Zeitschrift für Komplementärmedizin 2020; 12(02): 32-39
DOI: 10.1055/a-1132-4512
Praxis
Kampō-Medizin
© Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

Prävention in der Kampō-Medizin

Tobias Ahrens
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Publication Date:
17 April 2020 (online)

Summary

Bei der Kampō-Medizin handelt es sich um eine mehr als1000 Jahre alte Form der japanischen Pflanzenheilkunde,welche sich durch ihre wissenschaftliche Evaluation sowie eine leichte Handhabung und gute Verträglichkeitauszeichnet. Auf pragmatische Art und Weise verbindetsie die Erkenntnisse der wissenschaftlich fundierten Medizin mit traditionellen Konzepten wie der Zungen- undBauchdeckendiagnostik. Für die Auswahl einer Kampō-Rezeptur spielen vor allem in Studien erbrachte Wirksamkeitsbelegen, sowie die Konstitution und das individuelleBeschwerdemuster des Patienten eine wichtige Rolle.Im Rahmen dieses Artikels wird anhand der Nutzungeiniger Kampō-Rezepturen beispielhaft erläutert, wie dietraditionelle japanische Phytotherapie zur Krankheitspräventionausgehend von wissenschaftlich fundiertenWirksamkeitsbelegen in verschiedenen Fachrichtungengenutzt wird. Abgesehen vom mi-byo-Konzept, was eine zentrale Bedeutung für das Verständnis der Präventiondurch Kampō-Rezepturen hat, wird dabei weitgehendauf die Verwendung von traditionellen Begriffen oder Konzepten verzichtet. Die Auswahl der Rezepturen richtetesich nach Qualität und Umfang der vorliegendenwissenschaftlichen Wirksamkeitsbelege bzw. -hinweise,ihrer praktischen Relevanz in Japan und danach, welcheRezepturen möglicherweise eine sinnvolle Ergänzung fürdie therapeutischen Möglichkeiten in unseren Breitendarstellen könnten.