Dialyse aktuell 2020; 24(07): 265-269
DOI: 10.1055/a-1162-1628
Schwerpunkt
Nephrologie
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

AKI-Alerts

Verbesserte Erkennung der akuten Nierenschädigung durch automatisierte Auswertung von Kreatininverläufen
Dmytro Khadzhynov
1  Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin
,
Danilo Schmidt
2  Geschäftsbereich IT, Abteilung Forschung und Lehre, Charité – Universitätsmedizin Berlin
,
Kai M. Schmidt-Ott
1  Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin
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Publication Date:
07 September 2020 (online)

ZUSAMMENFASSUNG

In Anbetracht der hohen Inzidenz und Mortalität von AKI (Acute Kidney Injury) sowie der unzureichenden Erkennung von AKI-Episoden im klinischen Alltag, sind AKI-Frühwarnsysteme ein einfacher und naheliegender Ansatz, um die Versorgung von AKI-Patienten zu verbessern. Obwohl AKI-Alerts in prospektiven Studien bisher keine konsistenten Effekte auf die Krankenhausmortalität zeigten, gibt es deutliche Hinweise, dass sie klinische Prozesse sowie Surrogat-Endpunkte verbessern und somit zur Qualitätsverbesserung im Krankenhaus beitragen. Dabei scheint insbesondere eine Kopplung des Alarmsystems an standardisierte klinische Prozesse entscheidend zu sein. Da diese Prozesse krankenhaus- und abteilungsspezifische Besonderheiten aufweisen und sich derzeit in der Abwesenheit einer überzeugenden Studienlage nicht universell definieren lassen, sollten Kliniken, die AKI-Alert-Systeme implementieren, die Effektivität dieser Maßnahme systematisch evaluieren.