Abstract
Catamnestic investigations on the course of pregnancy, family history and genetics
were carried out in 141 children suffering from congenital hydrocephalus. The results
were compared with those obtained from a group of non-malformed controls investigated
by the same criteria. There was a considerably higher incidence of pregnancy disturbances
(i.e. diseases, drugs, haemorrhage etc.) in mothers who later gave birth to a child
with congenital hydrocephalus, than mothers of the control group (congenital hydrocephalus:
61.3 % vs. controls: 30.1 %). This high incidence of pregnancy disturbances could
be particularly referred to a sevenfold increased rate of diseases and a fourfold
increased rate of drug intake during the first trimester. There was also a higher
rate of malformed relatives in children with congenital hydrocephalus (16.7%) than
in controls (6.4%); not only were malformations of the central nervous system found
to be increased but also malformations of other organ systems in relatives. This is
interpreted as a hint not only at genetic influences but also at a generally higher
incidence of malformations in a relatively small group of persons. Calculated figures
of recurrence risk were in accordance with empirical data used in genetic counselling.
Zusammenfassung
Es wurden katamnestische Untersuchungen zum Schwangerschaftsverlauf, der Familienanamnese
und Genetik bei 141 Kindern mit kongenitalem Hydrozephalus durchgeführt. Die Ergebnisse
wurden mit einem Kontroll-Kollektiv von nichtfehlgebildeten Kindern, die nach den
selben Kriterien untersucht wurden, verglichen. Es fand sich eine erheblich erhöhte
Häufigkeit von Schwangerschaftsstörungen (Erkrankungen, Medikamente, Blutungen, Rauchen
etc.) bei Müttern mit Spina-bifida-Kindern gegenüber den Müttern der Kontroll-Gruppe
(Hydrozephalus-Gruppe: 61,3%; Kontrollen: 30,1%). Das häufige Auftreten von Schwangerschaftsstörungen
war vor allem auf eine um das 7fache erhöhte Erkrankungshäufigkeit und eine um das
4fache erhöhte Häufigkeit von Medikamenten-Einnahme während der ersten Schwangerschafts-Trimenons
zurückzuführen. Es fand sich auch eine höhere Häufigkeit von fehlgebildeten Verwandten
bei Kindern mit kongenitalem Hydrozephalus (16,7%) als bei den Kontrollen (6,4%),
wobei nicht nur Fehlbildungen des ZNS, sondern auch Fehlbildungen anderer Organsysteme
häufiger auftraten. Dies kann nicht nur als Hinweis auf genetische Faktoren, sondern
auch auf eine allgemein höhere Fehlbildungs-Suszeptibilität in einem relativ kleinen
Personenkreis verstanden werden. Die berechneten Häufigkeiten des Wiederholungsrisikos
standen in Einklang mit den empirischen Daten, die bei der genetischen Beratung Verwendung
finden.
Key words
Congenital hydrocephalus - Pregnancy course - Family history - Genetics
Schlüsselwörter
Kongenitaler Hydrozephalus - Schwangerschaftsverlauf - Familienanamnese - Genetik