Sportverletz Sportschaden 2011; 25(1): 50-55
DOI: 10.1055/s-0029-1245579
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Sportverletzungen beim Dienstsport – eine Risikobewertung

Sport Injuries During Duty Sport – a risk AssessmentS. Sammito1
  • 1Fachsanitätszentrum Augustdorf
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Publication Date:
11 March 2011 (online)

Zusammenfassung

Tägliche körperliche Aktivität gilt als prädiktiver Faktor für kardiovaskuläre Erkrankungen und für Übergewicht und Adipositas. Sport während der Dienstzeit wird u. a. im Militär und bei Polizei und Feuerwehr zur Steigerung und zum Erhalt einer aufgabenspezifischen erforderlichen körperlichen Leistungsfähigkeit genutzt. Jedoch existiert bis heute keine durch direkt erhobene Daten erfolgte Risikobewertung hinsichtlich der Verletzungen beim Dienstsport. In einer einjährigen Studienphase wurden daher im Bundeswehrstandort Augustdorf die Verletzungen beim Sport im Dienst, einschließlich der damit verbundenen Ausfallzeiten erhoben und mit den gleichzeitig von den in Augustdorf stationierten 22 Kompanien erfassten Daten zum durchgeführten Dienstsport gesetzt. Insgesamt konnten 274 Sportverletzungen erfasst werden. Fußball war die verletzungsträchtigste Sportdisziplin. In Relation zu den durchgeführten Dienstsportstunden zeigte sich ein hohes Verletzungsrisiko bei Mannschaftssportarten gegenüber Individualsportarten, die Leistungstests zeigten sich im Verletzungsrisiko als deutlich geringer als angenommen. Durch einen Verzicht auf Mannschaftssportarten zugunsten von Individualsportarten im Dienstsport hätten über den Studienverlauf die Anzahl der Dienstsportverletzungen um 39 %, die dadurch bedingten Ausfalltage um 50 % (volle Verwendungsunfähigkeit) und 42 % (eingeschränkte Verwendungsfähigkeit) reduziert werden können.

Abstract

Daily physical activity ist a predictive factor for cardio-vascular disease and for obesity. In military, police and firefighter service duty sport is used to increase and to keep a work specifical physical fitness. Till today no study data with direct data acquisition exists for a risk assessment of the injury rates in duty sport. In this one-year study in a German Armed Forces armoured brigade with 22 companies, every sport-related injury on duty and the following sick days were recorced. Apart from the sport type, the duration of the athletic activity and the number of soldiers that took part in it were monitored. 275 sport injuries were recorded. Soccer was the sport with the highest risk of injuries. Team sports proved to be more dangerous than individual physical activity. The author has demonstrated a reduction of the total injury rate by 39 %, of sick days by 50 %, and of the days with partial unfitness for duty by 42 % when team sports are reduced in favour to other physical activities

Literatur

Dr. S. Sammito

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