Inf Orthod Kieferorthop 2012; 44(03): 163-171
DOI: 10.1055/s-0032-1323832
Übersichtsartikel
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Einsatz von Doppelvorschubplatten (DVP) bei funktionskieferorthopädischer Behandlung

Use of Jumping-the-Bite Appliances during Functional Orthodontic TreatmentJ. Lisson1
  • 1Klinik für Kieferorthopädie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar
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Publication Date:
18 October 2012 (online)

Zusammenfassung

Der Erfolg einer funktionskieferorthopädischen Therapie ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Indikation, Apparatekonstruktion, Zeitpunkt der Behandlung sowie Mitarbeit des Patienten. Sofern alle Faktoren korrekt zueinander kommen, ist mit den erwünschten Therapieeffekten auf Hart- und Weichgewebe zu rechnen. Verschiedene Autoren haben die Effekte sehr unterschiedlicher Apparatekonstruktionen untersucht und Behandlungsempfehlungen gegeben.

Die vorliegende Arbeit setzt sich speziell mit den Behandlungseffekten der Doppelvorschubplatte (DVP) nach Tränkmann auf Hart- und Weichgewebe auseinander und quantifiziert diese anhand eigener Untersuchungen. Es wird somit gezeigt, welche Effekte auf Kiefer, Zähne und Weichgewebe bei erfolgreicher Therapie zu erwarten sind. Ein Patientenbeispiel zeigt die ausführlich dokumentierte Behandlung einer Patientin mit Angle-Klasse II/2, die mit Doppelvorschubplatten und deren Modifikationen erfolgreich behandelt worden ist.

Die Doppelvorschubplatte nach Tränkmann ist geeignet, dentoalveoläre und skelettale Korrekturen zur erfolgreichen Therapie einer skelettal bedingten Klasse-II-Dysgnathie durchzuführen. Erfolgt die Therapie während des Zahnwechsels, muss bis zum Abschluss desselben zumindest retiniert werden. Die erfolgreiche Therapie mit herausnehmbaren Geräten erfordert jedoch auch bei richtiger Indikation eine gewisse Fertigkeit des Behandlers.

Abstract

A successful functional orthodontic therapy depends upon several factors: i. e., indication, appliance construction, treatment timing and patient compliance. If all factors are accounted for correctly, desired therapeutic effects upon hard and soft tissues may be observed. Several authors have already described a variety of appliance constructions, resulting in treatment recommendations.

The present study focuses on treatment effects of jumping-the-bite appliances according to Tränkmann, and shows their quantitative properties upon hard and soft tissues after successful treatment. These are jaw position, tooth position and soft tissue changes. A well-documented patient sample with an Angle-Class II, div. 2 malocclusion demonstrates the treatment possibilities.

Jumping-the-bite appliances are suitable for successful correction of dentoalveolar and skeletal discrepancies during functional orthodontic treatment. In case of treatment during the transitory phase, retention ought to be maintained until complete eruption and intercuspidation of the permanent dentition. However, a successful therapy requires a skilled practitioner apart from the correct indication.