Allgemein- und Viszeralchirurgie up2date 2020; 14(03): 295-305
DOI: 10.1055/a-1030-3922
Notfallchirurgie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Akute (arterielle und venöse) Mesenterialischämie

Einteilung, Diagnostik und Therapiekonzepte von EAMI, TAMI, VAMI und NOMI
Daniel Eckhardt
,
Axel Schmid
,
Robert Grützmann
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Publication History

Publication Date:
05 June 2020 (online)

Die akute Mesenterialischämie ist nicht nur eine seltene Ursache des akuten Bauchschmerzes [1], sondern auch eine Erkrankung mit hoher Letalität [2], [3]. Auch wenn es Anzeichen für eine Verbesserung der Diagnostik- und Therapieregime gibt [4], so bestehen doch weiterhin große Unsicherheiten bezüglich des optimalen Vorgehens. Verschiedene Subtypen und eine schwierige Diagnosefindung verhindern oftmals eine frühzeitige Therapieeinleitung [3], [5]. Der nachfolgende Beitrag will die verschiedenen Arten zusammenfassen und ein Therapieschema aufzeigen.

Kernaussagen
  • Die akute Mesenterialischämie kann durch einen mechanischen Verschluss (EAMI, TAMI, VAMI) oder durch Gefäßspasmen im Splanchnikusgebiet (nicht okklusiv, NOMI) verursacht werden.

  • Die Labordiagnostik mit Bestimmung von D-Dimeren, CRP, Leukozytenzahl, I-FABP und Serumlaktat kann Hinweise auf das Vorliegen einer Mesenterialischämie geben, das diagnostische Mittel der Wahl ist jedoch die frühzeitige CT-Angiografie mit arterieller und portalvenöser Phase.

  • Eine VAMI wird zunächst durch systemische Antikoagulation, eine NOMI durch lokale Vasodilatation und Volumensubstitution therapiert, bei EAMI und TAMI kommen bei stabilen Patienten ohne Darmnekrose primär interventionelle bzw. gefäßchirurgische Therapieansätze zum Einsatz.

  • 12 – 24 Stunden nach Primärtherapie wird eine Relaparoskopie/-tomie empfohlen.

  • Bei Verdacht auf Darmnekrose ist die initiale Laparotomie mit ggf. Resektion durchzuführen.