1p13.3)
|
3 bp Deletion Intron 6 |
B-Allel |
[GST M3] ↑ |
FEV1 und FVC ↑ [47]
|
α1-AT (14q32.1)
|
SNP, Codon 264 SNP G/A, Codon 342 SNP + 1237 3Ž Region, Enhancer |
S-Allel Z-Allel A-Allel |
[α1-AT] ↓
Genexpression ↓ |
keine Assoziation mit Lungenfunktion [57]
Brasfield-Röntgen-Score ↑ [59]
|
MBL2 (10q11.2-q21)
|
SNP C/T, Codon 52 SNP G/A, Codon 54 SNP G/A, Codon 57 |
D-Allel B-Allel C-Allel |
[MBL] ↓ [MBL] ↓ [MBL] ↓ |
Risiko für Tod oder Lungentransplantation 3fach ↑, FEV1 und FVC ↓ [76]
FEV1 und FVC ↓ bei ΔF508/ΔF508 [77]
|
α1-ACT (14q31-q31.2)
|
SNP - 15 A/G Promotor |
G-Allel |
in dieser Studie keine Korrelation |
FEV1 % ↑, radiologischer Score ↑ [65]
|
ACE (17q23)
|
287 bp Deletion Intron 16 |
DD |
[ACE] ↑ |
früherer Abfall der FEV1 < 50 % der Norm [25]
|
NOS1 (12q24.2 - 31)
|
GT-Repeat, 5’ UTR |
> 27 GTs |
exhaliertes NO ↑ |
jährliche Abnahme der FEV1 ↓ [100]
|
Tab. 2 Assoziationen mit der pulmonalen Keimbesiedelung
Gen (Chromosom)
|
Polymorphismus |
Allel |
Auswirkung |
Phänotyp |
HLA II (6p21.3)
|
|
DR7 |
|
chronische Besiedlung mit P. aeruginosa ↑ Gesamt IgE ↑ [83]
|
α1-AT (14q31-q32.3)
|
SNP, Codon 264 SNP G/A, Codon 342 SNP + 1237 A/G 5°Region, Enhancer |
S-Allel Z-Allel
A-Allel |
[α1-AT] ↓
Genexpression ↓ |
frühere Besiedlung mit P. aeruginosa Pseudomonas-AK im Serum ↑ [55]
chronische Besiedlung mit P. aeruginosa ↓ [59]
|
NOS1 (12q24.2 - 31)
|
AAT-Repeat Intron 20 |
≥ 12 AATs |
exhaliertes NO ↓ |
Besiedlung mit P. aeruginosa ↑ und Besiedlung mit A. fumigatus ↑ [97]
|
NOS3 (7q35 - 36)
|
SNP + 894 T/G Codon 298 |
G-Allel |
exhaliertes NO ↓ |
Besiedlung mit P. aeruginosa ↑ [104]
|
Tab. 3 Assoziationen mit Lebererkrankung
Gen (Chromosom)
|
Polymorphismus |
Allel |
Auswirkung |
Phänotyp |
GST P1 (11q13)
|
SNP + 313 A/G Codon 105 |
G-Allel |
veränderte Enzymaktivität |
Risiko für Leberzirrhose ↓ [48]
|
MBL2 (10q11.2-q21)
|
SNP C/T, Codon 52 SNP G/A, Codon 54 SNP G/A, Codon 57 |
D-Allel B-Allel C-Allel |
[MBL] ↓ |
Risiko für Leberzirrhose ↑ bei ΔF508/ΔF508 [78]
|
ACE (17q23)
|
Deletion von 287 bp Intron 16 |
D-Allel |
[ACE] ↑ |
Risiko für Leberzirrhose ↑ [25]
|