Phlebologie 2018; 47(06): 329-333
DOI: 10.12687/phleb2434-6-2018
Übersichtsarbeiten
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Aktuelle Aspekte der Diagnostik und Therapie der Oberflächenthrombose des Beines

Article in several languages: deutsch | English
M. Stücker
1   Venenzentrum der Dermatologischen und Gefäßchirurgischen Kliniken, Kliniken der Ruhr-Universität Bochum, Bochum
,
S. Reich-Schupke
1   Venenzentrum der Dermatologischen und Gefäßchirurgischen Kliniken, Kliniken der Ruhr-Universität Bochum, Bochum
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Korrespondenzadressen

Prof. Dr. Markus Stücker
Klinik für Dermatologie
Venerologie und Allergologie
der Ruhr-Universität Bochum
Katholisches Klinikum Bochum
Gudrunstraße 56
44791 Bochum
Venenzentrum der dermatologischen und gefäßchirurgischen Kliniken
Kliniken der Ruhr-Universität Bochum
Hiltroper Landwehr 11–13
44805 Bochum
Phone: +49 234/8792–377 od. –378   
Fax: –376   

Publication History

Eingegangen: 26 June 2018

Angenommen: 28 June 2018

Publication Date:
03 January 2019 (online)

 

Zusammenfassung

Der derzeit aktuelle Terminus Oberflächenthrombose spiegelt besser als der alte Begriff Thrombophlebitis die Ernsthaftigkeit des Krankheitsbildes wider, welches bei etwa 25% der Patienten mit weitere thromboembolischen Komplikationen wie tiefen (Bein)Venenthrombosen und Lungenembolien einhergeht. Treten die Oberflächenthrombosen in Varizen auf, sollten diese nach Abheilung der akuten OVT saniert werden. Oberflächenthrombosen abseits der Varizen treten gehäuft bei malignen Grunderkrankungen, Thrombophilie und anderen Risikofaktoren der tiefen Beinvenenthrombose auf. Obwohl die Diagnose in der Regel klinisch gestellt werden kann, ist die Duplexsonographie unverzichtbar, um die Ausdehnung des Thrombus und ein mögliches Übergreifen des Thrombus in das tiefe Beinvenensystem zu erfassen. Dabei ist das komplette Venensystem beider Beine vollständig zu sonografieren, da der entscheidende Faktor für die Oberflächenthrombose die Hyperkoagulabilität ist und daher begleitende tiefe Venenthrombosen durchaus auch auf der Gegenseite auftreten können. Die Therapie der Oberflächenthrombose ist gestaffelt nach den betroffenen Gefäßen: 1) Bei kleinkalibrigen Astthrombosen sind Kühlung, Kompressionstherapie, nicht steroidale Antiphlogistika sowie eine Stichinzision mit Thrombusexpression angezeigt. 2) Bei Oberflächenthrombosen der Saphenavenen und großkalibriger Varizenäste über 5cm Länge wird eine Antikoagulation in Prophylaxedosierung über 4–6 Wochen empfohlen, begleitet durch eine Kompressionstherapie über 3 Monate. Bei Risikofaktoren wie Krebsleiden, Autoimmunerkrankungen oder Befall nicht variköser Venen kommt es nicht selten erst nach Absetzen einer 6wöchigen Antikoagulation zu thromboembolischen Komplikationen, so dass bei diesen Patienten entsprechende Instruktionen sinnvoll sind. 3) Reicht der Thrombus näher als 3 cm an das tiefe Venensystem heran bzw. greift er auf die tiefen Venen über, wird wie bei einer tiefen Beinvenenthrombose therapiert.


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Interessenkonflikt

Nach Angaben der Autoren bestehen keine Interessenkonflikte.


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Prof. Dr. Markus Stücker
Klinik für Dermatologie
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der Ruhr-Universität Bochum
Katholisches Klinikum Bochum
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44791 Bochum
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Kliniken der Ruhr-Universität Bochum
Hiltroper Landwehr 11–13
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