In den letzten Jahrzehnten wurde deutlich, was mit einer modernen antipsychotischen
Behandlung erreicht werden kann. Standen bisher primär die Symptomverbesserung, die
"Response", und die Rückfallprophylaxe im Vordergrund, sind es heute bessere Lebensqualität
und Integrität in die Gesellschaft. Das beste Medikament nutzt allerdings nichts,
wenn es nicht eingenommen wird. Trotz aller Verbesserungen der Pharmakotherapie zählt
Schizophrenie zu den Erkrankungen mit erschreckend hoher Non-Compliance. Das Absetzen
der antipsychotischen Medikation ist jedoch der Hauptgrund für einen Rückfall. Da
sich mit jedem Rückfall die Prognose der Patienten weiter verschlechtert, ist das
rechtzeitige Erkennen der Non-Compliance ein Schlüsselpunkt der Behandlung. Im normalen
Praxisalltag ist Non-Compliance allerdings nur schwierig zu entdecken. Eine gute Transparenz
ist dagegen unter Depotpräparaten möglich. Erscheint der Patient nicht zum vereinbarten
Termin, ist der Wirkspiegel meist noch hoch genug, um rechtzeitig intervenieren zu
können. Insbesondere Risperdal® Consta®, das bisher einzige atypische Antipsychotikum
in Depotformulierung, wird daher zunehmend häufiger eingesetzt. Wie Dr. Thomas Kohler,
Ravensburg, auf einem Satellitensymposium in Berlin vorstellte, eignet es sich auch
für ersterkrankte Patienten, um eine Chronifizierung der Erkrankung zu vermeiden.
Dies bestätigte auch Dr. Werner Kissling, München, der bereits eine Spezialambulanz
an seiner Klinik für Depotpatienten eingerichtet hat. Zusammen mit psychoedukativen
Maßnahmen konnten dort die Kosten der Behandlung, die vor allem durch stationäre Aufnahmen
entstehen, bereits deutlich gesenkt werden. Nach ersten Ergebnissen konnte die Zahl
der stationären Wiederaufnahmen um mehr als halbiert werden.
Dr. Katrin Wolf
Satellitensymposium "Therapiekontinuität oder patientenrelevante Endpunkte - zwei
voneinander unabhängige Ziele der Schizophrenietherapie?" am 22. November im Rahmen
des DGPPN-Kongresses in Berlin, unterstützt von Janssen-Cilag GmbH