ergopraxis 2009; 02(6): 12
DOI: 10.1055/s-0030-1253341
wissenschaft

Erschöpfung bei Krebs – Handlungsempfehlung für Ergotherapeuten erstellt

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Publication Date:
23 April 2010 (online)

 

Menschen mit einer Krebserkrankung leiden häufig unter einem Erschöpfungszustand (engl.: Cancer-Related Fatigue, CRF), der sie in ihrem alltäglichen Handeln einschränkt. Hier kann nur ein multidisziplinärer Ansatz greifen, den die Ergotherapie durch ihre ganzheitliche Sicht- und Arbeitsweise ergänzt. Zu diesem Ergebnis kam die Ergotherapeutin Amanda Purcell mit ihren Kollegen aus Brisbane, Australien.

Innerhalb einer Literaturrecherche ermittelten die Forscher, wie häufig das CRF bei Krebserkrankungen vorkommt und inwiefern Ergotherapie bei der Behandlung eine Rolle spielt. Die breitgefächerte Recherche führten sie in den Datenbanken Medline, Psychinfo und Cinahl zuerst mit den Schlüsselwörtern „fatigue” und „cancer/neuroplasm” durch. Anschließend verfeinerten sie ihre Recherche mit weiteren Begriffen wie „physiopathology”, „physiology”, „prevention”, „control” und „complications”. Insgesamt fanden sie 475 relevante Artikel.

Die Auswertung ergab, dass bei CRF körperliche, verhaltensbezogene, psychologische und soziodemografische Faktoren eine große Rolle spielen. All diese Einflüsse sowie die Erkrankung selbst, die Krebsbehandlung und komorbide Problematiken wie Infektionen, Herzerkrankungen, chronische Schmerzzustände oder Arthritis stellten die Autoren in einer Handlungsempfehlung für Ergotherapeuten zusammen. Sie erklären darin die Wechselwirkung zwischen den möglichen Ursachen von CRF und den möglichen Auswirkungen auf den Alltag des Klienten.

anmü

BJOT 2009; 72: 79–86