Die beiden Autoren aus England präsentieren ein Buch, für das ich in Deutschland (das
ist die „Pointe“ meiner Besprechung) eine zentrale Verwendung empfehle: Es sollte
in Übersetzung (oder als Sprachtraining im Original) als Basismaterial für die Unterrichtung
von Medizinstudierenden in der sogenannten Komplementär- und Alternativmedizin (KAM)
verwendet werden. Man könnte sich ja zunächst einmal fragen, warum noch ein weiteres
Buch mit einem solchen Titel gelesen werden sollte. Die Antwort lautet: Ernst, der
erste europäische Wissenschaftler, der sich auch mit eigenen prospektiven empirischen
Beiträgen umfassend mit KAM beschäftigt hat, und Smith, Bioethiker der Universität
Dundee, fokussieren KAM von ethischen Grundsatzprinzipien her, die für alle Untersuchungs-
und Behandlungsverfahren international konsentiert sind. Die mit einer interessanten
Kombination von Fallbeispielen und systematischen Analysen durchdeklinierten Kapitel
lauten: Klinische Kompetenz, Prinzipien guter klinischer Forschung, Stand der KAM-Forschung,
Ausbildung, informierte Entscheidung, Wahrhaftigkeit, materielle und nicht materielle
Ausbeutung von Kranken und Gesellschaft. Das alles wird fokussiert auf KAM-Verfahren,
aber es ist genauso gültig für jedes in Rede gebrachte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren.
Das genau macht die Stärke dieses Buchs aus.