Sportverletz Sportschaden 2011; 25(2): 114-117
DOI: 10.1055/s-0029-1246113
Kasuistik/Case Report

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Therapie der verhakten chronischen hinteren Schulterluxation

Treatment of Locked Chronic Posterior Dislocation of the ShoulderH. Steckel1 , M. H. Baums2 , H. M. Klinger3
  • 1Orthopädisch-Chirurgisches Zentrum Vitalis, Berlin
  • 2Orthopädische Klinik, Universitätsklinikum Frankfurt
  • 3Orthopädische Klinik, Universitätsklinikum Göttingen
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Publication History

Publication Date:
24 May 2011 (online)

Zusammenfassung

Einleitung: Die chronisch verhakte hintere Schulterluxation ist eine seltene Verletzung, die häufig mit einer Impressionsfraktur des anteromedialen Humeruskopfes einhergeht. Die hintere Luxation wird jedoch häufig im Rahmen der Erstdiagnostik übersehen, sodass die Diagnosestellung und definitive Therapie oft erst mit einer zeitlichen Verzögerung von Wochen oder Monaten erfolgt. Methodischer Teil: Wir berichten von einem 35-jährigen Sportler, der sich beim Schlittschuhlaufen im Rahmen eines Sturzereignisses eine hintere Luxation des rechten Schultergelenkes zugezogen hat. Ergebnisse: Die Arbeit beschreibt das operative Verfahren und das funktionelle Ergebnis nach offener Reposition und Versetzung des M. subscapularis in den Reverse-Hill-Sachs-Defekt. Diskussion: Die verhakte hintere Schulterluxation ist eine schwierige Situation im klinischen Alltag. Das Management der hinteren Schulterluxation richtet sich nach der Größe der anteromedialen Impressionsfraktur des Humeruskopfes. Die einzelnen Verfahren werden hierbei sehr kontrovers diskutiert. Schlussfolgerung: Um eine hintere Schulterluxation zu erkennen, muss klinisch auf eine Einschränkung der Außenrotation geachtet werden. Radiologisch ist eine Bildgebung in drei Ebenen zu fordern. Unter Beachtung dieser Aspekte kann die Diagnose zuverlässig gestellt werden.

Abstract

Introduction: The posterior locked shoulder dislocation is a rare injury that is often associated with an impression fracture of the anteromedial aspect of the humeral head. The majority of posterior shoulder dislocations are missed on the initial examination. Methods: We demonstrate the case of an athlete, who presented with a posterior shoulder dislocation after a trauma two months ago. Results: The patient was treated with a M. subscapularis transfer in the reverse-hill-sachs-lesion. Discussion: The diagnosis of the posterior shoulder dislocation remains a problem in the clinical setting. Treatment is based on the size defect of the anteromedial humeral head. Different treatment options are still controversially discussed. Conclusion: To diagnose a posterior shoulder dislocation correctly a standard clinical and radiological assessment is necessary.

Literatur

Priv.-Doz. Dr. Hanno Steckel

Orthopädisch-Chirurgisches Zentrum Vitalis

Alt Buckow 9 – 11

12349 Berlin

Email: steckel@mvz-vitalis.de

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