Rofo 2022; 194(05): 521-531
DOI: 10.1055/a-1681-2136
Pediatric Radiology

Sonografie im Kindes- und Jugendalter für AllgemeinradiologInnen – mehr Möglichkeiten als gedacht…

Article in several languages: English | deutsch
Matthias Cornelius Schaal
1   Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, University Ulm Medical Centre, Ulm, Germany
,
Jörg Detlev Moritz
2   Radiology and Neuroradiology, University Hospital Schleswig-Holstein – Campus Kiel, Germany
3   Stellv. Leiter Sektion Pädiatrie, DEGUM Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin, Berlin, Germany
4   Vorstand AG Pädiatrische Radiologie, DRG – Deutsche Röntgengesellschaft, Berlin, Germany
,
Hans-Joachim Mentzel
5   Pädiatrische Radiologie, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Jena, Germany
6   Präsident, Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie, Berlin, Germany
,
Meinrad Beer
1   Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, University Ulm Medical Centre, Ulm, Germany
› Author Affiliations

Zusammenfassung

Die Sonografie stellt die häufigste Bildgebungsmodalität im Kindes- und Jugendalter dar. Die schnelle Verfügbarkeit, fehlende Röntgenstrahlung, bettseitige Anwendbarkeit z. B. auf der Intensivstation, die fehlende Notwendigkeit einer Sedierung und nicht zuletzt die in den allermeisten Fällen sehr guten Ultraschallbedingungen machen die wesentlichen Vorteile der Sonografie aus. Aufgrund des Patientenspektrums vom Frühgeborenen bis zum Jugendlichen ergibt sich eine große Vielfalt an Fragestellungen an den Untersucher. Dies erfordert die Kenntnis der verschiedenen Krankheitsbilder in den unterschiedlichen Altersstufen. Der richtige Umgang mit den kleinen Patienten und nicht zuletzt mit deren Eltern ist essenziell, um die Untersuchungsbedingungen so optimal wie möglich zu gestalten. Aufgrund der im Vergleich zu Erwachsenen geringeren Körpergröße sind sonografische Untersuchungen des Abdomens und des Thorax bei Kindern und Jugendlichen meist mit sehr guter Bildqualität möglich. In der Mehrzahl der Fälle wird mittels Sonographie die definitive Diagnose gestellt ohne Hinzunahme weiterer Schnittbilddiagnostik, wie bei Erwachsenen eher üblich. Aufgrund der Schallfenster durch die noch offenen Fontanellen ist im ersten Lebensjahr eine meist exzellente Bildqualität auch bezüglich des ZNS möglich. Zumeist kann auf aufwendige MRT-Untersuchungen verzichtet werden. Aufgrund der teils noch fehlenden Ossifikation der knöchernen Strukturen ergeben sich weitere akustische Fenster, die eine Untersuchung z. B. des Spinalkanals ermöglichen. Der Ultraschall spielt auch bei der Untersuchung der Weichteile und des Bewegungsapparates im Kindes- und Jugendalter eine große Rolle, nicht nur bei der Hüftsonografie. Ziel des vorliegenden Artikels ist es, dieses sehr breite Spektrum für überwiegend in der Erwachsenenradiologie tätige Kolleginnen und Kollegen aufzuzeigen, einige repräsentative Beispiele hervorzuheben und die jeweiligen klinischen Besonderheiten im Kindes- und Jugendalter darzustellen.

Kernaussagen:

  • Ultraschall ist die wichtigste Eingangsbildgebung bei Kindern und Jugendlichen.

  • Oftmals ist keine weitere Schnittbilddiagnostik nötig.

  • Wichtigster Anwendungsbereich sind Abdomen und Becken.

  • Daneben ergeben sich zusätzliche Spezialanwendungen wie ZNS bei Neugeborenen und Säuglingen, Thorax, Bewegungsapparat.

Zitierweise

  • Schaal MC, Moritz JD, Mentzel H et al. Sonography in Childhood and Adolescence for General Radiologists – More Possibilities Than Expected.... Fortschr Röntgenstr 2022; 194: 521 – 531



Publication History

Received: 23 February 2021

Accepted: 07 October 2021

Article published online:
28 December 2021

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