Akt Neurol 2011; 38: S43-S45
DOI: 10.1055/s-0030-1265969
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Erfahrungen zum perioperativen Einsatz von Apomorphin bei Patienten mit idiopathischem Parkinsonsyndrom

Perioperative Use of Apomorphine in Parkinson's DiseaseR.  Hilker1 , F.  Sixel-Döring2
  • 1Klinik für Neurologie, Goethe-Universität, Frankfurt am Main
  • 2Paracelsus-Elena-Klinik, Kassel
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Publication History

Publication Date:
22 February 2011 (online)

Zusammenfassung

Bei Patienten mit idiopathischem Parkinsonsyndrom (iPS) kann sich perioperativ eine akute Verschlechterung der motorischen Symptomatik bis hin zur lebensbedrohlichen Krise einstellen. Diese Komplikationen werden v. a. durch die ausreichende Gabe von Dopaminergika verhindert bzw. gebessert. Als Standardsubstanz steht dafür in Wasser gelöstes L-Dopa zur Verfügung, das häufig über eine nasogastrale Sonde gegeben werden muss. Dabei ist zu beachten, dass in der Phase des sog. Aggressionsstoffwechsels ein erhöhter zerebraler Dopaminbedarf besteht. Daneben spielt die parenterale Gabe von Antiparkinsonmitteln bei der Behandlung der akinetischen Krise eine wesentliche Rolle. Der hochpotente Dopaminagonist Apomorphin ist zur subkutanen Applikation in der akinetischen Krise einsetzbar. Erfahrungsgemäß sollte dabei die kontinuierliche Apomorphinapplikation über eine Pumpe der wiederholten Bolusgabe via Pen-Injektor vorgezogen werden. Ein besonderes Anwendungsgebiet für die perioperative Apomorphingabe hat sich in den letzten Jahren durch die Wacheingriffe bei iPS-Patienten zur tiefen Hirnstimulation (THS) ergeben. Hier kann Apomorphin den Patientenkomfort erheblich verbessern und den für die THS notwendigen Entzug der dopaminergen Medikation überbrücken helfen.

Abstract

Perioperative complications and worsening of motor symptoms are common in patients with Parkinson's disease (PD). Adequate treatment with dopaminergic drugs is the best prevention of these problems. Soluble levodopa should be given in PD patients at risk, and the application via a nasogastric tube is often needed after surgery. Moreover, the highly potent dopamine agonist apomorphine can be given subcutaneously ideally by using a minipump for continuous drug infusion. Apomorphine is also suitable to bridge the iatrogenic levodopa withdrawal period in advanced PD patients undergoing surgery for deep brain stimulation in the awake state.

Literatur

Prof. Dr. med. Rüdiger Hilker

Zentrum der Neurologie und Neurochirurgie, Klinik für Neurologie, Goethe-Universität

Schleusenweg 2–16

60528 Frankfurt am Main

Email: hilker@med.uni-frankfurt.de