Aktuelle Kardiologie 2012; 1(1): 66-71
DOI: 10.1055/s-0031-1298353
Übersichtsarbeit
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Wie viel Sport tut gut?

How Much Exercise Is Needed?
F. Sonntag
,
H. Löllgen
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Publication Date:
30 March 2012 (online)

Zusammenfassung

Regelmäßige körperliche Belastung hat sich etabliert und besitzt einen festen Stellenwert in der Reduktion von Risikofaktoren. Sie ist in der Lage, die Leistungsfähigkeit, Lebensdauer und Lebensqualität zu verbessern. Große Studien haben zeigen können, dass dies sowohl für die Primär- wie auch für die Sekundärprävention und Rehabilitationsmaßnahmen zutrifft. Körperliche Aktivität kann bei der koronaren Herzkrankheit sowohl die Symptome verbessern, als auch die Leistungsfähigkeit steigern. Auf diese Weise können Krankenhauswiederaufnahmen und Sterblichkeit gesenkt werden.

Für Patienten mit Herzinsuffizienz verbessert regelmäßiges und überwachtes Training sowohl die Auswurffraktion als auch die Gesamtbelastbarkeit und senkt darüber hinaus die Mortalität. Bei diesen ansonsten eher bewegungsarmen Patienten kann so auch die Lebensqualität verbessert werden. Körperliche Belastung und regelmäßiges Training sind wirksam, sowohl bei der systolischen Herzinsuffizienz (reduzierte Auswurffraktion), wie auch bei der diastolischen Form (erhaltene bzw. normale Auswurffraktion). Die vorgeschlagenen Empfehlungen für körperliche Aktivität sind auch anwendbar für Patienten mit Herzinsuffizienz und Zustand nach AICD-Implantation. In der vorliegenden Arbeit werden praktische Anregungen für körperliche Bewegung und Bewegungstraining gegeben als Teil der Behandlung, sowohl von Patientengruppen mit Herzkrankheiten wie auch für individuelle Trainingsgestaltung.

Abstract

Regular physical activity is now established as a relevant and effective approach to reduce risk factors, to improve physical capacity, longevity and quality of life. There is large evidence from many studies, that this holds true for primary as well as secondary prevention (or rehabilitation). Physical exercise improves symptoms and signs in coronary artery disease as well as exercise capacity thus reducing rehospitalisation and mortality. In patients with cardiac failure, regular training under supervision is effective in increasing ejection fraction and exercise capacity and, also, in reducing mortality. Furthermore, quality of life is improved in these otherwise sedentary patients. Exercise training is effective in systolic as well as in diastolic heart failure or heart failure with preserved ejection fraction (HfpEF) and heart failure with reduced ejection fraction (HfrEF). The given recommendations for physical activity can also be applied to patients with cardiac failure and implanted AICD. This paper gives practical recommendation to physical activity and exercise training as therapy in groups of patients with cardiac diseases and for individual training regimen as well.