Aktuelle Kardiologie 2020; 9(05): 460-466
DOI: 10.1055/a-1206-0739
Kurzübersicht

Therapie mit kardialen implantierbaren elektrischen Devices im Alter

Device Therapy in the Elderly
Carsten W. Israel
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie, Diabetologie & Nephrologie, Evangelisches Klinikum Bethel, Bielefeld
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Zusammenfassung

Die Therapie mit Herzschrittmacher, implantierbarem Kardioverter-Defibrillator (ICD) oder kardialer Resynchronisation (CRT) ist bei Patienten im Alter besonders oft indiziert und hilfreich, stellt jedoch besondere Anforderungen an Indikationsstellung, Systemwahl, Implantation und Nachsorge. In der Schrittmachertherapie muss Einfühlungsvermögen angewandt werden, um eine oft unspezifische Symptomatik mit einer Bradykardie zu assoziieren. In der ICD-Therapie muss berücksichtigt werden, ob bei hohem Alter und Komorbidität eine Lebensverlängerung durch den ICD möglich und vom Patienten gewünscht ist. Bevor die Akutsituation nicht arrhythmischen Sterbens eintritt, sollte eine Deaktivierung der Schocktherapie erfolgen. Bei hohem Alter muss eine Implantation sicher und zügig durchgeführt, aber immer das optimale System (z. B. CRT) und eine optimale Elektrodenposition verwendet werden, da gerade alte Patienten sehr empfindlich auf eine suboptimale Hämodynamik reagieren.

Abstract

Pacemaker, implantable cardioverter/defibrillator (ICD) and cardiac resynchronization therapy (CRT) are frequently indicated and useful in elderly patients but can be challenging in terms of indication, choice of system, implantation and follow-up. Special empathy is required in pacemaker therapy to associate often non-specific symptoms to bradycardia. ICD therapy necessitates considerations if life expectancy can be prolonged by the ICD in old age and comorbidity and if this is desired by the patients. Before an acute situation of imminent non-arrhythmic death occurs, shock therapy should be deactivated. Elderly patients often need a fast and safe implantation which, however, always includes the optimal system (e.g. CRT) and lead placement because old patients are particularly sensitive for suboptimal hemodynamic situations.

Was ist wichtig?

Die Indikation zur Device-Implantation bei alten Patienten sollte sich nicht von befürchteten Komplikationen, sondern dem erwarteten Nutzen leiten lassen. Implantation und Programmierung müssen optimiert werden, um proarrhythmische (Vorhofflimmern) und hämodynamische Nebenwirkungen (Herzinsuffizienz) zu verhindern. Daher müssen in der Nachsorge der Device-Speicher (Vorhofflimmern? Stimulationsanteil?) und die Klinik des Patienten (Herzinsuffizienz?) mit betrachtet werden.



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Article published online:
22 October 2020

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