Zeitschrift für Komplementärmedizin 2020; 12(04): 21-25
DOI: 10.1055/a-1201-1975
Praxis
Migräne
© Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

Migräne in der Pubertät

Raymund Pothmann
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Publication Date:
30 July 2020 (online)

Summary

Keine andere Gesundheitsstörung kommt bei Schülerinnen und Schülern so häufig vor, wie Kopfschmerzen. Migräne ist dabei mit dem höchsten Leidensdruck verbunden. Die differenzialdiagnostische Abklärung muss symptomatische Kopfschmerzen sicher ausschließen. Eine ausführliche Anamnese unter Einschluss psychosozialer Aspekte, eine kinderneurologische Untersuchung, sowie eine ophthalmologische Abklärung stellen die Basis dar. Für die akute Schmerztherapie ist komplementär eine bitemporale Akupunktur an Ex-KH5 einen Versuch wert. Bei fehlendem Ansprechen sowie vier und mehr Attacken pro Monat, einer Migränedauer über zwei Tage und persistierender neurologischer Begleitsymptomatik ist eine Intervalltherapie angezeigt. Hierfür sollten bevorzugt nicht-medikamentöse Verfahren wie Entspannung, Ablenkung, Bewältigungstraining, Biofeedback und triggerarme Ernährung zum Einsatz kommen. (Laser-)Akupunktur ist nachweislich im Rahmen einer kurmäßigen Anwendung mit 4–8 Behandlungen pro Monat wirksam.