Zusammenfassung
Von 141 mehr als 2 Jahre nach Diagnose überlebenden Kindern mit malignen Neoplasien
besteht bei zweien aus der Gruppe der 5-Jahres-Geheilten die Möglichkeit eines iatrogenen
Zweittumors: bei einem Knaben, der wegen eines vermeintlichen Rhabdomyosarkoms bestrahlt
und zytostatisch behandelt worden war und neun Jahre später einer akuten Leukämie
erlag, sowie bei einem Mädchen, das wegen eines inoperablen suprasellären Tumors bestrahlt
und zytostatisch behandelt worden war und sieben Jahre später an einem Glioblastom
erkrankte. Von jetzt 750 Kindern mit malignen Neoplasien sind bereits für die zuletzt
erkrankten rund 300 Kinder Dauerheilungsraten von etwa 50% zu erwarten. Wenn diese
Heilungsraten für die gesamte Bundesrepublik gelten, ist mit einer Heilung von etwa
1000 Kindern jährlich zu rechnen. Dann ist jedoch nicht auszuschließen, daß sich bei
80—160 Kindern jeweils eines Jahrgangs 20 Jahre später ein Zweittumor oder eine Leukämie,
überwiegend als Spätfolge der Therapie, entwickeln wird.
Summary
One boy, given radiotherapy and cytostatic drugs for a rhabdomyosarcoma died nine
years later of acute leukaemia. A girl, who had received radiotherapy for an inoperable
suprasellar tumour and also given cytostatic drugs, fell ill seven years later with
a glioblastoma. Among a total of 750 children with malignant neoplasm observed by
the authors, a permanent cure rate of about 50% is to be expected among about 300
children treated recently. If this rate applies to the entire Federal Republic of
Germany, about 1,000 children are likely to be cured annually. In these circumstances
it is likely that 80—160 children treated in any one year will develop a second neoplasm
or leukaemia 20 years later, most commonly as a late sequela of the treatment.