Zusammenfassung
An Harnproben von 507 stationären Patienten wurde die klinische Bedeutung der Probengewinnung
(Spontanurin vs. Katheter- bzw. Mittelstrahlurin) im Hinblick auf den Befund Leukozyturie
untersucht. Während im Spontanurin von 105 Patienten eine Leukozyturie mit Cytur-Test® nachgewiesen werden konnte, wurde bei einer 1-3 Tage später durchgeführten Nachuntersuchung
von Katheter- bzw. Mittelstrahlurin bei 89 dieser Patienten lediglich in 30 Fällen
eine Leukozyturie gefunden. In allen 30 Fällen wurden Erkrankungen diagnostiziert,
die eine Leukozyturie erwarten lassen. Ein direkter Vergleich von Spontanurin mit
gleichzeitig gewonnenem Katheter- bzw. Mittelstrahlurin bei 68 Patienten zeigte in
20 Fällen eine Leukozyturie im Spontanurin, die bei Untersuchung des Katheter- bzw.
Mittelstrahlurins nicht bestätigt werden konnte. Dieser drastische Rückgang der Positivitätsrate
veranschaulicht die Wichtigkeit der Probengewinnung zum Erkennen signifikanter Leukozyturien
auch im stationären Bereich.
Abstract
The clinical importance of the method of obtaining a urine sample (spontaneous vs.
catheter and midstream specimens) was investigated in 507 in-patients. Whereas leucocyturia
was demonstrated with the Cytur-Test® on spontaneous urine from 105 patients, only 30 out of 89 of these patients showed
leucocyturia in catheter or midstream specimens one to three days later. All 30 positive
cases were found to have a disease state which causes leucocyturia. A direct comparison
between spontaneous urine and midstream or catheter urine taken at the same time in
68 patients showed a leucocyturia in 20 cases in spontaneous urine which could not
be confirmed in the midstream or catheter urine. This drastic difference shows the
importance of the method of obtaining specimens in estimating leucocyturia.